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Samstag, 18. Juli 2026

Vydra-Tal im Böhmerwald



Zu den schönsten Tälern des Böhmerwaldes zählt das romantische Tal, durch das der Fluss Vydra fließt. Anfangs ist er nur ein kleiner Bach, der sich jedoch zu einem reißenden Fluss mit zahlreichen Granitfelsen, Stromschnellen und Wasserfällen entwickelt. Im klaren Wasser fühlen sich Otter und Forelle sehr wohl.

Unterwegs kann man das steinige, wilde Flussbett bestaunen. Tausende Teiche sind durch Kanäle verbunden, die seit dem 13. Jahrhundert den fetten Fisch liefern, der auf keiner Speisekarte Südböhmens fehlt: Forelle, mit Knödeln und Kraut mit Schmalz.

Ein romantischer Spaziergang am wilden Fluss Vydra. Das Tal, durch das der Fluss Vydra fließt, ist anfangs nur ein kleiner Bach, der sich jedoch jäh zu einem reißenden Fluss mit zahlreichen Granitfelsen, Stromschnellen und Wasserfällen entwickelt. Der Fluss ist nach dem tschechischen Wort für Fischotter (vydra) benannt, was sehr passend ist, zumal diese Tiere nur in klarem Wasser leben.

Weblinks:

Spaziergang in der Umgebung des Flusses Vydra - www.czechtourism.com/de

Tschechien - www.reise-illustrierte.de

Loket im Böhmerwald

Luftbild Loket in Tschechien

Eine der romantischsten Städte in Böhmen, eingebettet in eine bezaubernde Hügellandschaft. Loket liegt südwestlich vom weltberühmten Kurort Karlsbad, am Rande des Naturschutzgebiets "Kaiserwald", liebevoll vom Fluss Eger umschlungen.
Die Stadt liegt auf einer Höhe von 470 m ü. M. auf einem Granitrücken, der auf drei Seiten von der Eger umflossen wird, daher der Name: loket (deutsch Ellbogen).

Wegen seines Stadtbildes wurde Loket auch oft als Böhmisches Rothenburg gerühmt. Die Stadt ist ein traditionelles Ausflugsziel der Kurgäste von Karlsbad. Der historische Stadtkern mit architektonisch wertvollen alten Häusern steht unter Denkmalschutz.

Die erste schriftliche Erwähnung der Stadt stammt aus dem Jahr 1234. Sie war eine wichtige Grenzfestung und auch ein bedeutender Ort für viele große Persönlichkeiten. Hier nur zwei Beispiele: Karl VI. verweilte auf der Burg Loket, als er bei einer Jagd im heutigen Kaiserwald eine heiße Quelle entdeckte. Der Sage nach entstand so der Kurort Karlsbad. Auch J. W. Goethe besuchte gerne Loket und feierte hier sogar mit seiner heimlichen Liebe Ulrike von Levetzow seinen 74. Geburstag. Und so beschrieb er einen von seinen Besuchen: "Heute waren wir in Ellenbogen, das über alle Beschreibungen schön liegt und sich als ein landschaftliches Kunstwerk von allen Seiten betrachten läßt."

Die Burg: Die imposante gotische Burg Loket wurde im 3. Viertel des 12. Jahrhunderts vom Tschechischen König Vladislav II. gegründet. Im 15. und 16. Jahrhundert war sie im Besitz von Kaiser Sigismund und Graf Schlick, die auf der Burg umfangreiche Renovierungen vornahmen. Von 1822 bis 1947 wurde die Burg vor allem als Gefängnis genutzt. Heute kann man hier neben den ehemaligen Kerkern auch eine interessante Porzellansammlung und die wertvolle Rotunde besichtigen.

Die St. Wenzelskirche: Das barocke Gotteshaus wurde 1734 anstelle einer spätgotischen, 1725 ausgebrannten Kirche gebaut. Die Projekte stammen vom Architekten Wolfgang Braunbocks. Dieser eher einfache Bau verbirgt wertvolles Interieur, insbesondere den Hauptaltar.

Svatosské Felsen: Etwa 7 Kilometer von Loket entfernt findet man in einem romantischen Tal eine Gruppe massiver Felsentürme, auch Hans-Heiling-Felsen genannt. Diese Formation aus Granit steht bereits seit 1933 unter Naturschutz. Auf diesen Ort bezieht sich eine traurige Sage: die Steintürme sollen einen versteinerten Hochzeitszug und ein Schlossgebäude darstellen.

Weblink:

Loket in Tschechien - www.spar-mit.com

Samstag, 16. August 2025

Das Valle Onsernone - Anziehungspunkt und Zufluchtsort

Berzona

Das Valle Onsernone war immer Anziehungspunkt und Zufluchtsort. Wegen seiner Ursprünglichkeit und Abgeschiedenheit hat diese karge Berglandschaft immer wieder Fremde angelockt, darunter auch Prominente Romanciers und Revolutionäre, Aussteiger und Asylsuchende. Anfang des vorigen Jahrhunderts waren es vor allem Künstler, die das Tal für sich als unberührten Ort entdeckten. Um hier den Erholungsurlaub zu verbringen, zu studieren oder schöpferisch tätig zu sein.

Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg suchten der Maler und Bildhauer Max Ernst und der Journalist und Autor Kurt Tucholsky im Valle Onsernone Zuflucht. Und es kamen die Schriftsteller Ernst Toller und Elias Canetti. Eine kleine, deutschsprachige Kolonie von Intellektuellen hat hier gelebt. Selbstbezogen und allein um ihr geistiges Wohl besorgt, so erinnern sich manche Einheimische an die einstigen Gäste.


Max Frisch

«»Ausserhalb von allem: Treffender hätte Schriftsteller Max Frisch das wildromantische Onsernonetal nicht beschreiben können. Auf einsamen Wegen durch dichte Wälder kommt der Wanderer zur inneren Einkehr, während das Rauschen der Bäche sein ständiger Begleiter ist.

Berzona liegt in einem bewaldeten Hang im Valle Onsernone im Tessin wenige Kilometer vom Lago Maggiore entfernt in der Tessiner Bergwelt. Die Abgeschiedenheit der Berge sorgt für Ruhe und Erholung. Der Ort garantiert naturnahes Leben in alten Steinhäusern. Der idyllisch gelegene Weiler ist eine Art Dichterdorf, welches immer wieder prominente Gäste angelockt hat.



Samstag, 12. Juli 2025

Mythos Arkadien (K)

Poussin, Et in Arcadia ego
Poussin, Et in Arcadia ego

Arkadien ist eine gebirge Landschaft im Zentrum der Peloponnes. Mit der Landschaft verbunden ist die Idee vom glücklichen Arkadien.

Die Arkadier galten im Altertum als raues Hirtenvolk. Gewisse Charakterzüge Arkadiens lassen sich durch seine isolierte geographische Lage erklären. Seine Einwohner sehen sich als das älteste griechische Volk überhaupt an. Schon in der Zeit des Hellenismus wurde Arkadien verklärt zum Ort des Goldenen Zeitalters, wo die Menschen unbelastet von mühsamer Arbeit und gesellschaftlichem Anpassungsdruck in einer idyllischen Natur als zufriedene und glückliche Hirten lebten.


Arkadien ist eine bukolische Traumlandschaft, die zum Mythos wurde. Mit dem Mythos Arkadien verbunden ist die Vorstellung von Freiheit und einem freien Leben. Aus dem Mythos Arkadien wurde in der Frühen Neuzeit die Vorstellung gewonnen, es sei Leben jenseits gesellschaftlicher Zwänge möglich.



Arkadien in der Romantik

Vor dem Hintergrund der Romantik erlebte Arkadien seine Wiedergeburt und gewann eine neue Bedeutung.
Im 18. Jahrhundert träumten Adlige davon, sich als Schäfer zu verkleiden und ein freies Leben zu führen.

Was zunächst lediglich als Maskenspiel erschien, wurde in der symbolischen Selbstpräsentation von Adligen zum Bildprogramm: Aristokraten ließen sich im Schäferkostüm malen und setzten sich als Hirten in Szene. Dies war die symbolisch überhöhte Form, mit der die archaische Vorstellung, wonach der Herrscher auch immer ein Hirte seines Volkes sei, in der Neuzeit als Bestandteil adliger Herrschaftsansprüche und Machtlegitimation überdauert und aktualisiert wurde.



Zur Rezeption der Idee vom glücklichen Arkadien gehörte auch, dass das Gebiet, über das ein Adliger seine Territorialherrschaft ausübte, als ein neues Arkadien vorgestellt wurde. Auf diese Weise entzogen die Aristokraten wenigstens auf der symbolischen Ebene ihr Einflussgebiet der Macht der königlichen Zentralgewalt.

Entsprechende arkadische Landschaften gab es im Europa der Frühen Neuzeit vor allem als literarisch vermittelte Konstruktionen und Phantasien. Entsprechend etablierte es sich als Topos der antiken bukolischen Literatur, beispielsweise der Hirtengedichte Vergils. In der antiken lateinischen Literatur wird der ursprünglich in Griechenland befindliche Ort oft nach Sizilien verlegt.

Für die Wiederbelebung der Gattung in der europäischen Renaissance wurde um 1480 der Schäferroman »Arcadia« von Jacopo Sannazaro maßgeblich. Im Barock und im 16. bis 18. Jahrhundert entstanden zahllose Texte und Gemälde mit Motiven im mythischen Arkadien.

Im Zeitalter der Klassik wurde zum Sehnsuchtsort deutscher Dichter.


Samstag, 20. Juli 2024

Gardasee - Das Versprechen des Südens

Der Gardasee ist einer der schönsten Seen Europas. Gleich hinter den Alpen liegt der Gardasee schmal wie ein Fjord zwischen schroffen Felswänden. Gegen Süden werden Berge und Hügel sanfter und der See weitet sich. Malerische Seeorte, Olivenhaine und Rebhänge reichen an das türkisfarbene Wasser.

Villen und Palazzi säumen die Ufer der sonnenverwöhnten Riviera Bresciana. Darunter ein besonderes Juwel: Das Grand Hotel Villa Feltrinelli auf der Westseite des Gardaees.

Schon zu Zeiten der Renaissance zog es Gelehrte und Alchimisten auf den Monte Baldo, der sich am Ostufer auftürmt. Als "Botanischer Garten Europas" ist er über Italien hinaus berühmt. Das Massiv ist ein "Nunatak". Der Monte Baldo ragte in der Eiszeit aus dem Gletschermeer heraus. So konnten auch Pflanzen überleben, die Jahrmillionen alt sind.

Wandern auf die Spuren des berühmten Veroneser Apothekers Francesco Calzolari, der schon Mitte des vierzehnten Jahrhunderts begann, auf dem Monte Baldo nach Heilpflanzen zu forschen.

Samstag, 20. Mai 2023

Wackenroder und Tiecks Pfingstreise von 1793

Fränkische Schweiz


Es war eine Reise, dessen Bericht die Wahrnehmnung einer ganzen Landschaft verändert und eine Begeisterung für eine bis dahin unbekannt Gegend entfacht hat. Vor 230 Jahren ritten Wilhelm Heinrich Wackenroder und Ludwig Tieck in die Fränkische Schweiz. Sie machten sich 1793 zu Pfingsten von Erlangen auf den Weg in die Fränkische Schweiz.

Ihr Weg führte auf der siebentägigen Reise vom Walberla über Ebermannstadt, durch das Wiesenttal nach Tüchersfeld, Gößweinstein, nach Norden Richtung Waischenfeld, Hollfeld, Wonsees und nach Zwernitz und Sanspareil.

Weithin bekannt wurde die Reise durch die Schilderung ihrer »Pfingstreise« von 1793 durch die Fränkische Schweiz, den Frankenwald und das Fichtelgebirge.

Ludwig Tieck

Wilhelm Heinrich Wackenroder und Ludwig Tieck, zwei Erlanger Studenten, die vor 230 Jahren eine Woche lang durch die Fränkische Schweiz ritten und ihre Erlebnisse in Briefen an ihre Eltern und Freunde schrieben, haben auf ihrer Reise den romantischen Begriff der »Fränkischen Schweiz« geprägt und für einen ersten Touristenboom in der Region gesorgt.


Literatur:

Der Literatur(ver)führer - Sonderband Der Literatur(ver)führer - Sonderband "Pfingstreise" im Jahre 1793 von Wilhelm Heinrich Wackenroder und Ludwig Tieck

Weblink:

Mit den Romantikern durch die Fränkische Schweiz - http://landschaften-in-deutschland.de

Samstag, 24. Dezember 2022

»Geschichten des Waldbauernbuben Peter Rosegger«

St. Kathrein am Hauenstein

Mit Eltern und Geschwistern ging Peter Rosegger oft – so auch zur Christmette – nach St. Kathrein am Hauenstein, denn dort steht seine Lieblingskirche. Der nach Rosegger benannte „Christmettenweg“ führt vom Geburtshaus Roseggers (Kluppeneggerhof) über Wälder und Wiesen der Waldheimat beim Bauernhof „Schmiedhofer“ vorbei, dann an einer Weggabelung beim „Lendkreuz“ rechts weiter zum „Ziesler Anger“. Von dort bergab zum Bauernhof „Hochegger“ und das letzte Stück durch das Mühlental nach St. Kathrein zur Pfarrkirche.

Diesen Weg zur Christmette hat Rosegger in den »Geschichten des Waldbauernbuben« festgehalten. Die »Geschichten des Waldbauernbuben Peter Rosegger« zählen bis heute zu den emotionalsten und beliebtesten Erzählungen rund um Weihnachten - und die steirische Waldheimat rund ums Alpl zu den waldreichsten Gebieten Österreichs.

Diese Wälder der Waldheimat , nur selten von naturnahen Wiesen und Streusiedlungen unterbrochen, liefern spannende, reichhaltige und höchst unerwartete Geschichten für ein "Universum" über die Wildtiere des steirischen Voralpenlandes. In der Wehnnachtsnacht verwandelt sich der Wald in einen Zauberwald, in dem die Tiere im Wald anfangen, zu sprechen.

Roseggers Geschichte des Waldbauernbuben erzählt, wie er als kleiner Bub durch den hohen Schnee stapfte und sich dabei im tiefen Wald verirrte: "Außer dem Rauschen des Windes in den Wäldern hörte ich nichts. Ich wusste nicht, wo ich war. Wenn jetzt ein Reh käme, ich würde es fragen nach dem Weg, vielleicht könnte es ihn mir weisen. In der Christnacht reden ja Tiere die menschliche Sprache ..."

Samstag, 16. Juli 2022

Die Wildnis der Hohen Tatra



Auch im dicht besiedelten Europa gibt es noch wilde Naturlandschaften. Eine solche ist die Hohe Tatra an der Grenze zwischen der Slowakei und Polen.

Mit einer Grundfläche von nur 30 mal 20 Kilometern nennt man die Hohe Tatra auch "das kleinste Gebirge der Welt". Diese Bezeichnung ist jedoch irreführend: Viele der 300 Gipfel sind über 2.500 Meter hoch, die höchste - die Gerlachspitze - misst 2.655 Meter.



Es ist ein armes Land, dünn besiedelt, der Tourismus noch immer bescheiden, exzessive Forstwirtschaft hat es nie gegeben. So blieb vor allem im Bereich des Nationalparks ein urwüchsiger Wald erhalten - eine Mischung aus Laub- und Nadelhölzern, durchflossen von unregulierten Flüssen und Bächen.

Sommer sind heiß und kurz, die stürmischen, bitterkalten Winter verwandeln die Gipfelregionen monatelang in eine Eiswüste, und die Wetterstürze können mit jenen in den Alpen spielend mithalten. In dieser Region hat sich eine Tierwelt erhalten, die man im restlichen Europa nicht mehr findet. So leben in den slowakischen Karpaten rund 200 Wölfe in Rudeln. Im Unterschied dazu ist der Luchs ein überzeugter Einzelgänger, den man in freier Wildbahn kaum zu sehen bekommt.

Die Karpaten sind die letzte Hochburg der Luchse. In der Slowakei gibt es nach Schätzungen von Biologen rund 400 dieser großen Katzen. Auch Braunbären finden in der Hohen Tatra noch ausreichend Lebensraum: Zu Hunderten streifen sie durch die einsamen Wälder, nicht selten zum Ärger von Hirten, Bauern und Imkern. Die Gämsen der Tatra bilden eine eigene Unterart. Dass sie sich von den alpinen Gämsen unterscheiden, hat man erst 1970 entdeckt. Doch die Bestände sind durch intensive Bejagung stark zurückgegangen.

Griechenland - der Garten der Götter

Olymp

Griechenland ist die Heimat der antiken Götter von Artemis bis Zeus. Das alte Weltreich ist Standort beeindruckender Tempel, Klöster und Ruinen, Schauplatz mystischer Kultstätten sowie der Lebensraum für eine vielfältige Flora und Fauna. Zu Füßen des Olymp wurde eine Götterwelt erschaffen.

Nichts hat die europäische Ideenwelt so beeinflusst wie die griechische Mythenwelt der Antike - kunstvolle Götterdichtungen, Religion, Literatur und Geschichtsschreibung zugleich, die bis heute in prächtigen Tempeln und Ruinen nachklingen.

Doch die Inspiration für diese Mythen und Monumente lag in der überreichen Natur Griechenlands. Denn die Tier- und Pflanzenwelt Griechenlands gehört zum Vielfältigsten, was Europa zu bieten hat. Es ist gewiss kein Zufall, dass im "Garten der Götter" auch die menschliche Phantasie aufblühte.

Es ist erstaunlich, wie präsent die Natur in den Geschichten der griechischen Götter ist.

Götter nehmen einerseits die Gestalt von Naturerscheinungen an, von bestimmten Tieren oder Phänomenen. Andererseits existieren zu bestimmten Landschaften oder großen natürlichen Gesetzmäßigkeiten wunderbare Geschichten. Das hat mich an dem Projekt unheimlich fasziniert.

Die Entstehung der Welt aus Sicht der griechischen Götter. Am Anfang war Gaia, die Mutter Erde.

Nach der "Theogonie" (Entstehung der Götter) des im 7. Jahrhundert v. Chr. lebenden griechischen Dichters Hesiod nahm der Kosmos (Welt-Ordnung) seinen Anfang aus dem Chaos (Unordnung). Aus ihm entstanden fünf Urgottheiten, von denen eine Gaia - die gebärende Mutter Erde - war. Aus ihr entstanden Himmel, Berge und das Meer. Gaia ist aber auch die Ahnin aller Götter, die wiederum die Menschen nach ihrem Ebenbild schufen.

Aus dem Chaos entsteht als erste Göttergeneration die Erde Gaia (zuerst in „Erdgestalt“, später in „Menschengestalt“), die Unterwelt Tartaros, die Liebe Eros, die Finsternis Erebos und die Nacht Nyx. Aus der Verbindung von Nyx und Erebos gehen der Tag Hemera und die Luft Aither hervor, Nyx bringt aus sich selbst eine Reihe von Gottheiten hervor, die entweder Personifikationen von mit der Nacht assoziierten Phänomenen oder von menschlichen Übeln sind.

Der größte Teil der griechischen Götterwelt wird auf Gaia zurückgeführt, die aus sich selbst das Meer Pontos, die Berge Ourea und den Himmel Uranos hervorbringt und insbesondere mit Uranos eine Vielzahl weiterer Nachkommen hat.

Der erste Herrscher über die Welt, Uranos, wird von seinem Sohn, dem Titanen Kronos, entmannt und entmachtet, woraufhin die Titanen über die Welt herrschen. Die Titanen werden wiederum von Kronos’ Sohn Zeus gestürzt, im Anschluss beginnt die Herrschaft der olympischen Götter. Zeus sichert seine Herrschaft, indem er seine schwangere Gattin Metis verschlingt, da es deren ungeborenem Sohn bestimmt gewesen wäre, die Stelle des Zeus einzunehmen.

Zu Füßen des Olymp wurde eine Götterwelt erschaffen. Die Götter erfüllten die Welt mit Sinn.

Weblinks:

Griechenland - Der Garten der Götter - www.3sat.de

Schöpfungsmythen der Menschheit - www.mdr.de/wissen


Samstag, 4. September 2021

Das kleine Dorf Ribbeck im Havelland

Ribbeck im Havelland


Ein Gedicht machte das kleine Dorf Ribbeck im Havelland berühmt. Gedichtet wurde es vom märkischen Dichter Theodor Fontane im Jahre 1889.

In Fontanes Gedicht ist zu erkennen, dass die wahren Tugenden eines Menschen Weitsicht und Großherzigkeit sind. Tugenden, die in unserer Gesellschaft Mangelware geworden sind.

Heute ist Ribbeck mit Birnen gesegnet, überall im Dorf trifft man auf Birnenbäume. Die Ribbecker haben fleißig gepflanzt. Ohne die Früchte geht in Ribbeck wirklich nichts. Torte ohne Birnen? Unbekannt. Es gibt Birnensaft, Birnenschnaps, Birnenseife, Postkarten mit Birnen und Birnenessig, der von der heute noch existierenden Familie von Ribbeck in der Alten Brennerei hergestellt wird.

Der Baum aus dem Gedicht stand bis 1911, als ein Sturm über das Dorf fegte und ihn fällte. Sein Stumpf ist heute noch in der orange gestrichenen Dorfkirche zu besichtigen.

In dem im Sommer 2009 wieder eröffneten heutigen Schloss Ribbeck befindet sich ein Restaurant, ein Museum und ein Trauzimmer. Es dient auch als Kulturzentrum und wird für die verschiedensten Veranstaltungen genutzt.

Ribbeck, das Dorf, ist herausgeputzt wie nicht viele der winzigen Dörfer Brandenburgs. Und das alles wegen ein paar Zeilen Literatur.

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn's Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll.
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste 'ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb 'ne Birn.«

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. 's war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«,
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu 'ne Beer?«

So klagten die Kinder. Das war nicht recht -
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtrauen gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was er damals tat,
Als um eine Birn' ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gehen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet's wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung' übern Kirchhof her,
So flüstert's im Baume: »Wiste 'ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert's: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew' di 'ne Birn.«

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Theodor Fontane

Weblink:

Von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Samstag, 5. Juni 2021

Sagen um den Kelpie

The Kelpies - Kelpie - Mythen und Legenden - Denkmal

Ein Kelpie ist ein mystisches, sagenumwobenes aber auch gefährliches Fabelwesen aus der schottischen Mythologie. Es tritt meist an Flüssen und Lochs auf. Dieses Wesen bewohnt die Gewässer – Flüsse und Lochs – des schottischen Hochlandes.


Der Kelpie hat die Gestalt eines großen Pferdes mit Fischschwanz. Er verspricht Wanderern, die das Gewässer überqueren wollen, sie sicher hinüberzutragen. Sobald sich der Wanderer aber erst mal auf dem Rücken des Kelpies befindet, zieht dieser ihn in die Tiefe und verspeist ihn.

Ein Kelpie ist ein Gestaltenwandler, der entweder als Mensch oder als Pferd in Erscheinung tritt. Da die Pferdegestalt seine bevorzugte Form ist, kann man ihn häufiger als schwarzen, rassigen Hengst mit wehender Mähne sehen. Schickes Zaumzeug bringt er dann auch gleich mit. In der Größe unterscheidet er sich kaum von anderen Pferden.

Um einen Kelpie zu bändigen muss man ihm einen Brautschleier über den Kopf werfen oder ihn auftrensen.

Mittwoch, 7. Oktober 2020

50 Jahre Nationalpark Bayrischer Wald



Der Bayrische Wald, der älteste Nationalpark Deutschlands, ist vor 50 Jahren gegründet worden. Hier sollte sich Natur ihrer Natur entsprechend entwickeln können. Als der Nationalpark 1970 gegründet wurde, war der Urwald fast verschwunden. Der urwald war im Laufe der Jahrhunderte in Nutzwald umgewandelt worden.



Gleich fünf Tage lang wurde dieses historische Ereignis 1970 in Neuschönau, im heutigen Nationalparkzentrum Lusen, gefeiert. Am 7. Oktober gab der damalige Forstminister Hans Eisenmann im Beisein vieler Prominenz den offiziellen Startschuss. Das Naturschutz-Projekt sollte den Wald zwischen Lusen und Rachel für immer verändern.

Nationalpark Bayerischer  Wald

»Die Natur Natur sein lassen« - Unter diesem Motto dürfen sich im Nationalpark Bayerischer Wald – dem ältesten Deutschlands – seit 50 Jahren Tiere und Pflanzen ausbreiten. Ohne Eingriff durch Menschen sollte sich der Wald im neugeschaffenen Nationalpark nach und nach in einen Urwald verwandeln. Natur Natur sein lassen, so die Philosophie.

Doch schnell schlug der Parkverwaltung, allen voran Hans Bibelriether, dem ersten Leiter des Nationalparks, harte Kritik entgegen.

»Anfangs waren es hauptsächlich Probleme mit der Jägerschaft, die nicht begreifen wollte, dass der Nationalpark kein Hirschrevier ist, in dem man Trophäen züchtet. Hans Bibelriether


"Später gab es dann vor allem Probleme mit den Sägewerken und den Einheimischen", erinnerte er sich zum 20-jährigen Jubiläum. Sie konnten ihren Wald nicht mehr so nutzen wie gewohnt.



Jäger und Forstbesitzer fühlten sich in ihren Nutzungsrechten beschränkt und waren damals entschiedene des Nationalparks. Für die Jäger war der Wald ein Trophäen-Paradies, für die Forstbesitzer ihr Nutzwald und Broterwerb. Das Wild hatte den Wald nahezu kahl gefressen, doch das interessierte die Jäger nicht.

Es gab Befürchtungen und Vorbehalte in der Bevölkerung, der neu gegründete Nationalpark zerstöre ihre Lebensgrundlagen.



Am 1. August 1997 wurde der Nationalpark auf Gebiete der Gemeinden Bayerisch Eisenstein, Lindberg und Frauenau erweitert. Mit dem Zuwachs des Areals zwischen Großem Falkenstein und Großem Rachel ist der Nationalpark nun über 24.000 Hektar groß. Im Zuge der Erweiterung wird das Forstamt Zwiesel in die Nationalparkverwaltung eingegliedert.

Der älteste Nationalpark Deutschlands ist heute ein Waldschutzgebiet und ein halbwilder Wald, in dem sich zahlreiche seltene Tierarten tummeln.

Weblinks:

Geschichte des Nationalparks Bayerischer Wald - www.nationalpark-bayerischer-wald.bayern.de

Ein Nationalpark erkämpft sich Anerkennung - ww.zdf.de

Samstag, 12. September 2020

30 Jahre Nationalpark Jasmund

Kreideküste am Königstuhl

Seit 1926 steht die Kreideküste am Königstuhl unter Naturschutz. Vor 30 Jahren wurde die Kreideküste zum Nationalpark Jasmund erklärt.

Der Nationalpark Jasmund liegt auf der Halbinsel Jasmund im Nordosten der Insel Rügen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern und besteht seit dem 12. September 1990. Er ist 3.003 Hektar (ha) groß und ist damit Deutschlands kleinster Nationalpark.

Das natürliche Kreidevorkommen auf der Halbinsel Jasmund wurde in Kreidebrüchen seit langem abgebaut. Als 1926 die Wiedereröffnung eines bereits stillgelegten Kreidebruchs drohte, wies man die Küste nördlich von Sassnitz als Naturschutzgebiet aus. Am 12. September 1990 wurde dieser Küstenabschnitt im Rahmen des Nationalparkprogramms zum Nationalpark erklärt.


Nationalpark heißt: Naturschutz mit den Menschen im gemeinsamen Interesse von Mensch und Natur. Deshalb gilt für die Nationalparks in Deutschland der Satz, mit dem bereits der erste Nationalpark der Welt gegründet wurde: „Zum Wohl und zur Freude des Volkes und der zukünftigen Generationen.“

Dichter und Denker, Maler und Musiker haben sich seit jeher von der bizarren Schönheit der Kreideküste inspirieren lassen . Die Kreidefelsen und das Meer bieten ein faszinierendes Naturschauspiel, das einen unnachahmlichen Reiz auf den Betrachter ausübt.


Video:

Insel Rügen Nationalpark Jasmund - Kreidefelsen - Youtube

Samstag, 25. Juli 2020

Salzburg - Gesamtkunstwerk im Herzen Europas


Die Stadt Salzburg, Landes­hauptstadt des gleichnamigen Bundeslandes in Österreich, ist weltweit als eine der schönsten Barockstädte mit spannender Geschichte und Geburts- bzw. Wohnort vieler bekannter Persönlichkeiten, bekannt. Salzburg ist die Stadt, wo einst Mozart seine Spuren hinterließ, wo Fürsterzbischöfe über die Geschicke der Stadt entschieden.

Sehenswürdigkeiten sind die majestätisch auf dem Festungsberg thronende Festung Hohensalzburg, der verspielt und beeindruckend angelegte Mirabellgarten und der Residenzplatz, neben dem Salzburger Dom und die Residenzgalerie.

Salz – das „Weiße Gold“ - war die wichtigste Einnahmequelle der Salzburger Erzbischöfe und brachte über Jahrhunderte Wohlstand. Zwei wichtige Faktoren, die dazu nötig waren: der Dürrnberg als Salzberg und die Salzach als Transportweg.

Salzburg und das Salzburger Land ist eine landschaftliche Attraktion und ein Besuchermagnet im Herzen Europas. Max Reinhardt hat dieses besondere Fleckchen Erde einmal als Gesamtkunstwerk bezeichnet. Ob Berge oder Täler, eines hat die gesamte Landschaft gemeinsam: Sie ist von der Natur begünstigt, strahlt Ruhe aus und hat sowohl Einwohnern als auch Besuchern im Laufe der vier Jahreszeiten viel zu bieten.

Vom internationalen Publikum wird Salzburg mit den Klischees "Sound Of Music", "Stille Nacht" und der "Marke Mozart" verbunden. Der Salzburger Christkindlmarkt wurde wiederholt zu einem der schönsten der Welt gekürt.

Die Salzburger Festspiele gelten als führendes Kulturfestival, und die landschaftliche Kulisse ist eine besonders nachgefragte Tourismus-Destination.


Am 1. Mai 2016 feierte das Bundesland Salzburg seine 200-jährige Zugehörigkeit zu Österreich. Über die Jahrhunderte sind seine unterschiedlichen Regionen wirtschaftspolitisch und soziologisch zusammengewachsen.

Vom Großglockner-Massiv über die Alpen des Innergebirges, durch das Salzachtal, vorbei an der Burg Werfen hinein in das Flachland führt die Reise zum Schloss Hellbrunn, dann zum Schloss Leopoldskron, weiter in die Seengebiete und schließlich in die barocke Stadt Salzburg.

"Das Salzburger Land ist das Herz vom Herzen Europas. Das mittlere Europa hat keinen schöneren Raum - und gerade hier musste Mozart geboren werden." (Hugo von Hofmannsthal, aus dem Gründungsmanifest der Salzburger Festspiele 1919)

Eine Reise vom Großglockner über das Salzachtal in die Stadt Salzburg und dessen Umland zeigt, was Salzburg heute ausmacht und wie es sich über die letzten 200 Jahre entwickelt hat.
Blog-Artikel:

200 Jahre Salzburg bei Österreich - Kulturwelt-Blog

Video:

Salzburg - Gesamtkunstwerk im Herzen Europas - Youtube

Samstag, 18. Juli 2020

Schloss Meseberg


Schloss Meseberg ist ein Barockschloss in Brandenburg aus dem 18. Jahrhundert vor den Toren Berlins. Es wird als Gästehaus der deutschen Bundesregierung und als beliebter Tagungsort genutzt und liegt etwa 70 Kilometer nördlich von Berlin in Meseberg, einem Ortsteil der Stadt Gransee mit 150 Einwohnern. Das idyllische Anwesen liegt direkt am östlichsten Zipfel des Huwenowsees.

Bekannt ist das Schloss Meseberg für das Seeparterre im Schlossgarten. Am See entlang erstreckt sich außerdem ein öffentlich zugänglicher Landschaftsgarten mit den Mausoleen der Familien Hövel und Lessing.

Der barocke Terrassengarten wurde aufwändig wiederhergestellt. Die Aufteilung durch Achsen ging aus dem vorhandenen Bestand hervor. Die Höhenlage der Gartenteile wurde anhand der Bausubstanz und von Grabungsbefunden ermittelt.

Weblink:

Schloss Meseberg - Gästehaus der Bundesregierung - www.schloss-meseberg.de

Samstag, 30. Mai 2020

Hilfe für die älteste Linde Deutschlands



Die Dorflinde in Schenklengsfeld ist über 1.250 Jahre und gilt als älteste Linde Deutschlands. Die Linde wurde wohl im Jahr 760 gepflanzt. Der Lindenbaum hat eine lange Geschichte zu erzählen und wurde als Tanz- und Gerichtslinde genutzt.

Sie besteht aus vier Stammteilen, die einem gemeinsamen Wurzelstock entspringen. Insgesamt liegt der Umfang der Linde bei rund 18 Metern. Schon 1926 wurde sie zum Naturdenkmal erklärt.

Schon vor Jahrhunderten ist das Gewicht einzelner Stammteile so groß geworden, daß diese abgestützt werden mussten. Rund um den Baum trägt ein Holzgerüst aus über 80 Balken einzelne Äste.

Doch der Zahn der Zeit hat an dem alten Lindenbaum genagt, so daß die vier großen Äste des gespaltenen Baumes durch ein tragendes Holzgerüst gestützt werden müssen, welches nun selbst wiederum in die Jahre gekommen ist.

Weblink:

Unterstützung für den ältesten Baum Deutschlands - Osthessen-News



Quellcode:

<a title="Kulturwelt-Blog" href="http://culturwelt.blogspot.de/2020/05/hilfe-fur-die-alteste-linde-deutschlands.html">Hilfe für die älteste Linde Deutschlandsg</a>

<a title="Kulturwelt-Blog" href="http://culturwelt.blogspot.de">Kulturwelt-Blog</a>

Sonntag, 3. Mai 2020

Wartburg wieder für Besucher geöffnet













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Der Museumsbesuch auf der ist ab Montag, 4. Mai 2020 wieder möglich! Im Zuge der Corona-Prävention war der Museumsbetrieb seit dem 16. März 2020 eingestellt. Die Wartburg freut sich sehr, Gäste und Besucher ab Montag, dem 4. Mai 2020, wieder begrüßen zu dürfen.

„Wart! Berg, du sollst mir eine Burg werden!“ soll der Sage nach Ludwig der Springer die Gründung der Wartburg verkündet haben. Eine wahrlich sagenumwobene Burg, ein Zeitzeuge der Geschichte Deutschlands und seit 1999 UNESCO Weltkulturerbe.

Ihre Berühmtheit hat die um 1067 gegründete Wartburg allerdings nicht in erster Linie nicht ihrer Schönheit zu verdanken. Die alten Mauern, die 1999 zum Welterbe der Menschheit erklärt wurden, werden vielmehr wie kaum eine andere Burg mit der Geschichte Deutschlands verbunden.

Wie kaum eine andere Burg Deutschlands ist die Wartburg mit der Geschichte Deutschlands verbunden. 1211 bis 1227 lebte die später heiliggesprochene Elisabeth von Thüringen auf der Burg. 1521/22 hielt sich der Reformator Martin Luther als „Junker Jörg“ hier versteckt und übersetzte während dieser Zeit das Neue Testament der Bibel („Septembertestament“) in nur elf Wochen ins Deutsche. Johann Wolfgang von Goethe weilte mehrfach hier, erstmals im Jahr 1777.


Weblink:

Wartburg - www.watburg.de


Blog-Artikel:

Wartburg bei Eisenach - http://culturwelt.blogspot.de



Samstag, 28. März 2020

Die »Blaue Blume« der Rhön











Ganz am Westrand der Thüringischen Rhön liegt der 572 m hohe Arzberg bei Otzbach, 3 km von Bremen, zwischen dem Ulster- und dem Feldatal. Unterhalb des Gipfels befindet sich ein kleiner Ringwall aus der vorrömischen Eisenzeit.


Der Otzbach wurde auch als Holzbach oder Odesbach bezeichnet und ist der Ort, der unterlhlb des Arzberges liegt. Der Arzberg, 572 m hoch, ist Naturschutzgebiet, zum Teil Totalreservat. Der Berg ist eines von sechs Totelreservaten in der Rhön.

Der Berg verdankt seinen Namen - Arz = Erz - dem Abbau von Erzen in früheren Zeiten. Der als »Blauer Berg« bekannte Arzberg verdankt diese Bezeichnung dem vermehrten Vorkommen der Scilla (Scilla bifolia) oder auch Blaustern genannten Pflanze und steht unter Naturschutz.


Der „Blaue Berg

Alljährlich im Frühjahr färbt die Scilla-Blüte große Teile des vulkanischen Kegelberges Berges blau.
Zur Zeit der Blüte ist der Boden mit den blühenden Blausternen bedeckt.


Heinrich von Ofterdingen


Die blaue Blume wurde zum Inbegriff der romantischen Sehnsucht und als solche schwärmerisch verehrt oder als Weltfremdheit verworfen. Eine eingehendere Rezeption des Romans erfolgte erst im 20. Jahrhundert, vor allem im Zuge des Symbolismus.

Auf dem Arzberg sieht in der »Blauen Blume« nicht, wie einst der Dichter und Naturschwärmer Novalis (1772 - 1801) in seinem Roman »Heinrich von Ofterdingen« ein Symbol der romantischen Poesie, sondern -sehr viel nüchterner - einen Frühblüher aus der Familie der Hyazinthen-Gewächse.


In den letzten Märztagen lohnt sich eine Wanderung zum Arzberg in der thüringischen Rhön.
Eine Wanderung auf den vulkanischen Kegelberg und wieder zurück dauert etwa eine Stunde und ist ein wahres Naturerlebnis auf romantischen Spuren.


Literatur:

Heimat Rhön
Heimat Rhön
von Lothar Mayer


Heinrich von Ofterdingen
Die blaue Blume
von Novalis

Die blaue Blume
Die blaue Blume
von Penelope Fitzgerald



Samstag, 10. August 2019

Der Spreewald ist eine historische Kulturlandschaft


Der Spreewald (niedersorbisch Błota, „die Sümpfe“) ist ein ausgedehntes Niederungsgebiet und eine historische Kulturlandschaft im Südosten des Bundeslandes Brandenburg. Hauptmerkmal ist die natürliche Flusslaufverzweigung der Spree, die durch angelegte Kanäle deutlich erweitert wurde.

Die Spree verzweigt sich in mehrere Flußarme, Fließe genannt. Der Spreewald ist ein Labyrinth aus vielen kleinen Inseln. In dem Labyrinth von stillen Wasserläufen und Seen sind manche Ortschaften bis heute nur mit dem Kahn erreichbar.

Im Spreewald sind die Sorben, eine slawische Minderheit, ansässig. Sie sind aus dem Osten, der heutigen Ukraine eingewandert und haben eine lebendige, eigene Kultur mit farbenfrohen Bräuchen und Festen.

Der Spreewald, im Osten Deutschlands gelegen, ist ein geschütztes Biosphärenreservat und ein in Europa einzigartiges Binnendelta. Der Spreewald ist eine historische Kulturlandschaft.

Als Auen- und Moorlandschaft besitzt sie für den Naturschutz überregionale Bedeutung und ist als Biosphärenreservat geschützt. Der Spreewald als Kulturlandschaft wurde entscheidend durch die Sorben geprägt.

Samstag, 2. März 2019

100 Jahre Grand Canyon-Nationalpark

Grand Canyon

Vor genau 100 Jahren, 1919 wurde der Grand Canyon zum Nationalpark gemacht. Die atemberaubende Schönheit des Grand Canyon ist ein Naturerlebnis, welches sich am besten durch eine Wanderung in die tiefe Schlucht erschließt.

So wie den gewaltigen Abgrund des Grand Canyon mögen sich früher die Menschen den Rand der scheibenförigen Erde vorgestellt haben. Der 1.600 tiefe und 350 km lange, vom Colorado River eingeschnittene Schlucht ist die längste der Welt.

Der Grand Canyon Nationalpark ist eine Schlucht der Extreme. Er hat unzählige Facetten, ist riesengroß und wird Jahr für Jahr von Millionen Touristen aus dem In- und Ausland besucht. Der Grand Canyon Nationalpark ist ein Urlaubsziel der Extraklasse.

Egal, ob man ihn sich nur anschaut, ihn erwandert, überfliegt, auf dem Rücken eines Muli erforscht oder tief unten auf dem Colorado River eine Raftingtour unternimmt - das gewaltige Naturmonument ist beeindruckend und hinterlässt bleibende Eindrücke. Nicht umsonst gilt der Grand Canyon als einer der meistbesuchten Nationalparks der USA.

Mehr als sechs Millionen Touristen besuchen jedes Jahr die gewaltige Schlucht, die der Colorado River in den Grand Canyon geschliffen hat. Um den Trubel zu entgehen, steigt man hinab und wandert in zwei Tagen einmal quer durch den Canyon.

Wer die wohl berühmteste Schlucht der Welt abseits der Touristenmassen erleben will, wandert einmal hindurch - von der Südkante über den Colorado River zum North Rim. Die beste Zeit für eine Wanderung durch den Grand Canyon sind die Monate Mai und Oktober. Im Sommer steigen die Temperaturen auf mehr als 40 Grad.

Die "Phantom Ranch" heißt das Gasthaus am Grund des Grand Canyon, zu der Maultiere sämtliche Lebensmittel transportieren. Die Bewirtung nach einer Wanderung ist dort allerdings recht rustikal: Es gibt Steak, Eintopf oder vergetarisches Gericht.

Für die indianischen Ureinwohner, die vor ca. 4.000 Jahren die Region des heutigen Utah und Arizona besiedelt haben, war die eindrucksvolle Landschaft aus gigantischen Schluchen und eindrucksvollen Felsmonumenten ein ehrfurchtsgebietender Ort der Götter.

Literatur:

Grand Canyon Nationalpark
Grand Canyon Nationalpark
von Wolfgang Förster