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Sonntag, 28. November 2010

Leo Tolstoi starb vor 100 Jahren

Leo Tolstoi

Der berühmte russische Schriftsteller Leo Tolstoi starb vor 100 Jahren am 20. November 1910. So abenteuerlich sein Leben war, so abenteuerlich und turbulent ging sein bewegtes Leben auch zu Ende. Tolstoi starb nicht etwa - wie bei Schriftstellern üblich - friedlich zu Hause im Bett, sondern in einer Notunterkunft während einer überhastet angetretenen Zugreise.

Auslöser seiner letzten Reise war ein familiärer Streit um sein literarisches Erbe. Der Nationaldichter Tolstoi erwog, dem russischen Volk seine literarischen Werke zu vermachen. Da seine Frau Sofia es aber ablehnte, die in seinem Testament dem russischen Volk vermachten literarischen Werke als gemeinsame Besitztümer des Volkes anzusehen, verließ Lew Tolstoi nach dem Streit mit seinem Arzt und seiner jüngsten Tochter die Familie auf seinem Landgut Jasnaja Poljana zu einer letzten, spektakulären Reise in Richtung Süden.

Tolstois Sterbezimmer Bahnhof Astapowo

Tolstoi trat die Flucht überstürzt und zudem im offenen Zug fahrend an. Die Fahrt mit dem Zug bekam Tolstoi nicht. Auf dieser Reise erkrankte er an einer Lungenentzündung und starb am frühen Morgen des 20. November 1910 in einem Bahnwärterhäuschen in Astapowo bei Lipezk im Gouvernement Tambow, gut 300 km südöstlich von seinem Landgut. Zum Zeitpunkt seines plötzlichen Todes wurde der berühmte russische Schriftsteller von der Weltpresse umlagert. Zwei Tage später wurde Tolstoi auf seinem Landgut Jasnaja Poljana begraben.

Für viele Russen brach mit dem Tod ihres Jahrhundertschriftstellers Leo Tolstoi vor 100 Jahren eine Welt zusammen. Als der Autor der international geschätzten Klassiker »Krieg und Frieden« und »Anna Karenina« 1910 im bescheidenen Häuschen eines Bahnwärters in Astapowo starb, verlor das Land einen seiner größten Denker, einen epochalen Schriftsteller und eine moralische Instanz.

Weblinks:

Leo Tolstoi-Biografie - Biografien-Portal - www.die-biografien.de
Leo Tolstoi-Zitate - Zitate-Portal www.die-zitate.de

Mittwoch, 17. November 2010

Das Capitol in Washington 1800 fertiggestellt

Capitol in Washington

Das Capitol in Washington D.C. ist ein eindrucksvolles und bedeutendes Gebäude der . Das Capitol in Washington D.C. gehört zu den ältesten Gebäuden in der US-amerikanischen Hauptstadt. Es ist Sitz des Kongresses und hier finden regelmäßig Sitzungen des Repräsentantenhauses und des Senats statt.

Das Capitol in Washington D.C. wurde 1793 bis 1823 vom Architekten William Thornton erbaut und im Jahr 1800 eingeweiht. Im Jahre 1800 stellten die Bauarbeiter den Nordflügel fertig. Im selben Jahr zogen der Kongress und der Supreme Court trotz der noch laufenden Bauarbeiten in das Gebäude um. Der Kongress hielt dort am 17. November 1800 seine erste Sitzung ab.

Das Capitol wurde von 1851 bis 1863 umfassend erweitert. Mehrere An- und Umbauten veränderten die Gestalt bis 1863 maßgeblich. Unter anderem schufen sie die charakteristische heutige Form der Kuppel. Heute ist der Gebäudekomplex dreimal so groß wie vor über 200 Jahren.

Das Gebäude besteht aus einer Rotunde mit einer mächtigen Kuppel, an die die beiden Parlamentsflügel anschließen.Das Kapitol ist 229 Meter lang, bis zu 107 Meter breit und an seiner höchsten Stelle 88 Meter hoch. Die Kuppel des Capitols ragt 82 Meter in die Höhe und auf der Spitze steht eine sechs Meter hohe Statue – die „Statue of Freedom“.

Zur Umgebung des Capitols gehören die Kongressbibliothek, der Botanische Garten des Kongresses, verschiedene Kunstwerke und der Supreme Court. Außerdem hat man eine tolle Aussicht auf das Lincoln Memorial oder zum Washington Monument.

Weblink:

U.S. Capitol Visitor Center - www.visitthecapitol.gov

Sonntag, 14. November 2010

»Die Stadt N.« von Leonid Dobycin

Der Roman »Die Stadt N.« von Leonid Dobycin ist ein Standardwerk der russischen Moderne und ein Grundbuch der russischen Literatur. Dabei hat Dobycin, der 1896 in Dwinsk, dem lettischen Dünaburg geboren wurde und 1936 in Leningrad verschwand, in seinem Leben nur drei Bücher veröffentlicht - darunter auch »Die Stadt N.«, das Buch, für das er im Januar 1936 auf einer Sitzung ds Leningrader Schriftstellerverbandes öffentlich des "Formalismus" bezichtigt wurde.

Inzwischen gilt »Die Stadt N.« als eines der bedeutendsten Prosawerke russischer Sprache überhaupt. Wahrschienlich genau wegen der Eigenschaften, wegen der die stalinistischen Literaturfunktionäre das Buch der Verdammnis anheim gaben. Etwa wegen des "Prinzips des nicht verhandenen Autors".

»Die Stadt N.«, ein Portrait von Dobycins Geburtsstadt aus der Perspektive einer Heranwachsenden, setzt sich zusammen aus sehr knappen, oft nur ein paar Zeilen langen, nebensatzlosen Erzähleinheiten, in denen unbedeutende Ereignisse aus dem engeren Gesichtskreis ohne irgendeine Gemütsregung zur Sprache kommen.

In den Ohren der Funktionäre musste dies, obgleich Dobycin alles andere war als ein Bourgeouis, nach spätbürgerlicher Dekadenz klingen. Hinzu kam eine Sprache, die in ihren willentlichen Verstössen gegen die russische Standardsyntax und -semantik den Verdacht des Formalismus und Ästhetizismus auf sich zog.

Aber auch im modernistischen Lager war Dobycin ein Außenseiter geblieben, er stand, wie wie Kafka oder Robert Walser allen Strömungen gleich fern. Was ihn mit Kafka und Walser, aber auch mit einem Buch wie Imre Kertesz' »Roman eines Schicksalslosen« verband, ist, ganz im Sinne des "nicht vorhandenen Autors", der Vorrang des Geschehens vor der Handlung und damit des Geschehen-Lassens vor dem Tätig-Werden.