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Sonntag, 22. März 2026

Vor 10 Jahren: Frankfurter Goethe-Museum erwirbt Eichendorff-Nachlass

Joseph von Eichendorff


Das Goethe-Museum hat vor 10 Jahren einen bedeutenden Teilnachlass Joseph von Eichendorffs erworben. Dieser gilt als sensationeller Schatzfund. Eichendorff streckte beim Dichten seine Flügel aus, nun kommen seine Schriften abenteuerlich wieder nach Haus.

Seit 1945 galt die Sammlung als verschollen - über abenteuerliche Umwege kommt der sogenannte "Wiesbadener Nachlass" des romatischen Dichters Joseph von Eichendorff (1788-1857) nun nach Frankfurt. Das Freie Deutsche Hochstift, das das Goethe-Museum betreibt und gerade ein Romantik-Museum aufbaut, hat die wiederaufgetauchte Autographensammlung gekauft. Es handelt sich um 218 handschriftliche Doppel- und 100 Einzelblätter. Das "Freie Deutsche Hochstift" in Frankfurt am Main besitzt die größte Sammlung an Eichendorff-Manuskripten.

Im Großen Hirschgraben, der Frankfurter Adresse vom Goethe-Haus und Freiem Deutschem Hochstift, klafft eine große Baulücke. Hier entsteht das Deutsche Romantikmuseum. Man bringt die deutsche Romantik zwar eher mit Städten wie Heidelberg, Jena, Dresden oder auch Berlin in Verbindung.

Doch was die literarische Romantik angeht, finden sich die größten Schätze in Frankfurt am Main. Mit der von der Kulturstiftung der Länder und der Thyssen-Stiftung unterstützten Neuerwerbung hat Frankfurt seinen Anspruch, ein Zentrum der Romantikforschung zu sein, wieder einmal unterstrichen.

Dass man sich mit Eichendorff den Wonnen der Philologie hingeben kann, ist die Folge einer ganzen Reihe von Zu- und Glücksfällen, von denen der Kauf der "Steinsdorffschen Sammlung" der vorerst letzte ist.

Eichendorffs Nachlass ging nämlich am Ende des Zweiten Weltkrieges zu einem großen Teil verloren und tauchte erst Jahrzehnte später in Teilen wieder auf. Die Provenienz-Forschung wird im Falle Eichendorff zum Krimi, dessen Windungen und Verästelungen kaum zu überschauen sind.

Carl von Eichendorff vermachte kurz vor seinem Tod 1935 die Papiere des Großvaters der "Deutschen Eichendorff-Stiftung", die im Sterbehaus des Dichters im oberschlesischen Neisse ein Museum einrichtete. Dort wurden die Handschriften in drei Eichentruhen verwahrt, die man beim Heranrücken der sowjetischen Truppen 1944 in ein kleines Dorf im Altvatergebirge schaffte, das heute in Tschechien liegt.

Nach Kriegsende verstreute sich ihr Inhalt in alle Winde. Eichendorffs Nachlass galt als größtenteils unrettbar verloren. Nach und nach tauchte aber manches wieder auf, so das Jugendtagebuch 1955 in einem Prager Antiquariat. Die Regierung der ČSSR schenkte es dem Goethe- und-Schiller-Archiv in Weimar. 1971 wurde bekannt, dass ein umfangreiches Konvolut von Eichendorff-Manuskripten im Bezirksarchiv von Sumperk (Mährisch-Schönberg) entdeckt worden sei.

Weblink:

300 Eichendorff-Handschriften nach Frankfurt - 3 Sat Kulturzeit

So lange und mühselig suchte er das Zauberwort - www.welt.de/kultur

Sonntag, 1. März 2026

Oskar Kokoschka 140. Geburtstag

Oskar Kokoschka


Oskar Kokoschka wurde am 1. März 1886 in Pöchlarn in Niederösterreich als Sohn eines Goldschiedes geboren. Durch seinen Vater, einen Goldschmied, der aus einer alten Künstlerfamilie stammte, fand er schon früh einen Zugang zur Kunst.


Oskar Kokoschka war ein bedeutender österreichischer Maler, Grafiker und Dichter des 20. Jahrhunderts.

Er war ein bedeutender Vertreter der Wiener Moderne, ein Humanist und zudem ein Kritiker politischer wie gesellschaftlicher Missstände.


Oskar Kokoschka war Maler, hat aber auch Dramen geschrieben und Bühnenbilder und Kostüme entworfen. Der Architekt Adolf Loos hat ihn gefördert, die Liaison mit Alma Mahler hat ihn berühmt gemacht.

Gefördert von Mentoren wie Karl Kraus, Alfred Loos und Gustav Klimt eroberte er Anfang des 20. Jahrhunderts die Wiener Kunstszene und fand schnell zu seinem eigenen Stil.


Oskar Kokoschka

Er war einer der bedeutendsten Vertreter des Expressionismus, den er bis in die 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts auslebte. Oskar Kokoschka war der wildeste Maler seiner Generation und galt als "Oberwildling".


Oskar Kokoschka war ein bedeutender Vertreter des Expressionismus. Er malte wilde, expressionistische Bilder.


1917 siedelte er nach Dresden über. Von 1919 bis 1926 hatte er eine Professur an der Kunstakademie in Dresden inne, von der er bereits 1924 freigestellt wurde.


Nach seinem plötzlichen Ausscheiden aus der Akademie unternahm der Maler ausgedehnte Reisen
durch Europa, Nordafrika und Gebiete um das östliche Mittelmeer, die ihn zu zahlreichen
Städteporträts und Landschaftsbildern inspirierten.


Ab 1933 beabsichtigte er, fest in Wien zu leben, doch nach dem Tod seiner Mutter (1934)
sah er sich durch die politischen Ereignisse in Deutschland und Österreich gezwungen,
im selben Jahr nach Prag zu flüchten, wo er auch seine spätere Frau Olda Palkovská kennenlernte.


Die Nationalsozialisten konnten mit dem Expressionismus als Kunstrichtung udn seiner wilden Malerei nichts anfangen und diffamierten Kokoschka als "Entartetster unter den Entarteten", der Maler galt als Hitlers "Kunstfeind Nummer 1".


Seine Kunst wurde von den Nationalsozialisten als "entartet" eingestuft und verboten.
Während der Nazi-Zeit ging er ins Exil, womit auch die Wanderschaft des Weltbürgers Kokoschka begann.
Nach dem Krieg wurde er Kunstprofessor in Dresden.


Nach der Verkündung der Mobilmachung in der Tschechoslowakei im Mai 1938 flüchtete Oskar Kokoschka erneut, nach Großbritannien, da seine Werke von den Nationalsozialisten als entartete Kunst diffamiert und aus den Museen entfernt wurden.


Die Bilder des Expressionisten waren der pathetische Ausdruck, seine impulsiven Gefühle zum Ausdruck zu bringen.Seine kraftvollen Bilder besitzen mitunter eine rauschhafte Farbigkeit.


Kokoschka war ein Ästhet und Wegbereiter der Moderne. Die Bilder des Expressionisten waren der pathetische Ausdruck, seine impulsiven Gefühle zum Ausdruck zu bringen.
Kokoschkas Bilder waren geprägt durch den leidenschaftlichen Drang, den Dingen in kraftstrotzenden Farben eine Gestalt zu geben. Sie besitzen mitunter eine rauschhafte Farbigkeit.


Kraftvolle dynamische Bilder waren sein Markenzeichen, kontroverse Bühnenstücke seine Leidenschaft.
Nichts hielt ihn davon ab, politische wie gesellschaftliche Missstände zu kritisieren.


Er schuf neben Portraits und Landschaften zahlreiche Städtebilder von Hamburg, Dresden, Berlin, Salzburg und verfasste mehrere expressionistische Dramen.


Kokoschka entwickelte im Alter einen freundlich-impressionistischen Stil.


Nach vielen Wanderjahren fand der Maler eine neue Heimat am Genfer See.


Oskar Kokoschka starb am 22. Februar 1980 in Montreux, Schweiz.



Weblinks:


Oskar Kokoschka-Biografie - Biografien-Portal www.die-biografien.de


Oskar Kokoschka-Zitate - Zitate-Portal www.die-zitate.de