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Samstag, 28. Mai 2022

Konzerthaus am Gendarmenmarkt feiert 200. Geburtstag

Konzerthaus am Gendarmenmarkt

Konzerthaus am Gendarmenmarkt feiert seinen 200. Geburtstag. Als das Schauspielhaus am Berliner Gendarmenmarkt im Jahre 1821 im revolutionären Neubau Schinkels eröffnet wurde, da stand es symbolisch für das hellste Jahrzehnt, das Preußen je erlebte.

Das Schauspielhaus gilt als eines der schönsten Werke des preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel. In den letzten Kriegstagen 1945 wurde es vollständig zerstört und blieb als Ruine blieb mitten in Berlin stehen. Erst 1979 begann der Wiederaufbau und Umbau vom ursprünglichen Schauspielhaus zum heutigen Konzerthaus.


Das Schauspielhaus hat Geschichte geschrieben. Für die Erfolgsserie von E.T.A. Hoffmanns Oper "Undine", die nach der Premiere noch 13 gefeierte Vorstellungen am Schauspielhaus erlebte, bedeutete der verheerenden Brand das Aus, nicht aber für das Theater am Gendarmenmarkt.

König Friedrich Wilhelm III. ließ das Gebäude umgehend neu errichten. Vom berühmtesten deutschen Baumeister der Zeit: Karl Friedrich Schinkel. Die Bedingung war, dass die Fundamente, die Grundmauern und die Säulen des Portikus vor dem Haupteingang aus Kostengründen wiederverwendet werden sollten.

Die umjubelte "Freischütz"-Premiere schrieb Geschichte. Die deutsche Nationaloper war geboren. Es war das glanzvollste musikalische Ereignis im Schauspielhaus. Aber keineswegs das einzige.

Bei der März-Revolution 1848 lag der Gendarmenmarkt mit dem Schauspielhaus im Zentrum der Barrikadenkämpfe. Der Theaterbetrieb wurde unterbrochen. Vor der großen Freitreppe fand am 22. März die Trauerfeier für die Gefallenen statt.

70 Jahre später nach der November-Revolution von 1918 und dem Ende der Monarchie und dem Beginn der Weimarer Republik wurde aus dem Königlichen das Staatliche Schauspielhaus. Und noch einmal gut 70 Jahre später fand eine friedliche Revolution im Schauspielhaus ihren Abschluss.

42. Oberammergauer Passionsspiele 2022

Oberammergauer Passionsspiele
Die alle zehn Jahre stattfindenden Oberammergauer Passionsspiele gelten als eines der wichtigsten religiösen und kulturellen Ereignisse in Deutschland. Die Passionsspiele 2022 in Oberammergau finden in ihrer 42. Auflage vom 14. Mai bis 2. Oktober 2022 statt. Für diesjährigere Passionsspielzeit sind 102 Vorstellungen geplant.



Christian Stückl, der Passionsspielleiter von 1990, 2000 und 2010 ist auch der Passionsspielleiter für die Passionsspiele 2020. Christian Stückl wurde am 15. Juni 2015 vom Gemeinderat in Oberammergau zum Leiter der Passionsspiele 2020 gewählt und damit die Kontinuität in der Leitung sichergestellt.

Für die Musik und das Bühnenbild setzt die Gemeinde Oberammergau ebenfalls auf bewährte Kräfte. Markus Zwink und Stefan Hageneier werden diese Bereiche verantworten. Neu im Team ist Abdullah Kenan Karaca, der als 2. Spielleiter fungieren wird.

Oberspielleiter Christian Stückl setzt auf Vergegenwärtigung und präsentiert Christus als Charismatiker mit pazifistischen Idealen – in einer dystopischen Welt, in der nicht mal die Auferstehung gewiss ist. Eine Passion auf der Höhe der Zeit.



Stückl zeigt Jesus als Vorkämpfer für soziale Gerechtigkeit, der die Armen seligpreist und den Hohepriestern mit geradezu heiligem Zorn die Leviten liest, ob deren bigotter Gleichgültigkeit gegenüber den prekären Umständen, in denen das einfache Volk lebt. Die heute viel zitierte Schere zwischen Arm und Reich: Auch bei Jesus ist sie bereits ein Thema.

Mittwoch, 25. Mai 2022

Johann Nepomuk Nestroy 160. Todestag

Johann Nepomuk Nestroy

Johann Nepomuk Nestroy starb vor 160 Jahren am 25. Mai 1862 in Graz. Johann Nepomuk Nestroy war ein volkstümlicher österreichischer Schriftsteller, Schauspieler und Bühnendichter des 19. Jahrhunderts. Als Schauspieler, Sänger, Stückeschreiber, Possendichter wurde Nestroy zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der österreichischen Bühne.

Im Jahr 1816 schloß Nestroy das Gymnasialstudium ab und bezog 1817 die Wiener Universität. Er studierte zunächst Jura in Wien, ehe er sich der darstellenden Kunst zuwendete. Immatrikulierte im Jahr 1820 an der juridischen Fakultät. Nebenbei arbeitete er als Sänger.

Von 1819 bis 1822 war Nestroy Stammsänger der Gesellschaft für Musikfreunde in Wien. 1820 lernte Nestroy auch Sprechrollen, manches speziell aus dem Bereich des volkstümlichen Theaters, kennen. Die sängerischen Ambitionen Nestroys traten trotzdem in den Vordergrund.

Johann Nepomuk Nestroy

Nestroy schrieb als Bühnendichter volkstümliche Schauspiele, Komödien, Possen und Zauberstücke. Zu seinen bekanntesten Werken gehören »Der böse Geist Lumpazivaganbundus« (1835), »Einen Jux will er sich machen« (1844) und »Der Zerissene« (1845).

Johann Nepomuk Nestroy war zudem auch Schauspieler und spielte seine eigenen Rollen meisterhaft.

Johann Nepomuk Nestroy wurde am 7. Dezember 1801 in Wien geboren.

Sonntag, 22. Mai 2022

150 Jahre Grundsteinlegung Bayreuther Festspielhaus

Wagner-Festspielhaus Bayreuth 1995

Am 22. Mai 1872 legte Wagner den Grundstein zu seinem persönlichen Walhall: Dem Festspielhaus in Bayreuth. Die Idee eines Festspiels hatte Wagner schon 20 Jahre früher gehabt. Er konzipierte gerade den sogenannten "Ring des Nibelungen", das sind die Opern "Rheingold", "Siegfried", "Walküre".

Das Festspielhaus auf dem Grünen Hügel ist die Spielstätte der Bayreuther Festspiele. Die Bayreuther Festspiele oder Richard-Wagner-Festspiele sind ein Musiktheaterfestival, das den zehn letzten Opern Richard Wagners (1813–1883) gewidmet ist. Als erster Komponist gründete er Festspiele in dem von ihm geplanten Bayreuther Festspielhaus.

Das Festival findet seit 1876 mit Unterbrechungen, seit 1951 alljährlich statt, im eigens dafür vom Komponisten gemeinsam mit dem Architekten Otto Brückwald (1841–1917) geschaffenen Festspielhaus auf dem Grünen Hügel in Bayreuth. Die Festspiele dauern in der Regel vom 25. Juli bis 28. August.

Weblinks:

Bayreuther Festspiele - Wikipedia.org

Bayreuther Festspiele 2013 - www.dw.de

Literatur:

Richard Wagner Biographie
Richard Wagner: Biographie
von Walter Hansen

Samstag, 21. Mai 2022

9-Euro-Ticket gilt auch auf Strecken der Harzer Schmalspurbahnen

 Harzer Schmalspurbahnen

Mit dem 9-Euro-Ticket werden Bahnfahrten durch den Harz deutlich günstiger. Für die Strecke von Quedlinburg nach Harzgerode kann man 18 Euro sparen. Das Verkehrsministerium hat bestätigt, dass das vergünstigte Ticket auch auf Strecken der Harzer Schmalspurbahnen gilt. Allerdings nicht auf allen.

Das 9-Euro-Ticket wird auch auf Strecken der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) gültig sein, hat das Verkehrsministerium mitgeteilt. Ausnahme sei jedoch die Strecke zwischen Drei Annen Hohne und dem Brocken-Gipfel.

Mit dem 9-Euro-Ticket werden die Bahnfahrten quer durch den Harz zum Schnäppchen. Der Preis für eine Hin- und Rückfahrt von Wernigerode nach Nordhausen beträgt laut HSB normalerweise 39 Euro. Das Ticket von Quedlinburg nach Harzgerode kostet regulär 27 Euro.

Das 9-Euro-Ticket soll ab 1. Juni gelten. Mit dem Ticket können Fahrgäste für neun Euro monatlich drei Monate lang bundesweit im öffentlichen Nahverkehr umherfahren. Es gilt in allen Städten und über alle Verbund-Grenzen hinweg. Die Fahrkarten können auch bei anderen Verkehrsunternehmen gekauft werden. Der Verkauf startet nach Angaben der Deutschen Bahn am 23. Mai.

Baikalsee - das Sibirische Meer

Vom Baikalsee zu den Goldenen Bergen des AltaiBaikalsee, Russland | Franks Travelbox

Der Baikalsee ist ein uralter, riesiger See in Sibirien, einer bergigen Region in Russland nördlich der mongolischen Grenze. Er gilt als der tiefste See der Welt und

Der See ist mit 1.642 Metern der tiefste und mit mehr als 25 Millionen Jahren der älteste Süßwassersee der Erde. Sein Abfluss, die Angara, fließt über den Jenissei in die Karasee des Polarmeeres. 1996 wurde die Baikal-Region von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.

Der Baikalsee ist mystisch und , aber auch schroff ein archaischer See aus Urzeiten. Der Baikalsee ist ein uralter, riesiger See in Sibirien, einer bergigen Region in Russland nördlich der mongolischen Grenze. Er gilt als der tiefste See der Welt und ist von einem Netz aus Wanderwegen umgeben, die Great Baikal Trail genannt werden.

Innerhalb des Baikalsees befinden sich 22 größere Inseln und an seinem Ufer zahlreiche Eilande und aus dem Wasser ragende Felsen. Seine größte Insel ist Olchon (Ol'chon; nahe dem Westufer; 730 km² groß und 72 km lang), deren Berge bis 1276 m hoch sind (821 m über dem Spiegel des Sees). Die größte Halbinsel des Sees ist Swjatoi Nos am Ostufer.

Der Baikalsee ist von einem Netz aus Wanderwegen umgeben, die »Great Baikal Trail« genannt werden. 

Weblinks:

www.der-baikalsee.de

Baikalsee - Sibiriens See der Superlative - www.geo.de/reisen

Freitag, 20. Mai 2022

Bernardo Bellotto 300. Geburtstag

Bernardo Bellotto Portrait Bernardo Bellotto

Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, wurde am 20. Mai 1722 - nach anderen Quellen am 30. Januar 1721 - in Venedig als Sohn des Gutsverwalters Lorenzo Antonio und Fiorenza Domenica geb. Canal als viertes von fünf Kindern geboren.

Bernardo Bellotto war ein venezianischer Maler. Er ist für seine realistischen Veduten europäischer Städte, neben italienischen Städten vor allem Dresden, Wien und Warschau, bekannt. Der venezianische Maler Canaletto ist der unbestrittene Hauptmeister der Vedutenmalerei. Seine Ansichten europäischer Städte erlangten schon im 18. Jahrhundert Berühmtheit.

Im Frühjahr 1742 begab sich der jung vermählte Bellotto alleine über Florenz, Lucca und Livorno nach Rom, wo er erst im Frühsommer ankam. Auf dieser Reise hatte Bellotto erstmals die Gelegenheit, die Welt mit eigenen Augen – ohne den Einfluss seines Onkels – zu betrachten und zu zeichnen. In Florenz entstanden drei Bildpaare, in Lucca nur eine von vermutlich fünf geplanten Ansichten der Stadt.

In Rom fertigte er im Laufe von kaum zwei Monaten Dutzende von Zeichnungen an, die er erst Ende 1742 und 1743 zu 16 Ansichten von Rom verarbeitete. Mit diesen Ansichten war Bellotto endgültig aus dem Schatten seines Onkels herausgetreten und hatte sich von dessen Einfluss befreit.

Im April 1747 fuhr Bellotto nach Dresden, um dort die Bedingungen seiner Anstellung am kurfürstlichen Hof auszuhandeln. Er kehrte noch einmal kurz nach Venedig zurück und verließ zusammen mit seiner Frau, dem fünfjährigen Sohn Lorenzo und einem Diener seine Heimatstadt im Juli 1747 für immer.

Dresden


Dresden, wo sich der 25-jährige Maler 1747 niederließ, war damals nicht nur die Hauptstadt des Kurfürstentums Sachsen, sondern in Person des Kurfürsten Friedrich August II. auch Residenz des polnischen Königs (als August III.). Der Kurfürst und König war ein außergewöhnlicher Kunstkenner, der insbesondere eine Vorliebe für zeitgenössische venezianische Malerei pflegte und dabei von seinem Ersten Minister, Graf Heinrich von Brühl, maßgeblich unterstützt wurde.

In dieser ersten Dresdner Zeit (1747–1758) perfektionierte Bellotto die Kenntnisse, die er in seiner Ausbildungszeit und während seiner Reisen durch Italien erworben hatte. Er ergänzte sie durch das Studium der holländischen Kunst in der kurfürstlichen Sammlung und wandte sein gewachsenes Können in der Anfertigung mehrerer Vedutenzyklen in königlichem Auftrag an. Ein Hauptzyklus von 14 Dresdner Ansichten, der sich noch in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden befindet, entstand bis 1754.

Bernardo Bellotto starb am 17. Oktober 1780 in Warschau.

Mittwoch, 18. Mai 2022

75. Filmfestspiele in Cannes gestartet

75. Filmfestspiele in Cannes gestartet

Dienstagnacht sind die 75. Internationalen Filmfestspiele in Cannes gestartet. Cannes hat sich für das Jubiläumsfestival herausgeputzt, das Meer glänzt und die Festivalfahnen wehen. Es ist ein Jubiläum in Umbruchzeiten, auf die das Festival konservativ und mit Treue reagiert

Das Festival in Cannes eröffnet hat am Dienstagabend offiziell seine 75. Ausgabe mit dem französischen Film "Coupez!", der international "Final Cut" heißen wird. Bis vor wenigen Wochen hieß das Remake eines japanischen "Zombie"-Films noch "Z". Aber der Buchstabe ist mittlerweile medial verbrannt, weil er zum russischen Unterstützersymbol für den Angriffskrieg auf die Ukraine geworden ist. 

Die Fortsetzung von "Top Gun" nach über 35 Jahren hat in Cannes jetzt zumindest Europapremiere und ist außerhalb des Wettbewerbs, bringt aber Tom Cruise (59) nach Cannes. Tom Hanks ist in einer "Elvis"-Verfilmung von Baz Luhrmann zu sehen, der vor über 20 Jahren schon einmal das ganze Festival elektrisierte mit dem Eröffnungsfilm "Moulin Rouge", wozu am alten Hafen ein ganzes Illusions-Montmartre aufgebaut war und dort eine Dauerparty stattfand. So einen PR-Aufwand betreiben die Major-Studios heute nicht mehr. Zu unsicher sind die Erwartungen an die Kinokassen in Zeiten von Streaming-Konkurrenz und sinkendem Kinoumsatz.

Cannes gilt auch als besonders treues Festival, das einmal eingeladene Regisseure mit ihren neuen Werken immer wieder einlädt. So ist auch David Cronenberg wieder im Wettbewerb dabei - mittlerweile 79 Jahre. Und er hat - wenn auch nicht Heulen und Zähneklappern, so doch Türenschlagen angekündigt, weil er mit "Crimes of the Future" an seine Horrorfilmperiode anknüpfen will - mit so genanntem "Body Horror", also den Veränderungen am menschlichen Körper, was Viggo Mortensen erfahren und auch Mitspielerinnen Léa Seydoux und Kristen Stewart betreffen wird. Im Wettbewerb sind auch der in seiner Heimat drangsalierte Russe Kirill Serebrennikow, der Japaner Hirokazu Kore-Eda, die alten, sozialkritischen Belgier Jean-Pierre et Luc Dardenne.

Das Festival du Cannes lebt davon, dass hier gleichzeitig der größte Filmmarkt der Welt stattfindet, so dass manche spöttisch meinen, der Wettbewerb um die Goldene Palme sei nur das künstlerische Feigenblatt einer wahnsinnigen Kommerzveranstaltung. Aber es gibt zwei weitere Säulen: die Stars eben und die Journalistendichte, die nirgendwo im Jahr so hoch ist wie hier, was sich auch gegenseitig bedingt. Cannes hat immerhin 75.000 Einwohner, zu denen in Festivalzeiten wieder 5.000 akkreditierte Journalisten erwartet werden und noch einmal 30.000 weitere Teilnehmer aus der Filmbranche.

2020 war das größte Filmfestival der Welt coronabedingt azusgefallen, im vergangenen Jahr ging man vorsichtshalber unter größten Hygienemaßnahmen in den Juli und feierte das Comeback des Kinos. Und in diesem Jahr soll alles fast so wie immer sein. Immerhin waren 2.200 Filme eingereicht worden - so viele wie noch nie.

Donnerstag, 12. Mai 2022

»Die Moldau« von Bedrich Smetana - Symphonie eines Flusses


Von Bedrich (Friedrich) Smetana stammt die Sinfonie »Die Moldau«, welche in einer kunstvoll vertonten Klangmelodie dem Lauf der Moldau von der Quelle bis zur Mündung verfolgt. Smetana ist es gelungen, den Lauf der Moldau in einer kunstvoll vertonten Klangmelodie von der Quelle bis zur Mündung zu vertonen. Mit seiner großen Fluss-Symphonie »Die Moldau« hat der tschechische Komponist Friedrich Smetana dem großen Fluss seiner Heimat ein musikalisches Denkmal gesetzt, das man überall auf der Welt kennt. Zudem hat der Komponist tschechische Nationalmusik komponiert.


Ein weltbekanntes musikalisches Denkmal hat Friedrich Smetana (1824-1884) diesem Fluss gesetzt. Er komponierte 1874 die romantische Sinfonie »Die Moldau«, die 1875 uraufgeführt und später zu einem Teil des sechsteiligen Zyklus’ »Mein Vaterland« wurde. Mit diesem einzigariogen Klangwerk, in dem er den Lauf der Moldau von den Höhen des Böhmerwaldes bis zur Mündung bei Melnik musikalisch nachzeichnete und in Tonkunst verwandelte, hat er die sinfonische Kunst zur Vollendung gebracht.

Der tschechische Komponist schenkte dem Musikfreund ein besonderes Klangerlebnis, welches dem Zuhörer den Gemuß verleiht, dem Lauf der Moldau symphonisch zu folgen. Beim Zuhören glaubt man, sich direkt an der vom kleinen Bächlein zum großen Strom anwachsenden Moldau zu befinden und die Landschaften vor sich zu sehen


Smetana selbst hat sein Werk so beschrieben:


In den Jahren 1818 bis 1821 von Karl Friedrich Schinkel erbaut, gehört es zu den Hauptwerken des deutschen Klassizismus. Im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt, wurde es von 1976 bis 1984 außen originalgetreu und innen in historisierender Form als Konzerthaus wiederhergestellt.



„Die Komposition schildert
den Lauf der Moldau, angefangen bei den
beiden kleinen Quellen, der Kalten und
der Warmen Moldau, über die Vereinigung
der beiden Bächlein zu einem Fluss,
den Lauf der Moldau durch Wälder und
Fluren, durch Landschaften, wo gerade
eine Bauernhochzeit gefeiert wird und
wo beim nächtlichen Mondschein die
Nymphen ihren Reigen tanzen. Auf
den nahen Felsen ragen stolze Burgen,
Schlösser und Ruinen empor. Die Moldau
wirbelt in Stromschnellen; fließt im
breiten Zug weiter gegen Prag, und in
majestätischem Lauf entschwindet sie in
der Ferne schließlich in der Elbe.“


Man lauscht der Quelle eine Weile. Plötzlich hört man sie flötengleich springen, heiter glucksen und gurgeln wie eine Klarinette, munter sprudeln, kurz und schnell, wie an der Harfe gezupft. Die Moldau-Melodie von Bedřich Smetana ist im Ohr. Dem tschechischen Tonkünstler verdankt die Nation ihre heimliche Hymne, die das Land, seine Bräuche und den Strom in Noten beschreibt. Kaum ein anderer hat das Plätschern, Perlen und Fließen von Wasser akustisch treffender umgesetzt.

Auf einer weiteren Ebene jedoch beinhaltet das symphonische Stück auch einen eminent politischen Gehalt, denn die angespielten Themen und musikalischen Bilder stehen stellvertretend für das tschechische Volk, dem Smetana mit seiner Komposition ein dauerhaftes Denkmal setzte.

»Die Moldau« ist der zweite Teil eines siebenteiligen Zyklus, den Smetana »Má Vlast« (»Mein Vaterland«) taufte. Noch heute wird »Die Moldau« jedes Jahr zu Beginn des Frühlingsfestes am Todestag des Komponisten, dem 12. Mai, gespielt. An Smetanas Todestag am 12. Mai wird jedes Jahr das internationale Musikfest »Prager Frühling« eröffnet. Traditionell wird dabei der Zyklus symphonischer Dichtungen »Mein Vaterland« aufgeführt.

In dieser Zeit verläuft in Böhmen und Mähren die Periode der sogenannten Nationalen Wiedergeburt. Im Geiste der Romantik gibt Smetana mit seinem sinfonischen Zyklus »Mein Vaterland« dem keimenden Nationalgefühl der Tschechen im 19. Jahrhundert einen musikalischen Ausdruck. Dabei setzt er Naturbilder seiner Heimat in Töne, beschreibt die Prager Königsburg Vyšehrad, den Fluss Moldau, die Amazonenkönigin Šárka, die Hussitenstadt Tábor oder den Wallfahrtsberg Blaník. »Die Moldau« als populärster Teil des Zyklus ist mittlerweile fast zu einer „Ersatz-Nationalhymne“ geworden.

»Die Moldau«, die mit Abstand bekannteste sinfonische Dichtung aus dem Zyklus »Má vlast«, reiht rondoartig mehrere Episoden aneinander, deren Geschehnisse exakt durch Überschriften in der Partitur bezeichnet sind. So symbolisieren die Sechzehntelketten der Flöten und Klarinetten ganz zu Beginn »Die Quellen der Moldau«, die auch die folgende, von den Hörnern dominierte »Waldjagd« begleiten. Ebenfalls an den Ufern des Flusses wird eine »Bauernhochzeit« gefeiert, mit ihrem zündenden Polka-Rhythmus wohl die – neben der Ouvertüre zur Verkauften Braut – fesselndste Apotheose böhmischer Volksmusik aus Smetanas Feder. Ihr folgt ein geheimnisvoll glänzender »Nymphenreigen im Mondschein«, der wieder in das Moldau-Thema mündet.

Moldau-Symphonie:

Die Moldau
Die Moldau
von Friedrich Smetana

Die Moldau mit CD: Eine Geschichte zur Musik von Friedrich Smetana
Die Moldau mit CD: Eine Geschichte zur Musik von Friedrich Smetana

von Marko Simsa und Doris Eisenburger

Montag, 2. Mai 2022

Friedrich von Hardenberg 250. Geburtstag

Novalis


Am 2. Mai jährt sich der Geburtstag des Dichters Novalis zum 250. Mal. Novalis wurde vor 250 Jahren am 2. Mai 1772 geboren. Novalis - eigentlich Georg Philipp Friedrich von Hardenberg - war ein berühmter Dichter des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Novalis gilt als einer der wichtigsten deutschen Frühromantiker.

Novalis von einem unerschütterlichen Glauben an die eigene Mission angetrieben, die Welt zu Romantisieren.


Novalis wurde.
Novalis begeisterte sich schon früh für alles Schöngeistige, insbesondere die Dichtung, wovon seine vielen Jugendgedichte (Jugendwerk 1788-1791) ein lebendiges Zeugnis ablegen.

Novalis hatte viele Talente: er war Jurist, Bergwerksdirektor und Philosoph. Bekannt wurde er als ein bedeutender Dichter der Frühromantik.

Dieser schon mit 28 Jahren verstorbene Genius des wahren Mitteleuropas war der Prophet eines magischen Idealismus. Novalis wurde aber auch der Verkünder eines allertiefsten Christentums – eines von jeglicher konfessionellen Gebundenheit freien Geist-Christentums. Magischer Idealismus ist zugleich tiefste Religion – Menschheits-Liebe, Erden-Verwandlung, Gottes-Erkenntnis.

Novalis war neben den Schlegel-Brüdern und Ludwig Tieck ein führender Vertreter der Romantik. Die romantische Bewegung begann im ausgehenden 18. Jahrhundert und reifte parallel mit der Aufklärung, dem Nützlichkeitsstreben und der beginnenden Industrialisierung.

Novalis war angetrieben von einem unerschütterlichen Glauben an die eigene Mission, der Romantisierung der Welt.

Seine poetischen und philosophischen Gedichte übten einen starken Einfluss auf die Romantik aus. Während seines Jura-Studiums in Jena, Leipzig und Wittenberg lernte er Friedrich Schiller und Friedrich von Schlegel kennen und befasste sich mit den philosophischen Ideen von Kant und Fichte. Anschließend übernahm er eine Stelle im Salinenwerk in Weissenfels.

Novalis

In den Werken von Novalis spiegelt sich die romantische Sehnsucht nach dem Ursprünglichen, dem Phantastischen, dem Ahnungsvollen, nach der Kindheit, nach der Philosophie und Religion wieder.

Zu seinen bekanntesten Werken gehören der Roman »Heinrich von Ofterdingen«, »Hymnen an die Nacht« und seine Fragmente »Blüthenstaub« und »Die Lehrlinge zu Sais«.

Sein bedeutendstes Werk ist der unvollendete Roman »Heinrich von Ofterdingen« (1802) mit dem Symbol der Blauen Blume. Charakteristisch für seine von der Mystik beeinflussten Dichtkunst sind vor allem die »Hymnen an die Nacht« (1800).

Novalis


Novalis-Blog
In dem Roman »Heinrich von Ofterdingen« schickt er seinen Helden auf eine lange Reise in exotische Länder. immer auf der Suche nach der geheimnisvollen blauen Blume, ein zentrales Symbol der Romantik. Sie steht für Sehnsucht und Liebe und für das metaphysische Streben nach dem Unendlichen. Die "blaue Blume" symbolisiert die romantische Sehnsucht nach dem Ursprünglichen, dem Phantastischen, dem Ahnungsvollen, nach der Kindheit, nach der Philosophie und Religion und dem Unendlichen.

Für die Veröffentlichung der Fragmentsammlung »Blüthenstaub« in der von den Schlegel-Brüdern herausgegebenen Literaturzeitschrift »Äthenäum« wählte er erstmal das Pseudonym »Novalis«. Novalis war ein Pseudonym, das nicht in erster Linie einen Gegensatz in der Persönlichkeit betont, sondern zunächst sicherlich auch und vor allem als Schutz gedacht war, dem 'ehrbaren Beamten von Hardenberg' nicht den nötigen Respekt zu verweigern, denn diese 'zivile' Existenz war keine Last, sondern durchaus auch Lust für von Hardenberg.

Eine Krankheit setzte seinem hoffnungsvollen Leben früh ein Ende. Seit August des Jahres 1800 erkrankte Novalis an Schwindsucht. Novalis starb am 25. März 1801 in Weißenfels.

Novalis' Schriften wurden erst nach seinem Tode veröffentlicht. Sie erschienen erstmals 1802 und wurden von Friedrich Schlegel und Ludwig Tieck herausgegeben.

Die eigentliche Wirkungsgeschichte seines Werkes begann erst nach seinem Tode, als Ludwig Tieck und Friedrich Schlegel 1800, einige der nachgelassenen Werke herausgaben, den in seinem ersten Teil fertiggestellten Roman »Heinrich von Ofterdingen«, das Romanfragment »Die Lehrlinge zu Sais« und die »Geistlichen Lieder«. Den Aufsatz »Die Christenheit oder Europa« ungekürzt der Öffentlichkeit bekannt zu machen, wagten die Herausgeber nicht.

Literatur:

Novalis - Poesie und Poetik
Novalis - Poesie und Poetik
von Novalis

Novalis Werke
Novalis Werke
von Novalis


Weblinks:

Die grossen Meister der Feder I - www.wissen.de

Novalis Weissenfels - www.novalis-weissenfels.de

Novalis-Museum Schloß Oberwiederstedt