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Donnerstag, 6. Oktober 2022

Drehbuchautor und Regisseur Wolfgang Kohlhaase ist tot


Der Drehbuchautor, Regisseur und Schriftsteller Wolfgang Kohlhaase ist tot. Er sei am Mittwoch in Berlin im Alter von 91 Jahren gestorben, teilte die Akademie der Künste unter Berufung auf seine Frau, die Tänzerin und Choreografin Emöke Pöstenyi, mit.

Kohlhaase gehörte zu den bekanntesten Drehbuchautoren der DDR, wo er mit Filmen wie "Solo Sunny" und "Berlin - Ecke Schönhauser" bekannt wurde. Später arbeitete er an den Drehbüchern etwa für die Filme "Sommer vorm Balkon" oder "In Zeiten des abnehmenden Lichts".

Wolfgang Kohlhaase lebte in Berlin und im brandenburgischen Reichenwalde. Auf der »Berlinale« 2010 wurde er mit dem »Goldenen Ehrenbären« für sein Lebenswerk ausgezeichnet. 2011 bekam er von der Deutschen Filmakademie die Lola für sein Lebenswerk und den Verdienstorden des Landes Brandenburg. Geboren wurde er 1931 in Berlin.

»Was du die ersten sechs Jahre deines Lebens aus dem Küchenfenster sieht, vergißt du nicht.«


Bereits während der Schulzeit habe er das Schreiben für sich entdeckt, beschreibt die DEFA-Stiftung seinen Werdegang. Sein erstes verfilmtes Drehbuch sei der Jugendfilm "Die Störenfriede" von Wolfgang Schleif gewesen. Er habe intensiv mit Gerhard Klein, Konrad Wolf und Frank Beyer zusammengearbeitet, später selbst Regie geführt.

Seine Drehbücher, so beschreibt es die Stiftung online, zeichnen sich durch Lebensnähe aus. "Der Autor beobachtet genau, zeigt in den gelungensten Fällen ungeschminkte, authentische Wirklichkeiten." Seine jungen Jahre waren geprägt vom Zweiten Weltkrieg, den er in Berlin-Adlershof erlebte. "Ich habe versucht zu reden, zu schreiben und auch Filme zu machen über den Hintergrund meiner Kindheit", erzählte er im vergangenen Jahr in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur zu seinem 90. Geburtstag. "Das war die Nazizeit, das war der Krieg. Das war das vergeudete Leben meiner Eltern."

Mittwoch, 3. August 2022

75. Internationales Filmfestival von Locarno

Die Piazza Grande von Locarno während der Filmfestspiele 2005

Das Internationale Filmfestival von Locarno findet seit 1946 jedes Jahr im August in der Stadt Locarno, im Kanton Tessin in der Schweiz statt. Im Laufe seiner 75-jährigen Geschichte hat sich das Festival del film Locarno eine zentrale Stellung im Panorama der grossen Filmfestivals erobert. In diesem Jahr findet die 75. Auflage des Filmfestivals von Locarno vom 2. bis 12. August 2022 statt.

Das Filmfestival in der Stadt im Tessin gehört zu den ältestender Welt. Das Filmfestival am Lago Maggiore gehört nach den Filmfestspielen von Venedig und dem Moskauer Filmfestival, die beide bereits in den 1930er Jahren gegründet wurden, und neben den Filmfestspielen von Cannes und dem Filmfestival Karlovy Vary, welche beide 1946 gegründet wurden - zu den ältesten Filmfestspielen der Welt.

Das Filmfestival an der Piazza Grande ist ein beliebter Treffpunkt der Liebhaber des Autorenkinos.


Das Festival hatte recht bescheiden begonnen: Gegründet von Regisseuren wie Charlie Chaplin und Sergej Eisenstein, lockten die Aufführungen in den ersten Jahren einige Hundert Zuschauer in den mediterranen Garten des Grand Hotels von Locarno. Von Anfang an waren die Freiluft-Projektionen unterm Sternenzelt der Clou - sie sind es noch heute. Inzwischen kommen allabendlich etwa 8.000 Zuschauer auf die Piazza Grande des malerischen Ortes.

Seit den 1960er Jahren hat sich das Festival vor allem als Sprungbrett für junge Autoren und Regisseure etabliert. Heute weltberühmte Filmemacher wie Woody Allen aus den USA, der Pole Krzysztof Zanussi, der Russe Andrei Tarkowski, der Kanadier Atom Egoyan oder der Italiener Daniele Luchetti haben ihre internationalen Karrieren mit Auszeichnungen in Locarno begonnen.


Innerhalb von elf Tagen werden hunderte Filme in diversen Reihen, Retrospektiven und im Wettbewerb um den Goldenen Leoparden gezeigt. Etliche Filmvorführungen finden als Freiluftveranstaltung auf der Piazza Grande in der Altstadt Locarnos auf einer Grossleinwand (26 × 14 m) statt.

Das Filmfestival von Locarno hat eine lange Tradition im Autorenfilm. Dies sind jene Filme, in denen der Regisseur sämtliche künstlerischen Aspekte des Films wie Drehbuch oder Schnitt wesentlich bestimmt und als (alleiniger) Autor des Filmwerks angesehen wird. Zum 70. Jubiläum kommt Kinoprominenz aus aller Welt in den idyllischen Ort am Schweizer Ufer des Lago Maggiore.

GoldenerLeopard

Am Ende des Filmfestivals in der Stadt im Tessin wird als Höhepunkt der »Goldene Leopard« und der Publikumspreis auf der Piazza Grande verliehen.

Weblinks:

Internationales Filmfestival von Locarno - Wikipedia.org

Offizielle Webseite des Filmfestivals:

Filmfestival von Locarno

Locarno Festival: Homepage - https://pardo.ch

Mittwoch, 18. Mai 2022

75. Filmfestspiele in Cannes gestartet

75. Filmfestspiele in Cannes gestartet

Dienstagnacht sind die 75. Internationalen Filmfestspiele in Cannes gestartet. Cannes hat sich für das Jubiläumsfestival herausgeputzt, das Meer glänzt und die Festivalfahnen wehen. Es ist ein Jubiläum in Umbruchzeiten, auf die das Festival konservativ und mit Treue reagiert

Das Festival in Cannes eröffnet hat am Dienstagabend offiziell seine 75. Ausgabe mit dem französischen Film "Coupez!", der international "Final Cut" heißen wird. Bis vor wenigen Wochen hieß das Remake eines japanischen "Zombie"-Films noch "Z". Aber der Buchstabe ist mittlerweile medial verbrannt, weil er zum russischen Unterstützersymbol für den Angriffskrieg auf die Ukraine geworden ist. 

Die Fortsetzung von "Top Gun" nach über 35 Jahren hat in Cannes jetzt zumindest Europapremiere und ist außerhalb des Wettbewerbs, bringt aber Tom Cruise (59) nach Cannes. Tom Hanks ist in einer "Elvis"-Verfilmung von Baz Luhrmann zu sehen, der vor über 20 Jahren schon einmal das ganze Festival elektrisierte mit dem Eröffnungsfilm "Moulin Rouge", wozu am alten Hafen ein ganzes Illusions-Montmartre aufgebaut war und dort eine Dauerparty stattfand. So einen PR-Aufwand betreiben die Major-Studios heute nicht mehr. Zu unsicher sind die Erwartungen an die Kinokassen in Zeiten von Streaming-Konkurrenz und sinkendem Kinoumsatz.

Cannes gilt auch als besonders treues Festival, das einmal eingeladene Regisseure mit ihren neuen Werken immer wieder einlädt. So ist auch David Cronenberg wieder im Wettbewerb dabei - mittlerweile 79 Jahre. Und er hat - wenn auch nicht Heulen und Zähneklappern, so doch Türenschlagen angekündigt, weil er mit "Crimes of the Future" an seine Horrorfilmperiode anknüpfen will - mit so genanntem "Body Horror", also den Veränderungen am menschlichen Körper, was Viggo Mortensen erfahren und auch Mitspielerinnen Léa Seydoux und Kristen Stewart betreffen wird. Im Wettbewerb sind auch der in seiner Heimat drangsalierte Russe Kirill Serebrennikow, der Japaner Hirokazu Kore-Eda, die alten, sozialkritischen Belgier Jean-Pierre et Luc Dardenne.

Das Festival du Cannes lebt davon, dass hier gleichzeitig der größte Filmmarkt der Welt stattfindet, so dass manche spöttisch meinen, der Wettbewerb um die Goldene Palme sei nur das künstlerische Feigenblatt einer wahnsinnigen Kommerzveranstaltung. Aber es gibt zwei weitere Säulen: die Stars eben und die Journalistendichte, die nirgendwo im Jahr so hoch ist wie hier, was sich auch gegenseitig bedingt. Cannes hat immerhin 75.000 Einwohner, zu denen in Festivalzeiten wieder 5.000 akkreditierte Journalisten erwartet werden und noch einmal 30.000 weitere Teilnehmer aus der Filmbranche.

2020 war das größte Filmfestival der Welt coronabedingt azusgefallen, im vergangenen Jahr ging man vorsichtshalber unter größten Hygienemaßnahmen in den Juli und feierte das Comeback des Kinos. Und in diesem Jahr soll alles fast so wie immer sein. Immerhin waren 2.200 Filme eingereicht worden - so viele wie noch nie.

Freitag, 18. Februar 2022

Milos Forman 90. Geburtstag

Milos Forman


Milos Forman, eigentlich Jan Tomás Forman, wurde vor 90 Jahren am 18. Februar 1932 in Cáslav (Cschaslau) , einem Provinzstädtchen in der Tschechoslowakei, geboren. Milos Forman ist ein bekannter tschechischer Filmregisseur, Schauspieler und Drehbuchautor des 20. Jahrhunderts.

Milos Forman studierte an der Prager Filmhochschule (FAMU) und war Anfang der 1960er Jahre ein tonangebender Vertreter der "Neuen Welle".

Milos Forman

Zu Beginn der 1960er standen die geseelschaftlichen Bedingungen in der auf kulturelle Veränderungen, was auch eine Veränderung der Filmproduktion zur Folge hatte. Das neue Kino kündigte sich 1963 durch zwei Filme mit dem Titel »Konkurs«, die der junge Absolvent der Film- und Fernsehfakultät der Akademie der musischen Künste in Prag gedreht hatte.

Der revolutionäre Charakter der beiden Filme zeigte sich schon durch ein mangelhaftes Interesse daran, eine zusammenhängenbe Geschichte zu erzählen, sowie durch die Besetzung vieler Rollen mit Laiendarstellern.

In den 1960er-Jahren erreichte er als Teil der Tschechoslowakischen "Neuen Welle" erstmals internationale Aufmerksamkeit. Nach Auseinandersetzungen mit dem kommunistischen Regime musste Forman in die Vereinigten Staaten emigrieren.

Prager Altstadt mit Hradschin Forman war ein unangepasster Regisseur, der zunächst bei einigen tschechoslowakischen Komödien, wie »Der Schwarze Peter« (1963), »Die Liebe einer Blondine« (1966), »Der Feuerwehrball / Anuschka – es brennt mein Schatz« (1968) Regie geführt hatte, bis er als Rebell erste Auslandserfolge mit tschechischen "Nouvelle-Vague"-Filmen erzielte.

Das neue Kino kündigte sich 1963 durch zwei Filme mit dem Titel »Konkurs«, die der junge Absolvent der Film- und Fernsehfakultät der Akademie der musischen Künste in Prag gedreht hatte. Der revolutionäre Charakter der beiden Filme zeigte sich schon durch ein mangelhaftes Interesse daran, eine zusammenhängenbe Geschichte zu erzählen, sowie durch die Besetzung vieler Rollen mit Laiendarstellern.

Milos Forman

Berühmt wurde Milos Forman durch seinen preisgekrönten Mozart-Film »Amadeus« Forman inszenierte in dieser historischen Filmkomödie die Figur des Komponistengenies Mozart als schrulligen Gecken am Wiener Hof.
Erzähler in dem Film über das Leben des Musikgenies ist Antonio Salieri - ein Konkurrent Mozarts. Als Vorlage diente das Theaterstück des britischen Dramatikers Peter Shaffer, der auch das Drehbuch zum Film schrieb.

Bei der Oscar-Verleihung 1985 wurde »Amadeus« mit acht Oscars ausgezeichnet, u.a. in den Kategorien bester Film, beste Regie, bester männlicher Hauptdarsteller (F. Murray Abraham) und Peter Shaffer für das beste adaptierte Drehbuch.

Der zweifache Oscar-Gewinner wurde mit Filmen wie »Hair« und »Einer flog über das Kuckucksnest« berühmt, blieb jedoch stets Außenseiter. Wie seine Helden war auch Milos Forman ein gesellschaftlicher Außenseiter. »Der Mondmann« ist ein Film über einen außergewöhnlichen Aussenseiter, der an der Gesellschaft scheitert.

Eine lebenslange Freundschaft verband Forman mit Dramatiker und Politiker Václav Havel, die gemeinsam auf dem Internat in Podebrady verbracht hatten.

Milos Forman starb am 13. April 2018 in Danbury im Bundesstaat Connecticut in den Vereinigten Staaten.


Weblinks:

Oscar-Preisträger Milos Forman ist tot

Miloš Forman in der Internet Movie Database (englisch)

Literatur von und über Miloš Forman im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Berühmte Tschechen des Vergangen Jahrhunderts: Miloš Forman auf czech.cz/de

Die besten Regisseure aller Zeiten: Miloš Forman auf stadtreporter.net

Sonntag, 9. Januar 2022

Schauspieler Sidney Poitier ist tot

Sydney Poitier

Hollywood-Schauspieler Sidney Poitier ist tot. Der erste schwarze Schauspieler der Geschichte, der einen Oscar als bester Hauptdarsteller gewann, starb im Alter von 94 Jahren in seinem Haus in Los Angeles..

In "Lilien auf dem Felde" verkörperte Poitier einen Handwerker, der eine Kirche baut. 1964 brachte ihm die Rolle als erstem Afro-Amerikaner einen Oscar für die beste männliche Hauptrolle ein.

Im Krimi "In der Hitze der Nacht" glänzte er als Kriminalexperte aus dem Norden, der sich gegen einen rassistischen Südstaaten-Sheriff (Rod Steiger) durchsetzen muss, um einen Mordfall zu lösen.

Für den Dokumentarfilm "Dann war mein Leben nicht umsonst - Martin Luther King" führte Poitier 1970 Regie (hier mit Coretta Scott King und Dr. Ralph Abernathy). Daneben zählen zu seinen bekanntesten Filmen "Flucht in Ketten" "Rat mal, wer zum Essen kommt".

Zusammen mit Harry Belafonte und Bill Cosby drehte Poitier 1974 die US-amerikanische Action-Krimi-Komödie "Samstagnacht im Viertel der Schwarzen". Auch hier führte er die Regie.

1994 verewigte sich der US-Schauspieler mit seinem Handabdruck auf dem "Hollywood Walk of Fame".

Poitier war der Wegbereiter für schwarze Leinwandstars wie Denzel Washington, Morgan Freeman und Viola Davis. Vor ihm hatte nur Hattie McDaniel als Schwarze einen Oscar gewonnen.

Auch Poitiers Tochter Sydney Tamiia Poitier hat sich für die Schauspielerei entschieden. Bekanntheit erlangte sie durch ihre Rolle in Quentin Tarantinos "Death Proof - Todsicher".

Beharrlich, aber nicht tobend kämpfte er gegen die Rassenbarrieren an. Dafür wurde Poitier 2009 mit der Freiheitsmedaille von US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus ausgezeichnet. In zweiter Ehe war Poitier mehr als 40 Jahre lang mit der kanadischen Schauspielerin Joanna Shimkus verheiratet. Über sie und seine sechs Töchter sagte er: "Ihr seid mein Ein und Alles".

Sonntag, 6. Juni 2021

Erste Berlinale 1951 eröffnet

Das Plakat der ersten Internationalen Filmfestspiele Berlin aus dem Jahr 1951

Die »Berlinale« fand seit 1951 zunächst im Sommer und seit 1978 im Februar in Berlin statt. Zu Beginn war alles anders: die »Berlinale« fand im Sommer statt und um den roten Teppich, den alle gern enaml betreten wollten, war viel Gewusel.

. Das Internationale Filmfestival brachte Glamour und ausländische Filmprominenz in die zerbombte und geteilte Stadt. Von Anfang an auf politische Wirkung angelegt, hat sich das Publikumsfestival seinen offenen Charakter bewahrt.

Die »Berlinale« geht auf eine Initiative von Oscar Martay zurück. Martay war Film Officer der Militärregierung der Vereinigten Staaten und beaufsichtigte und förderte in dieser Funktion die Berliner Filmindustrie, unter anderem mit mehreren Darlehen der amerikanischen Militärregierung, mit denen die Finanzierung der Filmfestspiele in den ersten Jahren sichergestellt wurden.

Alfred Hitchcock

Unter dem Motto „Schaufenster der freien Welt“ eröffnete die erste Berlinale am 6. Juni 1951 mit Alfred Hitchcocks »Rebecca« im Titania-Palast. Die Berlinale fand allerdings nur ein einziges Mal im Titania-Palast statt. Damals gab es noch viel Gewusel um den roten Teppich, den die Zuschauer unbedingt betreten wollten.

Zum ersten Festspielleiter wurde der Filmhistoriker Alfred Bauer berufen, welcher nach dem Krieg die britische Militärregierung in Filmangelegenheiten beraten hatte.

Berlinale

Die »Berlinale« ist ein einzigartiger Ort der künstlerischen Auseinandersetzung und der Unterhaltung. Sie ist eines der größten Publikumsfilmfestivals der Welt, das jedes Jahr Zehntausende Besucher*innen aus aller Welt anlockt. Für die Filmbranche und die Presse sind die elf Tage im Februar zugleich eines der wichtigsten Ereignisse im Jahreskalender und ein unverzichtbarer Handelsplatz.

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin blicken auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Das Festival wurde 1951, zu Beginn des Kalten Krieges, als „Schaufenster der freien Welt“ für das Berliner Publikum ins Leben gerufen. Geprägt durch die bewegte Nachkriegszeit und die einzigartige Situation in der geteilten Stadt, hat sich die Berlinale zu einem Ort der interkulturellen Begegnung und zu einer Plattform kritischer filmischer Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen entwickelt. Bis heute gilt sie als das politischste aller großen Filmfestivals.

Die »Berlinale« bringt die großen Stars des internationalen Kinos nach Berlin und entdeckt neue Talente. Sie begleitet Filmschaffende aller Gewerke auf ihrem Weg ins Rampenlicht, fördert Karrieren, Projekte, Träume, Visionen.

Durch ihre zahlreichen Branchen-Initiativen ist die »Berlinale« sowohl international als auch für Unternehmen aus Deutschland und Berlin ein bedeutender Motor für Innovation und wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Offzielle Webseite:

Berlinale - www.berlinale.de

1. Internationale Filmfestspiele Berlin 06. - 17. Juni 1951 - www.berlinale.de

Sonntag, 16. Mai 2021

75 Jahre DEFA



Vor 75 Jahren, am 17. Mai 1946, wurde die Deutsche Film AG (DEFA) in Potsdam-Babelsberg gegründet. Am 17. Mai 1946 wurde in Potsdam-Babelsberg auf dem Gelände der Althoff-Ateliers die Deutsche Film-AG (DEFA) i.Gr. in einer konstituierenden Sitzung gegründet. Der Vorschlag zur Kurzform DEFA stammte von Adolf Fischer, das Logo wurde von Hans Klering entworfen.

Die DEFA glänzte durch ihr umfangreiches Filmwerk. In den 46 Jahren ihres Bestehens entstanden etwa 700 Spielfilme, rund 2.500 Dokumentar- und Kurzfilme und 950 Animationsfilme. Ob Komödie oder Drama, ob Propagandafilm oder Verbotsfilm, ob Durchschnittsware oder Meisterwerk - wer sich ein Bild vom Leben in der DDR mit all seinen Schattierungen machen möchte, der kommt an der DEFA nicht vorbei.

In der DDR unterstand die Filmproduktion der Kontrolle des Staates und war dessen politischem Programm verpflichtet. Eine wachsende Anzahl von DEFA-Filmleuten teilte die antifaschistische Position der Staatsführung ebenso wie deren sozialistische Ideen. Aufgefordert, Stoffe zu aktuellen politischen Themen zu entwickeln, um in eine öffentliche Diskussion einzutreten, machten sie sich an die Arbeit und waren bemüht, die papiernen Thesen mit Leben zu erfüllen. So war die Wirklichkeit Ausgangs- und Endpunkt für viele Spielfilme, die vor allem um Probleme des sozialistischen Aufbaus und die Auseinandersetzung mit dem ideologischen Gegner im Westen kreisten. DEFA-Filme wollten aufklären und den Zuschauern Orientierung bieten – im Jahrzehnt durchlässiger innerdeutscher Grenzen auch ein Versuch, die massenhafte Abwanderung in den Westen aufzuhalten.

Welches Bild geben die DEFA-Filme aus den Jahren zwischen DDR-Gründung und Mauerbau vom Leben in der jungen DDR? Wie spiegelt sich der konfliktreiche sozialistische Aufbau, dieses Gesellschaftsexperiment, in Kinogeschichten wider? Wie viel Wahrhaftigkeit verbirgt sich hinter den reichlich vorhandenen und scheinbar unvermeidlichen propagandistischen Attitüden? Was können uns Filme, die immer auch Zeitdokumente sind, vom Leben der Eltern und Großeltern im Osten Deutschlands zeigen? Die Ausstellung Auf diese Fragen gibt die Ausstellung keine fertigen Antworten, sondern präsentiert statt dessen ein multimediales Bilderbuch mit Dokumenten aus einer Zeit, die späteren Generationen eher grau, entbehrungsreich und durch permanent anwesende Propaganda im besten Falle skurril erscheint.

Das Filmerbe der DEFA wird seit 1998 durch die von der Bundesregierung errichtete DEFA-Stiftung bewahrt und gepflegt. Seit 2019 ist das Filmerbe der DEFA auf der Archivplattform PROGRESS zugänglich und lizenzierbar.

Mittwoch, 10. Februar 2021

Drehbuchautor Jean-Claude Carrière gestorben

Jean-Claude Carrière

Der französische Drehbuchautor Jean-Claude Carrière ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Carrière verfasste Drehbücher für einige Regiseure, nun ist der Oscar-Preisträger im Alter von 89 Jahren in der Nacht zum Dienstag gestorben.

Carrière hinterlässt der Nachwelt zahlreiche Drehbücher, Adaptationen, Romane und Essays. In seiner über 50-jährigen Karriere hat er mit den Größten der Filmbranche zusammengearbeitet, darunter mit Volker Schlöndorff, für den er die Drehbücher für »Die Blechtrommel« und »Der Unhold« verfasste. Auch das Skript zu den Verfilmungen der Erfolgsromane »Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins« von Milan Kundera und »Cyrano de Bergerac« von Edmond Rostand mit Gérard Depardieu als Titelfigur stammen aus seiner Feder.

Seine Karriere begann er 1957 mit Schreiben von Romanen, ehe er den Film entdeckte. Mitte der 60er Jahre entstand eine langjährige Zusammenarbeit mit dem legendären Regisseur Luis Buñuel, für den er unter anderem die Drehbücher für «Der diskrete Charme der Bourgeoisie» und «Tagebuch einer Kammerzofe» mit Jeanne Moreau schrieb. Für sein Lebenswerk wurde er 2016 von der Europäischen Filmakademie geehrt. Zwei Jahre zuvor hatte er einen Ehren-Oscar erhalten.

Carrière, der am 17. September 1931 in Südfrankreich geboren wurde, war ein Multitalent. Gelegentlich stand er selber vor der Kamera wie in «Avida» und «Die Liebesfälscher». Als Liedertexter tat er sich unter anderem für Brigitte Bardot, Jeanne Moreau und Juliette Gréco hervor.

Donnerstag, 17. Dezember 2020

Armin Mueller-Stahl 90. Geburtstag

Armin Mueller-Stahl



Armin Mueller-Stahl wurde vor 90 Jahren am 17. Dezember 1930 in Tilsit geboren.

Armin Mueller-Stahl ist ein bekannter deutscher Filmschauspieler, Musiker, Maler und Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Er ist ein wahres Multitalent, das auch als Maler, Sänger und Musiker Erfolge feierte.

Armin Mueller-Stahl ist ein sehr vielseitiger Filmschauspieler, der u.a. in komödiantischer Weise den einfachen Mann, aber auch schwierige Charakterrollen darstellt.

Als Kind in Ostpreußen wuchs er mit Musik und Malerei auf, begann als junger Mann zunächst in Westberlin Violine zu studieren, wand sich aber der Schauspielkunst zu und wird zu einem der bekanntesten Theater- und Filmschauspieler der DDR.

Er studierte Violine und Musikwissenschaft am städtischen Konservatorium in West-Berlin, was er 1949 mit einem Examen als Musiklehrer abschloss. Dann wechselte er zur Schauspielerei. Zunächst wegen „mangelnder Begabung“ zum Abbruch des Studiums gezwungen, erhielt er dennoch 1952 nach einem Vorstellungsgespräch bei Helene Weigel sein erstes festes Engagement am Berliner »Theater am Schiffbauerdamm«.

Seine Schauspielerkarriere beim Film 1960 begann mit dem Vierteiler »Flucht aus der Hölle«, in dem er aus der Bundesrepublik Deutschland in die DDR flieht, und dem im spanischen Bürgerkrieg spielenden Drama »Fünf Patronenhülsen«, in dem auch sein Freund und Kollege Manfred Krug mitwirkte.

In den nächsten Jahren standen die beiden oft gemeinsam vor der Kamera, so etwa 1974 in dem Spielfilm »Kit & Co«. Mueller-Stahl wurde schließlich in der DDR zu einem gefeierten Charakterdarsteller, wie zum Beispiel für seine Darstellung des indianerfreundlichen Weißen Chris Howard in dem DEFA-Indianerfilm »Tödlicher Irrtum«. Er wurde fünf Mal in Folge zum beliebtesten Schauspieler der DDR gewählt.

Von 1973 bis 1975 verkörperte Mueller-Stahl einen MfS-Agenten in der beliebten Fernsehserie »Das unsichtbare Visier«, die als Gegenbild zur James-Bond-Reihe angelegt war. Als die Serie politischer konzipiert werden sollte, stieg Mueller-Stahl aus, was für ihn einen endgültigen Bruch mit der DDR bedeutete. Seine Unterzeichnung des offenen Briefs gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns aus der DDR Ende 1976 war nur noch ein letzter Schritt. Daraufhin wurden ihm zweieinhalb Jahre lang kaum noch Rollen angeboten. Die Zwangspause nutzte er zur Niederschrift seiner Autobiographie »Verordneter Sonntag«.

1980 wurde Mueller-Stahls Antrag, nach West-Berlin ausreisen zu dürfen, genehmigt. Nach seiner Übersiedlung in den Westen etablierte er sich auch in der Bundesrepublik, unter anderem durch die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Rainer Werner Fassbinder.

Armin Mueller-Stahl hat als Schauspieler brilliert: Ob als »007« der DDR in der erfolgreichen Serie »Das unsichtbare Visier«, als in New York gestrandeter ostdeutscher Taxifahrer in »Night on Earth« oder als NS-Verbrecher in der Hollywoodproduktion »Musicbox«.

Knapp 70 Jahre nach Emil Jannings wurde er mit dem Film »Shine« erstmals wieder für einen Oscar als bester Nebendarsteller nominiert.


Mit fast 140 Filmen hat Armin Mueller-Stahl Filmgeschichte geschrieben und es als einer der wenigen Deutschen geschafft, sich als Hollywood-Schauspieler zu etablieren.

Dienstag, 8. September 2020

Mario Adorf 90. Geburtstag

Mario Adorf

Mario Adorf wurde vor 90 Jahren am 8. September 1930 in Zürich geboren. Mario Adorf ist ein begnadeter Schauspieler, ein Komödiant mit Herz und schreckenerregender Bösewicht. Im Eifelstädtchen Mayen wuchs Adorf auf, stand bereits als Student auf der Bühne und wurde früh zu einem internationalen Star des Kinos.

Mario Adorf gilt als einer der besten und bekanntesten deutschen Bühnen- und Filmschauspieler. Er gehört zu den profiliertesten zeitgenössischen Darstellern auf der Bühne, im Kino und im Fernsehen. Er gilt als Deutschlands bekanntester und beliebtester Charakter-Schauspieler.

Von 1953 bis 1955 besuchte er die Otto-Falkenberg-Schule, danach gehörte er bis 1960 den »Münchener Kammerspielen« an. Mario Adorfs Karriere begann in den frühen 50er-Jahren als junger Theaterschauspieler an den Münchner Kammerspielen und führte ihn über ungezählte Rollen im deutschen, italienischen, französischen und amerikanischen Film bis in die Gegenwart.

Schauen Sie mal böse: Geschichten aus meinem Schauspielerleben
Schauen Sie mal böse:
Geschichten aus meinem Schauspielerleben


Seinen Durchbruch schaffte der Schauspieler in dem Film »Nachts wenn der Teufel kam« (1957) von Robert Siodmak. Für die Rolle des Massenmörders in Robert Siodmaks Film »Nachts wenn der Teufel kam« wurde er mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet.

Mario Adorf

»Ich war nie der Hofierte, eher der Gebrauchte.«
Ab Mitte der 1960er Jahre spielte er verstärkt in französischen und italienischen Filmen. Es folgten zahlreiche Hauptrollen in Film- und Fernsehproduktionen - unter anderem »Die Blechtrommel«, (1979). Adorf arbeitete mit Regisseuren wie Fassbinder (»Lola«), Wilder (»Fedora«) und Claude Chabrol (»Stille Tage in Clichy«).

Mit weit über 120 Film- und Fernsehrollen hat der Mime sich in die Herzen des Publikums gespielt. Der Mime beherrscht die ganze Palette der schaupielerischen Darstellungsform: In seiner Karriere hat er so gut wie alles gegeben: Ganoven und Gentlemen, Naturburschen und Neureiche, Mafiosi und Mörder. Doch er ist nicht nur ein großer Darsteller im Film, im Fernsehen und auf der Bühne. Er ist auch ein glänzender Entertainer und erfolgreicher Autor.

Neben seiner Tätigkeit für Film und Fernsehen schrieb Adorf mehrere Bücher. Daneben hat sich Mario Adorf seit Anfang der 90er-Jahre einen Namen als erfolgreicher Schriftsteller gemacht und in dieser Zeit fünf Bände mit Erzählungen, die Autobiographie »Himmel und Erde« sowie den Fotoband »Bilder meines Lebens« veröffentlicht.

Weblinks:

Mario Adorf-Biografie - Biografien-Portal - www.die-biografien.de

Mario Adorf-Zitate - Zitate-Portal - www.die-zitate.de

Literatur:

Schauen Sie mal böse: Geschichten aus meinem Schauspielerleben
Schauen Sie mal böse: Geschichten aus meinem Schauspielerleben
von Mario Adorf

Bilder meines Lebens
Bilder meines Lebens
von Mario Adorf

Der Mäusetöter
Der Mäusetöter von Mario Adorf

Montag, 7. September 2020

Oscar-Preisträger Jiri Menzel gestorben

Jiri Menzel, 2013

Der tschechische Filmregisseur und Oscar-Preisträger Jiri Menzel ist tot. Er starb am Samstagabend nach langer Krankheit im Alter von 82 Jahren in Prag im Kreis seiner Familie. Das gab seine Frau Olga auf Facebook bekannt.

Jiri Menzel war ein Regisseur des Prager Frühlings. Nach dessen Niederschlagung 1968 erhielt der Filmregisseur Berufsverbot, doch seine Filme waren längst international bekannt und begründeten sein Renomeé. Für seine Komödie »Liebe nach Fahrplan« hatte Menzel im Jahr 1968 den Oscar für den besten ausländischen Film entgegengenommen.

In den 1960er-Jahren erreichte er als Teil der Tschechoslowakischen »Neuen Welle« erstmals internationale Aufmerksamkeit. Der Sohn eines Kinderbuchautors galt - neben Milos Forman und Vera Chytilova - als Vorreiter der tschechoslowakischen »Neuen Welle« der 1960er-Jahre, die von einer großen Experimentierfreudigkeit gekennzeichnet war.

Bohumil Hrabal


Er war ein Meister des Humors und der feinen Töne. Bekannt für seinen feinen Humor, verfilmte Menzel zahlreiche literarische Stoffe des Schriftstellers Bohumil Hrabal (1914 - 1997), darunter »Ich habe den englischen König bedient« aus dem Jahr 2006 mit Julia Jentsch neben Oldrich Kaiser in der Hauptrolle. Die lebenslange Freundschaft mit Hrabal habe ihm mehr bedeutet als alle Preise und Medaillen, sagte Menzel einmal.

Weblinks:

Jiří Menzel in der Jiri Menzel-Biografie - Internet Movie Database (englisch)

Jiri Menzel-Biografie www.film-zeit.de


Blog-Artikel:

Milos Forman gestorben - Kulturwelt-Blog

Bohumil Hrabal 100. Geburtstag - Literatenwelt-Blog

Dienstag, 25. August 2020

Sean Connery 90. Geburtstag

Sean Connery


Sean Connery wurde vor 90 Jahren am 25. August 1930 in Edinburgh geboren. Sean Connery ist einer der bekanntesten britischen Schauspieler der Gegenwart.

Der blendend aussehende Schotte aus Edinburgh mit dem britischen Humor erhielt schon in den 1950er Jahren lukrative Filmangebote. Nach seinem Leinwand-Debut in "Die blinde Spinne" folgten kleine Rollen bei Film und Fernsehen.

Den Durchbruch schaffte er 1962 mit dem Film "007 jagt Dr. No", der den Beginn einer der erfolgreichsten Kinoserien der Filmgeschichte markierte.


Als er jenen Geheimagenten im Dienste seiner Majestät verkörperte, für den der Name »James Bond 007« steht, wurde er durch die Rolle weltbekannt. James Bond-Filme wurden fortan zu seinem Markenzeichen.

"Mein Name ist Bond, James Bond." Mit diesem Satz wurde 007, Geheimagent im Dienste ihrer Majestät, berühmt.

Sean Connery

Die Bond-Filme mit ihm als Hauptdarsteller beherrschten das Action-Kino der 1960er Jahre und bauten Connery mit einer Mischung aus Sex und Eleganz zum hoch dotierten Spitzenstar auf.

Sean Connery, der den britischen Agenten mit dem Hang zu schönen Frauen und schnellen Autos verkörperte, avancierte zum wohl charismatischsten aller Leinwandhelden. Sieben Mal spielte der attraktive Schotte 007 und machte Ian Flemings Romanfigur zum Mythos.

Gewandt und reaktionsschnell, charmant, aber durchaus auch grausam, so gestaltete Connery die Figur, die ein eigenes Genre begründete - den Bond-Film. Für Agent 007 war die Rettung der Welt nie ein Problem. Wagemutig und mit bravouröser Lässigkeit trickste er die global agierenden Bösewichte aus, ob sie nun Chiffre, Goldfinger oder Largo hießen, und setzte ihrem häufig nuklear untermauerten Größenwahn ein Ende.

Den Durchbruch schaffte er 1962 mit dem Film "007 jagt Dr. No", der den Beginn einer der erfolgreichsten Kinoserien der Filmgeschichte markierte. Connery spielte auch in einer Vielzahl anderer Filme und arbeitete mit bedeutenden Regisseuren.

Sean Connery hatte von Anfang an darauf bestanden, neben 007 auch andere Rollen zu spielen.

Auto-Biografie:

Mein Schottland, mein Leben
Mein Schottland, mein Leben von Sean Connery

Weblinks:

Sean Connery - Die offizielle Website von Sean Connery (Englisch)

Sean Connery-Porträt von G. Seeßlen, filmzentrale.com

Weblinks:

Sean Connery-Biografie - Biografie-Portal

Sean Connery-Zitate - Zitate-Portal - www.die-zitate.de

Sonntag, 31. Mai 2020

Clint Eastwood 90. Geburtstag


Clint Eastwood wurde vor 90 Jahren am 31. Mai 1930 als Sohn des gelernten Buchhalters in San Francisco, Kalifornien, geboren.

Clint Eastwood ist ein bekannter amerikanischer Schauspieler, Produzent und Filmregisseur, der den Wandel vom
Schauspieler zum Filmregisseur und schliesslich Produzenten erfolgreich vollzogen hat. Eastwood gilt zudem als eine Ikone des amerikanischen Westernfilms.

Als wortkarger Western- und Actionheld zählte er jahrzehntelang zu den weltweit erfolgreichsten Stars.
Als Filmregisseur gilt Eastwood als Vertreter des amerikanischen Autorenkinos.

Eastwood vollzog einen Wandel vom hochkarätigen Schauspieler zum preisgekrönten Regisseur und Produzenten: Seit einem halben Jahrhundert zählt Clint Eastwood zu den Stars von Hollywood.

Clint Eastwood ist einer der renommiertesten Filmregisseure und hat 1993 und 2005 den Oscar für die beste Regie erhalten.

Der Italo-Western von Sergio Leone machte Clint Eastwood berühmt. Dabei fing der Schauspieler für eine handvoll Dollar an.

Den Durchbruch schaffte er Mitte der 1960er Jahre, als er als einsilbiger, abgebrühter und gut aussehender Killer dem Spaghetti-Western zum Siegeszug verhalf.

1964 bereitete der italienische Regisseur Sergio Leone seinen Western »Für eine Handvoll Dollar« vor.

Da er diesen Film mit einem geringen Budget realisieren musste, konnte er für die Hauptrolle keinen etablierten Hollywood-Star wie Henry Fonda oder James Coburn verpflichten.

Westernheld Clint Eastwood

Auf der Suche nach einem bezahlbaren Ersatzmann wurde Leone auf den TV-Schauspieler Eastwood aufmerksam,
den er schließlich für 15.000 Dollar engagierte. Eastwood spielte in dem Film einen Abenteurer, der sich in einer Kleinstadt bei zwei verfeindeten Clans als Revolvermann verdingt, um beide gegeneinander auszuspielen.

Obwohl Clint Eastwood durch seine „Spaghetti-Western“ sehr populär geworden war,
auerte es einige Jahre, bis er auch in seinem Heimatland als Filmschauspieler Fuß fassen konnte.



Dienstag, 10. März 2020

Max von Sydow gestorben

Schauspieler Max von Sydow 2012 in Berlin

Max von Sydow, 1929 im schwedischen Lund als Carl Adolph von Sydow geboren, galt als charismatischer Darsteller mit „zwingender Präsenz“. Den Durchbruch schaffte er in Filmen seines Landsmannes Ingmar Bergman. Zuletzt hatte er 2016 eine Rolle im Fantasy-Epos »Game of Thrones« – dazwischen lagen sechs Jahrzehnte internationale Karriere.

Max von Sydow war ein ebenso vielfältiger wie wandlungsfähiger Schauspieler. Der Mime hatte keine künstlerischen Berührungsängste, er spielte Edelleute, Eroberer und Ritter, Bösewichter und Priester.

»Es ist langweilig, immer die gleichen Rollen zu spielen.«

„Max von Sydow war ein Schauspieler mit einer besonderen Ausstrahlung. Die großen, komplizierten Charakterrollen spielte er mit untrüglichem Gefühl, Kraft und Autorität“, würdigte ihn das Königliche Dramatische Theater in Stockholm. Mit ihm sei ein „unvergesslicher Schauspieler“ und „Gigant“ gestorben, so das Theater.
Rollen-Auswahl aus sieben Jahrzehnten

Mit Ingmar Bergman drehte er 13 Filme, als Durchbruch gilt »Das siebente Siegel« von 1957. Ab Mitte der 1960er spielte er in Hollywood, das ihn vorzugswise als Bösewicht besetzt hat. 1981 war er der Bösewicht im Bond-Film »Sag niemals nie«. Mit dem deutschen Regisseur Wim Wenders drehte Max von Sydow 1990 das Roadmovie »Bis ans Ende der Welt«.

Für die Rolle als armer, ausgebeuteter Bauer im Bille-August-Film »Pelle, der Eroberer« bekam er 1987 eine Oscar-Nominierung. 2012 noch einmal, für eine Nebenrolle in der Literaturverfilmung »Extrem laut und unglaublich nah« – bekommen hat er den Oscar nicht.

Freitag, 21. Februar 2020

70. Berlinale hat begonnen


70. Berlinale eröffnet

Nach der Eröffnung der Berlinale am Donnerstagabend geht es am Freitag richtig los auf dem Filmfestival. Erwartet wird unter anderem Schauspieler Johnny Depp ("Fluch der Karibik"). Der 56-Jährige stellt in Berlin seinen neuen Film "Minamata" vor.

Darin spielt Depp den US-Fotografen W. Eugene Smith (1918-1978). Auch der neue Pixar-Film "Onward: Keine halben Sachen" wird gezeigt.

Ausserdem gehen die ersten Filme ins Rennen um den Goldenen Bären: der Psychothriller "The Intruder" ("El prófugo") von der argentinischen Regisseurin Natalia Meta und das Künstlerdrama "Hidden Away" ("Volevo nascondermi") vom italienischen Filmemacher Giorgio Diritti.

Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den wichtigsten Filmfestivals der Welt. Am Donnerstagabend waren die 70. Internationalen Filmfestspiele eröffnet worden. Bei der Gala wurden viele politische Töne angeschlagen.

Donnerstag, 20. Februar 2020

70. Berlinale eröffnet


70. Berlinale eröffnet



Mit der Berlinale 2020 feiern die Internationalen Filmfestspiele Berlin ihren 70. Geburtstag. Mit einer großen Gala wird am Donnerstag (19.30 Uhr) die 70. Berlinale eröffnet.

Das Jubiläumsfestival findet erstmals unter der gemeinsamen Leitung von Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek und dem Künstlerischen Leiter Carlo Chatrian statt, die dem Festival neue Impulse verleihen wollen.

 In diesem Jahr weht ein frischer Wind auf dem roten Teppich. Die Filmfestspiele werden erstmals von einer neuen Doppelspitze aus dem Italiener Carlo Chatrian und der Niederländerin Mariette Rissenbeek geleitet, nachdem das Berlinale-Urgestein Dieter Kosslick im vergangenen Jahr die Leitung nach fast 20 Jahren abgab. In Berlin werden auch in diesem Jahr wieder nationale und internationale Stars erwartet.

Eröffnet wird die Berlinale mit der Weltpremiere der kanadisch-irischen Produktion "My Salinger Year" mit der oscarnominierten Schauspielerin Sigourney Weaver. Erwartet werden in Berlin weitere internationale Topstars wie der Spanier Javier Bardem und die mexikanische Schauspielerin Salma Hayek, aber auch nationale Stars wie Nina Hoss und Lars Eidinger.

Jeremy Irons

Etwa 20 Filme stehen jedes Jahr im Wettbewerb. Die Nominierung der Filme sowie die Auswahl der Jurymitglieder ist Aufgabe der Festivaldirektion. Die Preisträger werden von einer internationalen Jury unter Führung eines Jury-Präsidenten gewählt und zum Ende des Festivals verkündet. Jury-Präsidnet ist in diesem Jahr der britische Filmschauspieler Jeremy Irons.

Aktuelle Spielstätten des Wettbewerbs sind u. a. der Berlinale Palast am Potsdamer Platz sowie die Kinos CinemaxX, Kino International und das Haus der Berliner Festspiele.

Schwerpunkte sind das Arthouse-Kino und der Autorenfilm, alle Filme werden als Welt- oder Europa-Premiere gezeigt. Das Hauptprogramm bietet jährlich etwa 18 Spielfilme, zahlreiche weitere Produktionen bilden das Rahmenprogramm. Die 70. Berlinale in Berlin findet vom 20. Februar bis zum 1. März statt.


Die Berlinale und der Deutsche Filmpreis werden 70 – und feiern das Jubiläum mit einem besonderen Kinoabend: Gezeigt wird der Film »Gegen die Wand«, mit dem Regisseur Fatih Akin 2004 sowohl einen Goldenen Bären als auch fünf Deutsche Filmpreise gewann.

Insgesamt konkurrieren 18 Filme um den Goldenen und die Silbernen Bären, die die internationale Jury am 29. Februar verleiht. Als Präsident steht ihr in diesem Jahr der britische Schauspieler Jeremy Irons vor.

In diesem Jahr wartet das Festival mit der beachtlichen Zahl von drei deutschen Filmen in einem Wettbewerb von 18 Filmen. Die Berlinale gilt als politisches Filmfestival, das mit seinem Programm immer auch Statements setzen will.

Offizielle Webseite:

Berlinale - www.berlinale.de

Zum 70. Jubiläum der Berlinale

Jeremy Irons - Grosse Zitatenschatz

Montag, 20. Januar 2020

Federico Fellini 100. Geburtstag


Federico Fellini

Federico Fellini wurde vor 100 Jahren am 20. Januar 1920 als Sohn eines Handelsvertreters in Rimini geboren. Federico Fellini war ein bedeutender italienischer Filmregisseur des 20. Jahrhunderts. Fellini ist einer der größten und international erfolgreichsten Filmregisseure Italiens und gilt als eine Ikone des italienischen Films.

Als junger Mann, gleich nach dem Abitur, ging er nach Rom und arbeitete als Comiczeichner und Karikaturist.Nach dem Krieg begannen in Europa einige Regisseure einen eigenen, unverwechselbaren Stil zu prägen. Zu ihnen gehörte auch Federico Fellini aus Italien.

In den beiden Jahren 1953 und 1954 drehte der junge Regisseur den Film »La Strada - Das Lied der Straße«. Dieser Film ist eine Art poetisches Märchen über ein Mädchen, das von ihrer Familie an einen Jahrmarkt-Artisten verkauft wird und mit ihm in einem Motorradwohnwagen über die Lande zieht.

Dieser Film bescherte dem jungen Regisseur eine Reihe von nationalen und internationalen Nominierungen und Auszeichnungen, darunter den »Oscar für den besten ausländischen Film«, einen »Oscar für das beste Drehbuch« und für die beste Inszenierung, den »Silberne Löwen von Venedig« und viele weitere Preise.

Als 1958 der erkrankte Papst Pius XII starb - er soll derjenige sein, der ein wirkliches Nachtleben in Rom bisher verhinderte - brach in der Hauptstadt eine Art permanentes Fest, der Größen aus den Klatschspalten aus. Rund um die Nachtschwärmer entstand ein regelrechter Wettkampf der Paparazzi um die skandalösesten Fotos.

Bad im Trevi-Brunnen

Fellini schrieb sofort ein Drehbuch über einen dieser Klatschreporter, mit dessen Verfilmung er 1959 begann. Mit seinem Film »La dolce Vita« gelang Fellini 1959 ein Welterfolg. Dieser Film war zugleich die Verkörperung des italienischen Lebensgefühls der Nachkriegszeit.

Fellini 8 1/2

Marcello Mastroianni

In dem Film »Achteinhalb« (1963) warf Fellini einen Blick hinter die Kulissen des Filmgeschäfts. Dabei spielte Marcello Mastroianni Fellinis "Alter ego" - einen von Zweifeln über seinen entstehenden Film geplagten Regisseur. Er spielte einen Regisseur, der schließlich nicht mehr unterscheiden konnte, ob die Hilder, die er in Szenen umsetzte, nur in seiner Phantasie stattfanden.

Unter seiner Regie wurde der Schauspieler Marcello Mastroianni zum gefeierten Weltstar.

Zu seinen bekanntesten Filmen gehören »La Strada« (1953-54), »Die Nächte der Cabiria« (1956), »La dolce vita« (1959), »Boccaccio 70« (1961), »Achteinhalb« (1963).

Fellini verglich sich als Regisseur gerne als Zirkusdirektor in der Manege.

Als Fellini 1985 während der Fertigstellung des Filmes aus dem Krankenhaus entlassen wurde, erhielt der Regisseur den »Goldenen Löwen« in Venedig für Lebenswerk.

1990 drehte Fellini seinen letzten Film »Die Stimme des Mondes«. Sein fünfundzwanzigster und letzter Film »Die Stimme des Mondes«, den er im Alter von 70 Jahren inszenierte, handelt von dem Mondsüchtigen Salvini, der Nachts umher streicht, um geheimnisvollen Stimmen zu lauschen.

1993 erhielt er den Ehren-Oscar für sein 25 Filme umfassendes Lebenswerk.

Der Magier des italienischen Films Federico Fellini starb 31. Oktober 1993 in Rom.

Weblinks:

Federico Fellini-Biografie - Biografien-Portal - www.die-biografien.de

Federico Fellini-Zitate - Zitate-Portal - www.die-zitate.de

Literatur:

Federico Fellini. Herr der Träume 1920 - 1993.>
Federico Fellini. Herr der Träume.
Federico Fellini
Federico Fellini

Federico Fellini. Katalog
Federico Fellini.
Katalog


Donnerstag, 16. Januar 2020

»La Strada« von Federico Fellini

Federico Fellini

»Das Lied der Straße« (Originaltitel: »La Strada«) ist ein Melodram des Regisseurs Federico Fellini. Mit seinem vierten Film begründete er seinen internationalen Ruhm, machte seine Ehefrau Giulietta Masina bekannt und schuf den Begriff Zampano. Es ist Fellinis letzter Film im Genre des italienischen Neorealismus.

Der grobschlächtige Schausteller Zampano legt sich eine Begleiterin zu, die einfältige Gelsomina. Er nutzt sie aus und lässt sie irgendwann auf der Straße zurück. Seine Reue kommt zu spät.…

Der Gaukler Zampano führt ein armseliges Wanderleben. Eines Tages kauft er für 10.000 Lire die einfältige Gelsomina ihrer eigenen Mutter ab. Gelsomina muss nun für ihn kochen und waschen und den Pausen-Clown spielen, wenn er in Dörfern und Kleinstädten als Kettensprenger auftritt. Gelsominas schüchterne Versuche, ihm menschlich näher zu kommen, sind vergeblich.

In einem kleinen Zirkus begegnen die beiden dem Seiltänzer Il Matto, der auf Gelsomina einzugehen weiß. Als Zampano den ihm verhassten Artisten bei einer Schlägerei tötet, bekommt Gelsomina einen Schock. Ihr ständiges wehklagendes Geschrei ist Zampano nun lästig, sodass er sie bald sitzen lässt. Als er später von ihrem Tod erfährt, spürt er jedoch zum ersten Mal das Gefühl absoluter Einsamkeit.


Federico Fellini (1920-1993) beschäftigte sich jahrelang mit der Idee zu diesem Film um eine Frau und einen Mann, die gegensätzlicher nicht sein konnten, ehe er Produzenten für sein Projekt fand. Bei allem Realismus der Milieuschilderung gelang es Fellini, die Geschichte des verhärteten, menschlich verkümmerten Zampano und der naiv-gutmütigen Gelsomina zum Gleichnis für menschliche Not und Größe werden zu lassen.

Mit »La Strada«, der sich durchaus auch einer spirituellen Deutung öffnet, ging Fellini erstmals über das Terrain des Neorealismus und seiner Sozialkritik hinaus, auch wenn der Film sich unbedingt auf die Seite der Schwachen und Unterdrückten stellt. Dennoch wurde Fellini von einigen Kritikern die Abkehr vom reinen Neorealismus als Verrat vorgeworfen.

An der Seite von Anthony Quinn spielte Fellinis Frau Giulietta Masina als Gelsomina die Rolle ihres Lebens. »La Strada« wurde ein Welterfolg und mit Preisen überschüttet, unter anderem mit einem »Oscar« für den besten fremdsprachigen Film.

Weblinks:

Federico Fellini-Biografie - Biografien-Portal - www.die-biografien.de

Federico Fellini-Zitate - Zitate-Portal - www.die-zitate.de



Literatur:

Federico Fellini. Herr der Träume 1920 - 1993.
Federico Fellini. Herr der Träume.


Federico Fellini
Federico Fellini


Dienstag, 13. August 2019

Alfred Hitchcock 120. Geburtstag

Alfred Hitchcock


Alfred Hitchcock wurde am 13. August 1899 in London geboren. Alfred Hitchcock war ein bedeutender britischer Regisseur und Filmproduzent des 20. Jahrhunderts britischer Herkunft.

Hitchcock gilt als der Begründer des neuen Film-Genres des Horror-Thrillers. Der Großmeister des Grauens hat den furchteinflößenden Film auf die Leinwand gebracht. Er schockierte die Zuschauer oft mit seiner Regie-Kunst, die das Böse filmisch gekonnt enthüllte.

Obwohl er sich in seiner Karriere in verschiedenen Genres versuchte und die meisten seiner Filme mit Humor gewürzt sind, verbindet man mit seinem Namen hauptsächlich Mord, Spannung und Nervenkitzel. Das hat ihm den inoffiziellen Titel des "Meisters des Suspense" eingebracht.

In vielen seiner Filmen erzählte Hitchcock in immer neuen Varianten die Geschichte eines unbedarften Mannes, der in mörderische Intrigen verstrickt wird.

Seine Anfänge als Regisseur erlebte Alfred Hitchcock noch in der Stummfilmzeit Mitte der 20er Jahre. Er drehte in dieser Zeit drei Filme, die bei Kritik und Publikum sehr beliebt sind.

Mit dem Aufkommen des Tonfilms erkennt Hitchcock früh das Potential und die Möglichkeiten, die der Ton dem Film bietet. So setzt er in seinen ersten Tonfilmen schon Musik ein, obwohl ein nachträgliches Bearbeiten der Tonspur rein technisch nicht möglich ist.

Ab 1934 entstanden ein paar erfolgreiche und für das spätere Filmvokabular Hitchcocks wichtige Filme, wie »Der Mann, der zuviel wußte« oder »Die 39 Stufen«. Mit diesen Filmen machte sich Hitchcocks auch in Amerika einen Namen. Auf einer Reise in die USA 1938 unterzeichnet er bei David O. Selznick, dem Produzenten von »Vom Winde verweht«, einen Vertrag.

1939 wanderte er nach Amerika aus und ging nach Hollywood. Alfred Hitchcock wurde sehr schnell zu einem gefragten Regisseur. Er drehte mit vielen bekannten Hollywood-Stars, wie z.B. Cary Grant und Grace Kelly.

Regisseur Alfred Hitchcock

Obwohl Hitchcock noch acht Jahre bei David O. Selznick unter Vertrag war, drehten die beiden insgesamt nur drei Filme zusammen. Hitchcock wurde für große Summen an andere Produzenten ausgeliehen. So entsteht u. a. »Verdacht« (1941), der erste von vielen Filmen, die Hitchcock mit Cary Grant dreht, und »Im Schatten des Zweifels« (1943), sein erstes amerikanisches Meisterwerk, den er oft als seinen Lieblingsfilm bezeichnete.

Hitchcock verfilmte die beiden Romane »Rebecca« und »Die Vögel« von Daphne du Maurier erfolgreich.
Über die britische Schriftstellerin Daphne du Maurier sagte Hitchcock: "Sie erweitert die Wirklichkeit um jenen Bereich, der uns sonst nur in Träumen begegnet.".



1958 drehte Hitchcock »Vertigo – Aus dem Reich der Toten« (1958), einen sehr langsamen Film mit autobiografischen Parallelen.

Für viele Kritiker ist dies sein bestes Werk, für ein großes Publikum jedoch wenig attraktiv.
Der Film verschwindet für viele Jahre komplett von der Bildfläche. Erst in den 80er-Jahren wird er wiederentdeckt und restauriert.

»Vertigo« bildet den Anfang einer äußerst erfolgreichen Schaffensphase. Hitchcock war auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt und drehte drei inhaltlich sehr unterschiedliche Filme, die überdurchschnittlich erfolgreich und von außergewöhnlicher Qualität sind.

»Der unsichtbare Dritte« (1959) war die Summe und Krönung des klassischen Hitchcock-Themas, bei dem ein unschuldig Verurteilter um seine Reputation kämpfte.

Mit dem Thriller »Psycho« (1960) zollte Hitchcock den in Autokinos aufkommenden Horror-B-Movies Tribut und drehte einen ungewöhnlich brutalen, schwarz-weißen Low-Budget-Film, dessen „Duschszene“ zu seinen bekanntesten und meistanalysierten Szenen gehört.

»Psycho« handelt von einem pathologischen Mörder, der eine junge Angestellte in einem Motel ermordet.
Alfred Hitchcock

Mit »Die Vögel« (1963) schuf er schließlich ein apokalyptisches, pessimistisches, eher abstraktes Werk.

Hitchcocks Filme basieren zum Teil auf Kurzgeschichten, Romanen und Entwürfen von namhaften Autoren.

Zu seinen bekanntesten Filmen gehören »Die Vögel«, »Fenster zum Hof«, »Über den Dächern von Nizza«.

In einigen seiner Filme spielte er oft in einer kleinen Nebenrolle mit.

Der Perfektionist Hitchcock drehte meist mit schon bekannten Hollywood-Stars wie Cary Grant, Kim Novak, Tippi Hedren u.a.

Er hatte dabei die unangenehme Neigung, seine Schauspieler während der Dauer der Filmarbeiten zu kontrollieren.

Alfred Hitchcock

Mit einem Gesamtwerk von über 50 Spielfilmen, einer TV-Serie, die seinen Namen trug, und seinem Talent zur Selbstvermarktung hat es Hitchcock zu großem internationalem Ruhm gebracht.

Am 20. April 1955 nahm Hitchcock die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an.

Literatur:

Alfred Hitchcock Bildband
Alfred Hitchcock Bildband


Alfred Hitchcock starb am 29. April 1980 in Los Angeles.