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Freitag, 26. Juni 2026

Ingeborg Bachmann 100. Geburtstag

Ingeborg Bachmann


Ingeborg Bachmanns Geburtstag jährt sich am 25. Juni zum 100. Mal. Ingeborg Bachmann wurde am 25. Juni 1926 in Klagenfurt geboren. Lyrikerin, Erzählerin, Essayistin.

Im Alter von 11 Jahren erlebte Ingeborg Bachmann den Einmarsch von Hitlers Truppen in ihrem Heimatort Klagenfurt. Das Trauma der abrupt verlorenen Kindheit überwand sie nie.

Ihr Leben lang schrieb sie mit kraftvoller Poesie für eine bessere Gesellschaft und gegen die Unterdrückung des Individuums. Im Lieben und in der Suche nach dem Glück war sie so kompromisslos wie in ihrem Schreiben.



1952 nahm die Lyrikerin an ihren ersten Lesung bei der »Gruppe 47« teil. Sie wurde mit vielen Lieraturpreisen ausgezeichnet: Bremer Literaturpreis, Hörspielpreis, Georg-Büchner-Preis, Großer Österreichischer Staatspreis, Anton-Wildgans-Preis.

Ingeborg Bachmann ist vielen mehr durch den berühmten Literaturpreis Österreichs bekannt oder vor allem als Lyrikerin.


Der Ton ihres Schaffens erinnert in den mythologischen Anklängen ein wenig an Christa Wolfs "Kassandra" oder an den feierlichen Ton klassizistischer Lyrik, etwa Schiller oder Hölderlin. Nicht selten entsteht beim Lesen eine Sogwirkung, da sich hinter dem prosaischen Zauber mehr, weit mehr zu verbergen scheint, als nur das geschriebene Wort. Bachmanns Charaktere reichen weit in die Tiefe, es fehlt also auch nicht an psychologischem Potenzial der Figuren.



Nach der Trennung von Max Frisch und einem psychischen Zusammenbruch zog Bachmann zunächst nach Berlin und 1965 nach Rom, wo sie weiter an ihrem vermutlich 1962 begonnenen Todesarten-Projekt arbeitete. Über Jahre entwarf sie neue Konzepte für den Zyklus, ohne ein Buch abschließen zu können, und geriet immer mehr unter den Druck der Verleger. 1970, zehn Jahre nach ihrem ersten Prosaband Das dreißigste Jahr, erschien »Malina« in ihrem neuen Verlag Suhrkamp.

Sie lebte nach Aufenthalten in München und Zürich viele Jahre in Rom, wo sie am 17. Oktober 1973 starb. Zwei Jahre vor ihrem Tod veröffentlichte sie ihren einzigen Roman "Malina", ein stark autobiografisch geprägtes Buch.

Weblinks:

Ingeborg Bachmann-Biografie - Biografien-Portal - www.die-biografien.de

Ingeborg Bachmann-Zitate - Zitate-Portal - www.die-zitate.de

Samstag, 16. Mai 2026

Auf der Suche nach Shakespeare


Ist Shakespeare der Mann, für den wir ihn lange Zeit hielten. Das Leben des begnadeten Dramatikers und Dichters William Shakespeare (1564-1616) gibt bis heute zu Spekulationen Anlass. Kaum Persönliches ist überliefert. Nur das Werk ist ein Vermächtnis von zeitloser Genialität.

Soviel ist gewiß: William Shakespeare (1564-1616) gehört zu den bedeutendsten Dramatikern der Weltliteratur. Sein Gesamtwerk umfasst 38 Theaterstücke, darunter "Romeo und Julia", "Hamlet" oder "Macbeth". Hinzu kommen epische Versdichtungen und eine Sammlung von 154 Sonetten.

Eine historische Detektivgeschichte, ein elisabethanischer Krimi, eine Ermittlung über das Leben William Shakespeares (1564 - 1616) vor dem Hintergrund seiner bewegten Zeit.

Weblink:

Auf der Suche nach Shakespeare - www.youtube.com

Samstag, 28. Juni 2025

Theaterstücke des Anton Tschechow

Porträt von Anton Pawlowitsch Tschechow im schwarzen Anzug sitzend auf den grünen Sessel

Anton Tschechow (1860 – 1904) gilt als ein bedeutender russischer Schriftsteller und Dramatiker. Anton Tschechow wurde mit seinen Stücken, darunter »Die Möwe«, »Drei Schwestern«, »Der Kirschgarten«, zu einem der berühmtesten und bis heute meistgespielten Autoren der Theatergeschichte. Mit seinen humorvollen Kurzgeschichten bringt er die Leser heute noch zum Lachen.

Tschechow schrieb zeitlose Stücke über die russische Gesellschaft, das Leben und die Menschen in der Provinz, die ihn nicht nur zu einem berühmten Schriftsteller, sondern auch zu einem der berühmtesten und bis heute meistgespielten Autoren der Theatergeschichte gemacht haben. Seine zeitlosen Werke sind ein Spiegel der Gesellschaft.


Der russische Schriftsteller Anton Tschechow wurde mit seinen Stücken zu einem der berühmtesten und bis heute meistgespielten Autoren der Theatergeschichte. Als Bühnenautor feiert Tschechow mit seinen Theaterstücken bis heute große Erfolge auf dne Theaterbühnen dieser Welt.

Seine seriösen Erzählungen animieren zum Nachdenken über die Rolle des Menschen in dieser Welt. Tschechows Dramen wie »Der Kirschgarten«, »Onkel Wanja«, »Drei Schwestern« und »Die Möwe« zählen zu den meistgespielten Theaterstücken weltweit. Sie werden noch heute auf den Bühnen dieser Welt landauf landab gespielt.


Lebenslustig und witzig, hatte Anton Tschechow einen scharfen Sinn für Humor und konnte große Gesellschaften mühelos unterhalten. Gleichzeitig war er einsam und ernst. Er glaubte, dass nur jemand, der viel und hart arbeitet und so für das Wohl anderer sorgt, ein anständiger Mensch sein kann.

Tschechow hat stets einen Blick für gesellschaftliche Veränderungen, die sich in seinen Werken bereits abzeichnen, bevor sie später Realität wurden.

Auf der Bühne schafft Tschechow eine sehr emotionale spannende Stimmung, die eine kommende Veränderung vorahnen lässt. Es gibt nicht viel Action. Die Spannung wird hauptsächlich durch Dialoge und Emotionen der Charaktere erzeugt.



»Drei Schwestern« ist ein ein typisches Drama von Tschechow. Der Traum vom Leben in Moskau ist ausgeträumt. Irina nimmt sich vor zu arbeiten. Es ist die letzte Hoffnung in ihrem Leben. Die drei Schwestern leben das Bild vor, dass man sich in späteren Zeiten an die Leute erinnern wird, die gelebt haben. Die Melancholie bleibt. Maschas Frage nach dem Sinn im Leben findet keine Erwiderung.

Die drei Schwestern Olga, Mascha, Irina so unterschiedlich Tschechow sie auch zeichnet, so tragen sie alle jene Melancholie in sich, die seine Bühnenfiguren prägen.

Auf der Bühne schafft Tschechow eine sehr emotionale spannende Stimmung, die eine kommende Veränderung vorahnen lässt. Es gibt nicht viel Action. Die Spannung wird hauptsächlich durch Dialoge und Emotionen der Charaktere erzeugt.

Eine Karikatur auf die Langeweile und die Schicht, die sich diese leisten kann,

Literatur:

Der Kirschgarten
Der Kirschgarten
von Anton Tschechow

Der Kirschgarten
Der Kirschgarten
von Anton Tschechow

Drei Schwestern
Drei Schwestern
von Anton Tschechow

Drei Schwestern
Drei Schwestern
von Anton Tschechow

Samstag, 12. Oktober 2024

»Oblomow« von Iwan Gontscharow

Iwan Gontscharow

Der im Jahr 1859 erschienene Roman »Oblomow« von Iwan Gontscharow (1812–1891) ist zum Inbegriff des Lasters geworden. Mit der Figur des lebensuntüchtigen und lasterhaften Oblomow, der lieber seine Tagträume pflegt, als Ordnung in seinem Leben zu schaffen, hat Gontscharow eine Figur auf dem Weg zum Übergang in die literarische Moderne geschaffen.

Der russische Seelenroman über das Scheitern erzählt die tragische Tiefe von Schicksal des Iilja Iljitsch Oblomow. Iwan Gontscharow beschreibt den Typus des überflüssigen Menschen - begabt und gebildet, aber weltfern und vor allem wirkungslos, der seine Zeit vorwiegend in liegender Haltung, in Schlafrock und Pantoffeln verbringt.

Den Dienst als Beamter hat er quittiert. So denkt er überflüssige Gedanken, schmiedet er Pläne, die von vornherein zum Scheitern veurteilt sind, er isst und trinkt und schläft. Und er "singt" auf diese Weise ein Lob der Faulheit. Kurz, er leidet an Oblomowerei, einer "Krankheit", die er sozusagen erfunden und durchlebt hat. Und die zu allen Zeiten immer wieder ansteckend gewirkt hat.

Aus seiner Lethargie, kann ihn nichts und niemand reißen, seine Faulheit ist sprichwörtlich. Auch sein "Gegenspieler" und Freund, der deutsche Halbrusse Andrej Iwanowitsch Stolz aber nicht. Stolz ist ein Muster an Tatkraft, ist ein "lebendiger Mensch", und das ganze Gegenteil von Oblomow.

Mit dieser brillanten Vorstellung des Iilja Iljitsch Oblomow hat Iwan Gontscharow seinen "Unhelden", denn Heldenhaftes hatte dieser Gutsbesitzer, dieser Tagträumer und unnütze Mensch beileibe nicht, zugleich charakterisiert.

Und weil dieser Oblomow nicht nur eine private Person ist, sondern auch ein Vertreter der zaristischen Gesellschaft seiner Zeit, ist der Roman von Iwan Gontscharow, 1859 erschienen, auch ein Spiegelbild dieser Gesellschaft.

Der Roman ist Teil einer Trilogie, denn die drei im Abstand von jeweils einem Jahrzehnt erschienenen Romane Gontscharows »Eine alltägliche Geschichte« 1847, »Oblomow« (1859) und »Die Schlucht« 1869 bilden eine thematische Einheit.

Weblink:

Oblomow
Oblomow
von Iwan Gontscharow

Samstag, 21. September 2024

Heine - der erste Berufsschriftsteller


Heine war der erste Berufsschriftsteller in einer Zeit, als die Literatur sich in der Zeit der Restauration von den gesellschaftlichen Kräften zu emanzipieren begann. Der Spötter und Lyriker war der erste moderne Berufsschriftsteller.

Das Verhältnis der Schriftsteller zueinander wird zu Heines Zeit stark geprägt vom literarischen Markt. Sie sind Konkurrentne im Kampf um Öffentlichkeit, Leser und Erfolg, einem Kampf, der über unter Schriftstellern üblichen Rivalitäten weit hinausgeht. Denn für die jungen Autoren der Heine-Generation steht mit dem literarischen Erfolg zugleich die ganze berufliche Existenz auf dem Spiel. Dies läst ihre Fehden so ausufern, macht ihre Polemiken so unerbittlich, ihre Satrire so rücksichtslos und treibt ihre Auseinandersetzugen über das Ökonomische hinaus in weltanschauliche Meinungskämpfe. In ihnen artikulierten sich die verschärdften Interessenkonflikte zwischen den resturautiven Kräften des Feudalsystems und den emanzipatorischen Kräften der bürgerlichen Ordnung.


Der Buchmarkt eröffnet den jungen Schriftstellern nie dagewesene Chancen beim neuen, wenn auch unbekannten Leser. Der Schriftsteller, der nicht mehr durch einen bürgerlichen Beruf noch Mäzenatentum gesichert schreibt, sondern für den freien Markt, ist auf die Gunst des zahlenden Publikums angewiesen. Dadurch entstehen neue Ahbhängigkeiten und Koinkurrenzen zwischen den Autoren und Verlegern, aber auch unter den Schriftstellerkollegen. Diese Interessenkonflikte werden verschäft durch die rigiden Eingriffe des Metternichschen Restaurationsstaates in den Buchmarkt, die Zensaur.

Heine hatte die Folgen der Zensur aus leidvoller Erfahrung heraus erkannt. Vielfach beschrieb er den Dreifrontenkampf, in den ihn die Zensur zwang. Denn Zensur übten nicht nur staatliche Instanzen, sondern unter deren Druck auch die um den Absatz iher Bücher besorgte Verleger, die Schriftstellerkollegen in der Funktion von Redakteueren, Herausgebern oder literarischen Beratern. Sie reagierten auf einen solcherart eingeengten Markt nicht mit Solidarität, sondern mit verschärftem Konkurrenzverhalten.

Heine entwickelt in diesem Kampf eigene Widerstandstrategien. In offenen Briefen setzte er sich mit der preußischen Regierung auseinander, griff seinen Kollegen und nicht zuletzt seinen Verleger Campe an. Ihm warf er fehlenden Druckmut vor, literaturpolitischen Opportunismus und Verrat an die verlegerische Konkurrenz. Er reagiert mit heftigen Angiriffen auf seine Konkurrenten im Literaturbetrieb. S.121


Die Beziehung zwischen Heinrich Heine und seinem Verleger Julius Campe war eine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte. Von 1826, als der erste Band der "Reisebilder" bei Hoffmann und Campe erschien, bis zu Heines Tod 1856, hielten sich Verleger und Autor die Treue.

"Campe wusste immer sehr genau, was er bezahlen kann und was er sich nicht leisten kann. Er konnte nicht konkurrieren mit den Großen der Zeit. Campe konnte niemals die Honorare zahlen wie Cotta zum Beispiel, aber er zahlte nicht schlecht. Heine klagte sehr oft, dass Campe anderen Autoren höhere Honorare zahle als ihm, damit hatte er Unrecht. Heine war der bestbezahlte Campe-Autor. Aber es stimmt auch, dass er bei anderen Verlagen sehr viel mehr hätte verdienen können."

Dass Heine dennoch Julius Campe treu blieb, hatte nicht nur mit ihrem freundschaftlichen Verhältnis zu tun. Campe, den Heine einmal den listenreichen "Odysseus des deutschen Buchhandels" nannte, war ein gewiefter Fuchs im Umgang mit der Zensur. Die machte in der Zeit des Vormärz Autoren und Buchhändlern das Leben schwer. Auch wenn ein Manuskript die Vorzensur bestand, konnte das gedruckte Buch immer noch verboten werden. Campe gelang es oft, die drohenden oder bestehenden Verbote auszutricksen: mit fiktiven Verlagsangaben, Verlagerungen von Druckorten etwa ins dänische Ausland und einem ungemein schnellen Vertrieb.

"Was das betrifft, war Campe auf jeden Fall der beste Verleger für einen politischen Autor. Das hätte ein Cotta vielleicht einmal gemacht, aber danach nie wieder, weil der sich nicht angelegt hätte mit den Behörden. Aber Campe war zu jedem Kampf bereit und wenn er einmal einen Autor hatte, so hat er auch alles für den gegeben. Also er hat riskiert, zur Polizei vorgeladen zu werden, ins Gefängnis zu kommen, Strafe zu bezahlen."

Johann Friedrich Cotta galt zu Zeiten des jungen Heine als die Nummer eins unter den deutschen Verlegern. Er genoß als Verleger Schillers und Goethes höchstes Ansehen nicht nur in literarischen Kreisen. Autor bei Cotta zu sein, war der Wunschtraum eines jeden jungen Literaten im Land, zumal Cotta in dem Ruf stand, anständige Honorare zu zahlen.

Weblink:

Einblicke in eine literarische Ehe - www.deutschlandfunk.de

Literatur:

Heinrich Heine: Leben und Werk
Heinrich Heine: Leben und Werk
von Edda Ziegler

Samstag, 20. Juli 2024

Das geheimnisvolle Volk der Etrusker

Badisches Landesmuseum

Die Etrusker bestimmten als eine der frühen Hochkulturen Italiens das Schicksal des westlichen Mittelmeerraums vom 10. bis zum 1. Jahrhundert v. Chr. Die Etrusker, die Tusci, haben der „Toskana“ ihren Namen gegeben. Vermutlich wanderten sie aus Kleinasien in das Gebiet der heutigen Toskana ein, aber sicher weiß man das nicht. Fest steht hingegen, dass dieses Volk schon 1.000 Jahre vor Christus eine hoch entwickelte Kultur hatte. Ein Volk, das 600 Jahre vor Christus fast das gesamte westliche Mittelmeer beherrschte, 200 Jahre später sang- und klanglos in die römische Gesellschaft integrierte und damit verschwand.

Das geheimnisvolle Volk der Etrusker hat der Forschung eine Reihe von bis heute ungelösten Rätsel gestellt. Ihre Sprache zählt zu den untergegangenen, jedoch schriftlich überlieferten altmediterranen, nicht-indoeuropäischen Idiomen. Als gesprochene Sprache starb das Etruskische zwar zu Beginn der Zeitenwende aus, wurde jedoch von den Haruspices (Sehern) als Ritualsprache noch bis in das 5. nachchristliche Jahrhundert hinein gebraucht. Sie ist mit keiner modernen Sprache der Welt verwandt, weist jedoch eine Nähe zu zwei antiken Sprachen, dem auf der ägäischen Insel Lemnos gesprochenen Lemnischen und dem Rätischen in Norditalien auf.

Die Etrusker

Die Etrusker

Über die Herkunft der Etrusker gibt es verschiedene Theorien. Während die eine sie als Einwanderer sieht, die nach 1000 v. Chr. aus dem kleinasiatischen Lydien auf die Apenninenhalbinsel immigriert sind, wird sie von einer anderen als authochtone Bevölkerung betrachtet, die sich aus der früheisenzeitlichen Villanova-Kultur entwickelt hat. Da die Träger der etruskischen Kultur ursprünglich nicht einer ethnischen Einheit angehörten, wird nach dem heutigen Wissensstand eine Synthese aus beiden Theorien als höchst wahrscheinlich angesehen: Eine alt-mediterrane Volksschicht entwickelte bis um 1.000 v. Chr. eine sesshafte Bauernkultur, in welche fremde Volkselemente sowohl aus dem Osten (phönizische Seefahrer) als auch aus dem Norden (indogermanische Italiker) eindrangen.

Die so entstandene Villanova-Kultur wurde durch eine Schicht von Einwanderern aus Kleinasien überlagert, was durch die Genforschung bestätigt werden konnte. Aus der Vermischung mit der lokalen Bevölkerung entwickelte sich das etruskische Volk. Die Eigenbezeichnung der Führungsschicht, die sich selbst [gem. Herodot nach ihrem legendären Anführer] als Rasenna (etrusk.-griech.: Tyrsenoi/Tyrrenoi/ = Gefolgsleute des [Ra]sen[na]) bezeichnete, sollte schließlich zur Bezeichnung des gesamten Kulturvolkes werden, das von den Lateinern als Etrusci/Tusci bezeichnet wurde.

Die bildliche Darstellung der etruskischen Götter und ihre Verehrung in Tempeln geht, ebenso wie die etruskische Schrift auf griechische Vorbilder zurück. Die etruskische Kultur blühte vom 7. bis 2. vorchristlichen Jahrhundert in einem Gebiet, das heute als Toskana bezeichnet wird. Das Etruskertum griff jedoch auch auf die benachbarten Gebiete über, so zwei der ersten sieben Könige Roms etruskischer Herkunft waren.

Mit der Lex Julia de civitate (90 v. Chr.) wurde zwar die Unterwefung unter Rom besiegelt und die Lateinisierung des etruskischen Bereiches eingeleitet, sie führte jedoch auch zur Einmündung des etruskischen Geistes in die römische Kultur, die ohne entsprechende Vorleistungen ein anderes Anlitz bekommen hätte.

Weblinks:

Die Etrusker - Weltkultur im antiken Italien - www.landesmuseum.de

Etrusker - YouTube

Etruskische Geschichte: Niedergang der Etrusker - YouTube

Die Etrusker - Wegbereiter des antiken Rom - YouTube


Literatur:

Die Etrusker
Die Etrusker
von Friederike Bubenheimer-Erhart

Mittwoch, 1. Mai 2024

Wetzlar feiert das 250. Jubiläum von Goethes Werther


Zum 240. Erscheinen der "Leiden des jungen Werthers" feiert die Stadt Wetzlar an der Lahn Goethe. Vor 250 Jahren veröffentlichte Johann Wolfgang Goethe seinen wohl bekanntesten Roman "Die Leiden des jungen Werthers". In Wetzlar hat er die Geschichte erlebt, die er in diesem Briefroman niederschrieb.

So erhielt Wetzlar durch das Jugenderlebnis einen festen Platz in der Weltliteratur. An den Aufenthalt Goethes erinnern heute das Lottehaus und das Jerusalemhaus. An das Jubiläum der Veröffentlichung des Romans wird durch eine Veranstaltungsreihe gedacht. Höhepunkt ist die Ausstellung "Goethes Werther auf der Bühne".

"Die Leiden des jungen Werthers" sind ein von Johann Wolfgang von Goethe verfasster Briefroman, in dem der junge Rechtspraktikant Werther bis zu seinem Suizid über seine unglückliche Liaison zu der mit einem anderen Mann verlobten Lotte berichtet.

Innerhalb von nur vier Wochen will Johann Wolfgang von Goethe seinen Werther niedergeschrieben haben, im Februar 1774. Erschienen ist der Text zur Leipziger Buchmesse im folgenden Herbst. Goethe landete damit einen Bestseller. "Der junge Goethe war bis dahin eine Art Geheimtipp", sagt Joachim Seng, der Leiter der Bibliothek des Frankfurter Goethe-Hauses. Mit dem zuvor erschienenen Drama "Götz von Berlichingen" habe Goethe zwar bereits 1773 für eine Revolution im Theater gesorgt. Dieser Erfolg wurde nach dem Erscheinen des Briefromans jedoch deutlich übertroffen.

"Es ist das erste Mal, dass ein deutscher Roman europäisches Niveau erreicht", erklärt Seng. "Mit dem Werther tritt die deutsche Literatur in die Weltliteratur ein." Bis heute erfreue sich der Briefroman im Ausland großer Bekanntheit, selbst im asiatischen Raum.

Die wesentlichen Schauplätze des Werks sind in Wetzlar und Umgebung zu finden: Ab Mai 1772 war der junge Frankfurter Schriftsteller und Jurist Goethe in der Stadt an der Lahn, um als Praktikant am Reichskammergericht Erfahrungen zu sammeln. "Am Gericht hat er sich kaum aufgehalten und sich mehr dem gesellschaftlichen Leben gewidmet", berichtet Anja Eichler, die Leiterin der städtischen Museen in Wetzlar. Folgenreich werden sollte die Bekanntschaft mit Charlotte Buff. In die verliebte sich Goethe, obwohl sie bei seiner Ankunft bereits mit Johann Christian Kestner verlobt war. Für den Frankfurter blieb am Ende nur der Rückzug.

»Die Leiden des jungen Werther« von Johann Wolfgang von Goethe gilt als Schlüsselroman des Sturm und Drang. Der herzzerreißende Briefroman entwickelte sich „zum ersten Bestseller der deutschen Literatur“ wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und war Mitauslöser der sogenannten Lesesucht.

Große Gefühle, tragisches Scheitern und letztlich Weltruhm: Als Goethes Briefroman »Die Leiden des jungen Werthers« 1774 erscheint, bedeutet das auch den internationalen Durchbruch für den Dichter.

Die Erstausgabe erschien 1774 zur Leipziger Buchmesse und wurde gleich zum Bestseller. Der Roman ließ Goethe 1774 gleichsam über Nacht in Deutschland berühmt werden und gehört zu den erfolgreichsten Romanen der Literaturgeschichte.

Weblinks:

Wetzlar feiert Goethes Werther - www.giessener-allgemeine.de

Wetzlar feiert Goethes Werther - www.wetterauer-zeitung.de

Literatur:


Leiden des jungen Werthers
von Johann Wolfgang von Goethe

Freitag, 14. April 2023

»Nathan der Weise« von Gotthold Ephraim Lessing

Nathan der Weise
Nathan der Weise. Ein dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen

»Nathan der Weise« ist ein dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen von Gotthold Ephraim Lessing. Das dramatische Gedicht spielt in Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge, wo die drei Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam in einem Spannungsverhältnis zueinander stehen. Das fünfaktige Ideendrama von Gotthold Ephraim Lessing wurde 1779 veröffentlicht und am 14. April 1783 in Berlin uraufgeführt. Das Werk hat als Themenschwerpunkte den Humanismus und den Toleranzgedanken der Aufklärung.

Gotthold Ephraim Lessings »Nathan der Weise«, am 14. April 1783 in Berlin uraufgeführt, ist die Mutter aller interreligiösen Dialoge und multikulturellen Exerzitien. Lange bevor die Woche der Brüderlichkeit eingeführt und der Spruch "Seid nett zueinander!" erfunden wurde, war dies genau die Botschaft, die Lessing seine Hauptfiguren verkünden ließ: den reichen Juden Nathan, den Muslim Saladin und den jungen christlichen Tempelherrn, der sich ausgerechnet in Recha, die Tochter des Juden, verliebt, ohne zu ahnen, dass sie seine leibliche Schwester ist und dass sie beide Kinder eines Muslims sind.

Was sich wie der Plot einer Telenovela anhört, dient bis heute als Vorbild für praktizierte Toleranz und den respektvollen Umgang der Religionen miteinander. Um Konflikten, die auf deren Absolutheitsanspruch beruhen, aus dem Weg zu gehen, müssten sich Christen, Muslime und Juden nur so verhalten wie Nathan, Saladin und der Tempelherr in Lessings Drama, das zur Zeit des Dritten Kreuzzugs in Jerusalem spielt.

Acht Jahrhunderte und viele Kriege später, die im Namen des Allmächtigen von den Angehörigen der einen Religion gegen die der anderen geführt wurden, sieht die Wirklichkeit noch immer nicht so aus, wie Lessing sie sich vorgestellt hat.

In der berühmten Ringparabel klärt der Lehrmeister die heikle Frage nach der wahren Religion. Keine der drei Weltreligionen ist absolut. Jede erweist ihre Wahrheit und ihren Sinn erst durch die Kraft, mit der sie praktische Humanität stiften kann. Nathan gelingt es, die Menschen verschiedenen Glaubens in friedvollem Miteinander als Angehörige einer großen Familie zu vereinen.

Das Stück ist eine Parabel auf die Menschlichkeit: Toleranz und Menschlichkeit, das sind die höchsten Güter der Zivilisation. Die zeitlose Parabel ist in Zeiten zunehmender religiöser Intoleranz von beklemmender Aktualität. Heute - am Ende des 20. Jahrhunderts - ist unsere Lebenswirklichkeit noch immer voll Intoleranz und Ignoranz. Und wir haben es immer noch nötig, erklärt zu bekommen, welches die eigentlichen Werte unserer Gesellschaft sind.

Literatur:

Nathan der Weise.
Nathan der Weise. Ein dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen

von Gotthold Ephraim Lessing

Samstag, 25. Februar 2023

Martin Suter 75. Geburtstag

Martin Suter

Ende Februar 2018 wird Martin Suter, der berühmteste Schriftsteller der Schweiz und einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren, 70 Jahre alt. Martin Suter wurde vor 75 Jahren am 29. Februar 1948 in Zürich geboren. Suter ist ein zeitgenösssischer schweizer Schriftsteller und einer der bedeuendesten schweizer Autoren der Gegenwart.

Seine Romane – zuletzt erschien »Elefant« – und »Business Class«-Geschichten sowie seine »Allmen«- Krimiserie sind auch international große Erfolge. Martin Suter lebt mit seiner Familie in Zürich.

"Ich bin ein Glückskind", sagte Martin Suter einmal: Er ist am 29. Februar 1948 geboren, ein Schalttag, der auf einen Sonntag fiel. Sein Glück ist, gut von dem leben zu können, was er am liebsten macht: Schreiben. Zuerst als Werbetexter, dann als Drehbuchautor und Kolumnist und heute vor allem als Romanautor.

Dass er schreiben kann, merkte er, als sein Deutschlehrer am Collège Saint Michel in Freiburg seinen Aufsatz der Klasse vorlas. Mit 16 wusste der Sohn eines Ingenieurs, dass er Schriftsteller werden wollte. Das Germanistikstudium in Basel brach er nach einem Semester ab, weil er nicht mochte, wie dort Texte seziert wurden.

Martin Suter


"Mich reizt jede Disziplin in der Sportart Schreiben!"

Suter kam über das Werbetexten zum Schreiben und wurde erst spät zum Romanautor. Er arbeitete bis 1991 als Werbetexter und Creative Director, bis er sich ausschließlich fürs Schreiben entschied.

"Mich reizt jede Disziplin in der Sportart Schreiben!", sagt Martin Suter. Und er hat auch schon fast alles geschrieben: Werbetexte, Reportagen, Kolumnen, Liedtexte, Drehbücher, Kurzgeschichten, Romane. Millionen Leser lieben seine Bücher - und das Geheimnis seines Erfolges: das Geheimnis. "Das Geheimnis war es, das mich schon als Kind an einer Geschichte fasziniert hat, und es ist auch heute noch das, was mich dazu bringt, weiterzublättern. Ich will diese kindliche Frage 'Und dann?' beantworten und beantwortet haben."


Im Alter von 46 Jahren hat Suter seinen ersten Roman veröffentlicht. 1997 kam Suters erster Roman »Small World« heraus und wurde ein durchschlagender Erfolg. Sein zweiter Roman »Die Gedächtnislagune« sei ihm aber dann "abverreckt" und zum Glück nicht gedruckt worden, gestand Suter später. Von den 14 bisher erschienenen Romanen - zehn größere und vier etwas weniger anspruchsvolle aus der "Allmen"-Reihe - ist ihm keiner mehr "abverreckt", neun wurden verfilmt.

Daneben verfasste Suter vier Theaterstücke, mehrere Drehbücher, das erfolgreichste wohl für den Film "Giulias Verschwinden", der unter anderem den Publikumspreis in Locarno erhielt, dazu Songtexte für Stephan Eicher und ebenfalls mit ihm das Singspiel "Geri".

Suter seinerseits versteht sich als Unterhaltungsautor: "Ich versuche, eine Geschichte zu erzählen, bei der nicht alle paar Meter ein schöner Satz herausragt wie ein Hindernis auf einem Fitness-Parcours. Die Sprache eines Romans soll diskret der Geschichte dienen." "Meine Geschichten beginnen auf der erste Seite und enden auf der letzten. Wenn sie darüber hinauswirken, dann freut mich das. Beabsichtigen tu ich das aber nicht. Ich habe keine Message", sagte er jüngst bei einem Workshop an den Solothurner Filmtagen.

Martin Suter ist ein Berufsautor mit hohem Arbeitsethos, er arbeitet nach festem Stundenplan wie die meisten anderen Erwerbstätigen. Dabei lümmelt er nicht etwa im Trainingsanzug rum, sondern trägt stets Anzug und Krawatte. Als er für seinen jüngsten Bestseller "Elefant" in der Obdachlosenszene recherchierte, riet ihm ein Betroffener, er solle besser nicht in der Schale kommen. Also ließ Suter halt die Krawatte weg.

Mit Romanen wie »Small World« und »Der Teufel von Mailand« hat sich der Schweizer Autor Martin Suter eine beachtliche Fangemeinde zusammengeschrieben. Das kann man gut verstehen. Denn seine Bücher bestechen nicht nur durch eine faszinierend präzise Sprache mit ganz eigenem Duktus, sondern auch durch gut gemachte, fesselnde Plots. »Der letzte Weynfeldt« hat wieder das Zeug dazu, Suters Fangemeinde noch ein wenig zu vergrößern: spannend geschrieben und unberechenbar bis zum Schluss.

Der Erfolgsautor Martin Suter veröffentlicht alle zwei Jahre ein neues Buch. Alle seine Romane spielen in der Schweiz. Er fängt erst dann an zu schreiben, wenn Anfang und Ende des Romans feststehen.

Weblink:

Martin Suter - Geschichten mit Geheimnis - www.3sat.de


Literatur:

Small World
Small World
von Martin Suter

Montecristo
Montecristo
von Martin Suter


Blog-Artikel:,

»Montecristo« von Martin Suter

Freitag, 10. Februar 2023

Bertolt Brecht 125. Geburtstag


Bertolt Brecht



Am 10. Februar wäre Bertolt Brecht 125 Jahre alt geworden. Der deutsche Dramatiker, Schriftsteller und Regisseur Bertolt Brecht wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren. Bertolt Brecht war der einflussreichste deutscher Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts. Brecht war ein Autor mit Weltgeltung - seine Stücke werden bis in die heutige Zeit auf der ganzen Welt gespielt.

Brecht war ostdeutscher Staatsdichter und die westdeutsche Revolutionsikone, politischer Lehrmeister und der philosophischer Skeptiker.

Von 1917 bis 1918 studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München Naturwissenschaften, Medizin und Literatur. Sein Studium musste er allerdings bereits im Jahr 1918 unterbrechen, da er in einem Augsburger Lazarett als Sanitätssoldat eingesetzt wurde.

Schon als Schüler provozierte der junge Berthold mit seinen Texten, als junger Dramaturg feierte er bei den Münchner Kammerspielen seinen ersten Erfolg mit dem Drama "Trommeln in der Nacht", das ihm den Kleist-Preis einbrachte (1922). Doch den jungen Brecht zog es nach Berlin.

1921 bemerke er lakonisch: "Ich beobachte, daß ich anfange, ein Klassiker zu werden." Doch sein Werk bewahrte ihn vor der "durchschlagenden Wirkungslosigkeit eines Klassikers", wie es Max Frisch einmal ironisch formulierte.



Das epische Theater lag ihm am Herzen, sollte es doch nach Ansicht von Bertolt Brecht gesellschaftliche und politische Veränderungen in Gang setzen. Die Demonstration gesellschaftlicher Widersprüche auf der Bühne soll Zuschauer aktivieren, Kritik am Schicksalsglauben und eine materialistische Haltung vermitteln. Das Theater soll vom Repräsentations- und Unterhaltungsinstrument für die Oberschicht zu einer kritischen Veranstaltung insbesondere für das Proletariat werden.

"Das Theater darf nicht danach beurteilt werden,
ob es die Gewohnheiten seines Publikums befriedigt,
sondern danach, ob es sie zu ändern vermag."


Bertolt Brecht

Ausgewählte Werke in sechs Bänden:


Ausgewählte Werke in sechs Bänden

Bertolt Brechts Werke gehören heute zum Kanon der Weltliteratur. Seine »Dreigroschenoper« ist das weltweit wohl populärste deutsche Theaterstück des Zwanzigsten Jahrhunderts. Schon nach seiner Uraufführung im Berlin des Jahres 1928 pfiffen die krisengebeutelten Berliner auf der Straße die Melodien von Kurt Weill, die »Moritat von Mackie Messer« oder das »Lied der Seeräuber Jenny«.

1933 verließ Brecht mit seiner Familie und Freunden Berlin und flüchtete über Prag, Wien und Zürich nach Dänemark, später nach Schweden, Finnland und in die USA. Neben Dramen schrieb Brecht auch Beiträge für mehrere Emigrantenzeitschriften in Prag, Paris und Amsterdam. 1948 kehrte er aus dem Exil nach Berlin zurück, wo er bis zu seinem Tod als Autor und Regisseur tätig war.

Brecht verbrachte 15 Jahre im Exil, bevor er nach nach dem Zweiten Weltkrieg wieder nach Deutschland zurückkehrte, in die DDR. Immer wieder kritisierte er in seinen Stücken die Ungerechtigkeit des Kapitalismus.

Bertolt Brecht starb am 14. August 1956 an den Folgen eines Herzinfarktes und wurde auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin begraben.Er fand seine letzte Ruhesstätte auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin.



Blog-Artikel:

Brechts episches Theater - Literatenwelt-Blog - http://literatenwelt.blogspot.de

Brechthaus in Augsburg - Museumswelt-Blog - http://museums-welt.blogspot.de

Bertolt Brecht

Sonntag, 28. August 2022

Weimar ist die Stadt der Klassiker

Goethe Schiller-Denkamal im Weimar

Weimar ist die Stadt der deutschen Klassiker. Das kleine ländliche Residenzstädtchen an der Ilm war das Zentrum der deutschen Literatur. Weimar stellte zur Zeit Goethes den Mittelpunkt des deutschen Geisteslebens dar. Als Wahlheimat von Goethe und Schiller wurde die Stadt zum Zentrum der deutschen Klassik. Die »Deutsche Klassik« wurde durch das berühmte Vierergestirn Goethe, Schiller, Herder und Wieland in Weimar begründet.



Mit Goethe, Schiller, Herder, Wieland und dem Gedankenaustausch Goethes mit Johann Gottlieb Fichte und den Brüdern Humboldt wurde Weimar das geistige Zentrum Deutschlands.

Als herzogliches Kleinterritorium während des Alten Reiches und bis 1918 profitierte dieses Gebiet und insbesondere die Stadt Weimar von der kulturellen Aufgeschlossenheit seiner Herrscher. Anders als andere Fürsten, welche militärische Prioritäten setzten, legten die Herzöge (später als Grossherzöge) von Sachsen-Weimar das Hauptgewicht auf die Kultur. Da sie politisch immer mehr an Bedeutung verloren, hofften sie so kulturell aufzusteigen. Speziell die kunstinteressierten Ernst August Constantin und insbesondere dessen Frau Anna Amalia waren massgebend am kulturellen Aufstieg Weimars beteiligt.


Weimar

Weimar ist die Stadt, die zu Beginn des 19.Jahrhunderts einen beispiellosen kulturellen Aufstieg erlebte und Dichter und Literaten magnetisch angezogen hat und in der Goethe, Schiller, Herder und Wieland wohnten. Wer als Dichter damals etwas auf sich hielt, der zog nach Weimar. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren nahezu alle literarischen Geistesgrössen in Weimar versammelt. Sie alle waren Weimarer Institutionen. Neben seinen kulturellen Aktivitäten wirkte Goethe auch in hoher politischer Funktion, wo er mithalf die Stadt Weimar zu gestalten. So wurde Weimar auf vielen Gebieten zum Vorreiter in Deutschland.


Wieland war eine Weimarer Institution. Er war der erste Dichter, der in die Stadt gekommen war. 1772 berief ihn die verwitwete Herzogin Anna Amalie von Sachsen-Weimar zur Erziehung ihrer beiden Söhne an den Hof nach Weimar. Der Aufklärer Wieland war sicher kein Freund des Absolutismus, jedoch reizte ihn die Möglichkeit, auf den künftigen Herzog Einfluss nehmen zu können, und er sagte zu.

Auf Einladung der Herzogin Anna Amalia zog Herder im Jahr 1776 nach Weimar, das zur Zeit Goethes den Mittelpunkt des deutschen Geisteslebens darstellte. Dort konnte er auch Freundschaft mit Schiller und Wieland schließen und wurde in diesem Kreise zum Mitbegründer der »Weimarer Klassik«. Auf Einladung der Herzogin Anna Amalia zog Goethe im Jahr 1776 nach Weimar.

Zusammen mit Goethe, Schiller, Wieland, Fichte und den Brüdern Humboldt wurde Weimar das geistige Zentrum Deutschlands und durch diesen erlauchten Personenkreis gelangte die Stadt an der Ilm zu großer kultureller Blüte.


Zu Beginn des 19. Jahrhunderts herrschte in Weimar ein reger literarischer Betrieb. Goethe hatte hier seinen »Tasso und »Wilhelm Meisters Lehrjahre«« geschrieben. Schiller, der 1799 endgültig nach Weimar übergesiedelt war, hatte hier den »Wallenstein« vollendet, »Maria Stuart« und »Die Jungfrau von Orleans« waren entstanden. »«

Goethe leitete das Hoftheater und führte dort Stücke wie »Wallenstein« oder »Der zerbrochene Krug« auf.

Ab November 1802 war Kleist zu Besuch in Weimar. Kleist blieb vier Monate in Weimar.

Franz Liszt fühlte sich von der Aura Weimars magisch angezogen. Der geistig umnachtete Friedrich Nietzsche wurde nach Weimar geholt, damit er sich in die Reihe der Klassiker einfüge.

Literatur:

Weimar – Eine Kulturgeschichte
Weimar: Eine Kulturgeschichte
von Annette Seemann

Weimar – Ein Reisebegleiter
Weimar: Ein Reisebegleiter
von Annette Seemann

Anna Amalia. Herzogin von Weimar
Anna Amalia. Herzogin von Weimar
von Annette Seemann

Weimar – Zeit für das Beste
Weimar – Zeit für das Beste
von Antje Vanhoefen und Ernst Wrba

Weblinks:

Johann Gottfried Herder-Biografie - Biografien-Portal www.die-biografien.de

Johann Gottfried Herder-Zitate - Zitate-Portal www.die-zitate.de

Christoph Martin Wieland-Biografie - Biografien-Portal www.die-biografien.de

Christoph Martin Wieland-Zitate - Zitate-Portal www.die-zitate.de


Videos:

https://www.youtube.com/watch?v=WGcUIBhZzOA
Goethes Zeit: die Weimarer Klassik - YouTube


https://www.youtube.com/watch?v=u67OByX26IM
Weimarer Klassik - YouTube

Samstag, 18. Juni 2022

»Über die ästhetische Erziehung des Menschen« von Friedrich Schiller

Friedrich Schiller

»Jeder individuelle Mensch, kann man sagen, trägt, der Anlage und Bestimmung nach, einen reinen, idealischen Menschen in sich, mit dessen unveränderlicher Einheit in allen seinen Abwechselungen übereinzustimmen, die große Aufgabe seines Daseins ist. Dieser reine Mensch, der sich, mehr oder weniger deutlich, in jedem Subjekt zu erkennen gibt, wird repräsentirt durch den Staat, die objektive und gleichsam kanonische Form, in der sich die Mannigfaltigkeit der Subjekte zu vereinigen trachtet. Nun lassen sich aber zwei verschiedene Arten denken, wie der Mensch in der Zeit mit dem Menschen in der Idee zusammentreffen, mithin eben so viele, wie der Staat in den Individuen sich behaupten kann: entweder dadurch, daß der reine Mensch den empirischen unterdrückt, daß der Staat die Individuen aufhebt, oder dadurch, daß das Individuum Staat wird, daß der Mensch in der Zeit zum Menschen in der Idee sich veredelt.«

Friedrich Schiller, 1879

»Über die ästhetische Erziehung des Menschen«, in einer Reihe von Briefen. Kapitel 1, vierter Brief


Samstag, 11. Juni 2022

London - Die Geschichte einer Weltstadt


Die Stadt London – Tourismusmagnet, Moloch, Terroristenziel, voller wunderbarer Bauten und reich an Menschen aus aller Herren Länder – ist seit undenkbaren Zeiten ein kaum erklärbares Phänomen. Um Aufklärung bemüht hat sich der Engländer Peter Ackroyd an die Sichtung alter und neuer, bereits erschlossener und bisher unbeachteter Quellen gemacht und eine Biographie der Stadt geschrieben, die ihresgleichen sucht: „London“.

Die frühzeitlichen Anfänge menschlicher Besiedlung, die Zeiten der Römer und der Einfall der Sachsen, die Verleihung des Stadtrechtes, das Hochziehen der Stadtmauer, die Herrscherwahl und der schwelende Konflikt zwischen städtischer Selbständigkeit und monarchischer Regierung des britischen Empire – all das kann man unter den verschiedensten thematischen Gliederungen auf knapp 800 großformatigen Seiten lesen und studieren.

Begleitet von historischen und modernen Abbildungen entsteht in der beim Knaus Verlag in deutscher Sprache erschienenen London-Biographie von Peter Ackroyd ein plastisch-realistisches Bild der heutigen Millionenmetropole mit all ihren Verflechtungen, der schon immer allgegenwärtigen Gewalt aber auch der Treue der Einwohner zu ihrer Stadt.

Das Wechselspiel von Politik und Kultur, verlorene und noch heute allgegenwärtige Traditionen, Märkte, Theater, Hinrichtungen, Kriminalfälle, literarische Figuren und natürlich immer wieder die wirklichen Menschen, die London zu dem machen, was es ist, sind tief in das anekdotenreiche und absolut spannend zu lesende Buch verwoben. Man kommt an Peter Ackroyd und seinem opus magnum wirklich nicht vorbei, wenn man mehr über diese faszinierende Stadt namens London wissen will, mehr zumindest als in den besten Reiseführern zu finden ist.

Der im Norden von London lebende Autor, beleuchtet die wechselvolle Geschichte der Hauptstadt dezidiert und kompetent -ist dabei aber immer spannend und fesselnd. Ackroyd unterteilt die zeitliche Abfolge in verschiedene Kapitel, in denen er unter anderem den Handel mit und in der Weltstadt beschreibt, oder etwa die grossen Katastrophen wie die Pest, das Feuer und den Krieg. Er zitiert dabei bekannte und unbekannte Einwohner Londons', beschreibt die damaligen Verhältnisse und lässt damit den Leser am Leben der jeweiligen Epoche teilhaben.

Noch nie gab es in letzter Zeit eine bessere deutschsprachige Schilderung über die Entwicklung der "spannendsten Stadt" auf diesem Globus. Auch wenn Ackroyd mit seiner Geschichte nicht alles erzählt, was in der Metropole geschehen ist, so ist dies, trotzdem oder gerade deswegen, aufregender Geschichtsunterricht! Und wer sich schon einmal näher mit der Stadt beschäftigt hat, lässt sich gerne unterhaltsam weiterbelehren.
Literatur:

London - Die Biographie London - Die Biographie von Peter Ackroyd

Donnerstag, 28. April 2022

»Romantik Eine deutsche Affäre« von Rüdiger Safranski



Die Romantik, der Inbegriff des deutschen Geistes, ist eine kunstübergreifende Kunstrichtung mit einer eigene Geschichte, die in Vergessenheit geraten ist. Die Romantik, die als literarische Epoche ca. von 1790 bis 1850 währte, ist neben dem Idealismus der Inbegriff des deutschen Geistes Sie ist in aufgeklärten Zeiten an den Rand gedrängt worden.

Es ist die Epoche der Romantik, die für die Entfesselung des Genies stehen, für den Aufbruch ins Grenzenlose, für die Lust am Experiment. Rüdiger Safranski holt sie für den Leser ins Zentrum zurück. Er beschreibt die Romantik als Epoche, ihre Zeitgenossen Tieck, Novalis, Fichte, Schelling, Schleiermacher oder Dorothea Veit. Und er erzählt die Geschichte des Romantischen, die bis heute fortlebt. Sie handelt von der Karriere des Imaginären und führt über Heine, Richard Wagner, Nietzsche und Thomas Mann bis in die Gegenwart - die Biographie einer Geisteshaltung. Was die Romantiker auszeichnet, ist ihre Haltung gegen das Nützlichkeitsdenken der Industriegesellschaft und den Rationalismus der Naturwissenschaftler, die Mittelalterverehrung und die tiefe Frömmigkeit.

Rüdiger Safranski macht uns mit seinem Werk »Romantik - Eine deutsche Affäre« glanzvoll mit der Romantik und dem Romantischen vertraut. Sein grandioses Buch verbindet philosophische Analyse mit anekdotischer Anschauung derart gekonnt, dass wir Seltenes vor uns haben: spannend erzählte deutsche Geistesgeschichte.

»Romantik - Eine deutsche Affäre« ist ein Parforceritt durch die deutsche Geistesgeschichte auf 415 Seiten. Wenn im biographischen Parforceritt durch die deutsche Geistesgeschichte Hegels Philosophie und Langemarck, das Dionysische und die politische Romantik, Wagners Tristan und Hermann Hesses Morgenlandfahrer alle im selben Schiff des „Romantischen” unterwegs sein sollen, dann geht das nur, weil dieses Schiff schon im ersten Teil seiner Reise die begriffliche Unschärfe an Bord genommen hat. Denn dieser erste Teil verkürzt die Geschichte der Romantik im wesentlichen auf nur ein Motiv: auf die Innerlichkeit, auf die theoretische und ästhetische Inneneinrichtung des romantischen Menschen.

Safranski hat in seinem Werk die Romantik zu einer „deutschen Affäre“ erklärt und den Fokus auf ihre Verdunkelungstendenz gesetzt: vom deutschen Tiefsinn der Kunstreligion hin zu deutschem Irrsinn der Nazi-Ideologie. Matuschek will hier in angemessener Akribie differenzieren. Angemessen meint: Sein Buch ist leserfreundlich geschrieben. Doch es verzichtet auf eine völkerpsychologische Großthese. Matuschek kommt eher kontraintuitiv in die Gänge. So wird die Romantik nicht als das große Andere zum Geist der Aufklärung verstanden, sondern als ihr „zweiter Impuls“. Sie ist die stilistische Antwort auf die intellektuellen Großbaustellen, die das Aufklärungszeitalter hinterlassen hat.

Literatur:

Romantik - Eine deutsche Affäre
Romantik - Eine deutsche Affäre
von Rüdiger Safranski

Mittwoch, 9. März 2022

Friedrich Schlegel 250. Geburtstag

Friedrich Schlegel


Der deutsche Philosoph und Schriftsteller Friedrich Schlegel wurde vor 250 Jahren am 10. März 1772 in Hannover geboren. Schlegel war ein deutscher Kulturphilosoph, Schriftsteller, Literaturkritiker, Historiker, Altphilologe und Vordenker der Romantik.

Friedrich Schlegel war neben seinem Bruder August Wilhelm Schlegel einer der wichtigsten Vertreter der "Jenaer Frühromantik". Schlegels philosophische Ideen hatten starken Einfluss auf die deutsche Frühromantik.

dem Studium von Jura, Philologie, Geschichte und Philosophie in Göttingen und Leipzig gab er mit seinem älteren Bruder August Wilhelm die Literatur-Zeitschrift »Athenäum« heraus. Zusammen mit seinem Bruder August Wilhelm veröffentlichte er 1798 das Journal »Athenäum«, das nach zwei Jahren im Jahr 1800 bereits wieder eingestellt wurde.

Friedrich Schlegel war ein bedeutender Literaturtheoretiker und -kritiker der Romantik. Er schrieb auch kritische und historischeAbhandlungen sowie programmatische Essays, z.B. über Lessing. Er ist der Verfasser des Romans »Lucinde« (1799).

Die beiden Schlegel-Brüder hielten sich ab 1796 in Jena auf, wo sie mit Novalis, Clemens Brentano, Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling in freundschaftliche Beziehungen traten. Zusammen bildete der Kreis die sogenannte »Jenaer Frühromantik«. Für die von den Schlegels entwickelten Theorien lieferte Ludwig Tieck die literarischen Beispiele.

Im Juli 1796 war Schlegel seinem Bruder August Wilhelm und dessen Frau Caroline nach Jena gefolgt. Zunehmend beschäftigte er sich mit Philosophie (Kant, Spinoza). Hier prägte ihn stark die Philosophie von Johann Gottlieb Fichte (vgl. dessen Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre), mit dem ihn eine Freundschaft verband. Der junge Schlegel machte bei seinem ersten Jenaer Aufenthalt zudem fruchtbare Bekanntschaften mit Schriftstellern der „älteren Generation“: Johann Gottfried Herder, Christoph Martin Wieland und Johann Wolfgang von Goethe. In Auseinandersetzung mit deren Werken entwickelte er seine berühmte Literaturtheorie.

Friedrich Schlegel lehrte 1801 kurzzeitig als Privatdozent an der Universität Jena, ging jedoch 1802 zum Sanskritstudium nach Paris.

1808 veröffentlichte er seine Studie »Über die Sprache und Weisheit der Indier«. Das Werk gilt als der erste Versuch der Beschäftigung mit den indischen Sprachen und als Beginn der vergleichenden Linguistik.

Schlegels Theorie des Romans hat das Sprechen über Literatur revolutioniert: Der Leser bekommt die Rolle des Geburtshelfers, erst seine fortdauernde kritische Selbstreflexion überführt den Text ins Leben und gestaltet ihn immer wieder neu.

Lucinde

Sein Roman »Lucinde« war damals eine literarische Revolution – ein Roman, der die Gattung von innen her aufsprengt. Nur mit der Fortsetzung ging es nicht voran: Schlegel steckte mitten in einer Schreibkrise, als er 1799 Berlin endgültig verließ.

Von Jena aus wollten er und sein Bruder Wilhelm mit ihrer Zeitschrift »Athenaeum« der literarischen Welt den Kampf ansagen. Die aufreibende Existenz als freier Schriftsteller forderte allerdings ihren Tribut:
Auf Jena folgte Paris, auf Paris folgte Köln. 1808 ging er nach Wien, hielt dort Vorlesungen über die Philosophie des Lebens.

Bedeutend sind seine genialen und geistvollen Aphorismen. Der Aphoristiker Schlegel, „gemeinhin als ein genialischer Chaot mit sprunghaften Einfällen betrachtet“, inspirierte unter anderen den Historiker Leopold von Ranke.

Friedrich Schlegel hatte einst vorausgesagt und gefordert: »Je mehr die Poesie Wissenschaft wird, je mehr wird sie auch Kunst.«

Friedrich Schlegel setzte die entscheidenden Impulse für die Entwickklung des romantischen Fragments. Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist die Idee des Bruchstückhaften und des Unvollendeten als Zeichen und zugleich Werkzeug einer unendlichen Annäherung an das Absolute:
"Die romantische Dichtung ist noch im Werden; ja, das ist ihr eigentliches Wesen, dass ewig nur werden, nie vollendet sein kann."

Schlegel starb am 12. Januar 1829 völlig unerwartet an einem Schlaganfall, während eines Aufenthaltes in Dresden.

Weblinks:

Friedrich Schlegel-Gesellschaft - www.schlegel-gesellschaft.de

Friedrich Schlegel 250. Geburtstag

Vor 250 Jahren geboren - Friedrich Schlegel - www.deutschlandfunk.de

250. Geburtstag von Friedrich Schlegel - www.sueddeutsche.de/kultur

250. Geburtstag: Friedrich Schlegel - der große "Entzügler - https://www.br.de

250. Geburtstag Friedrich Schlegel: Leben als Gesamtkunstwerk - science.orf.at

250. Geburtstag Friedrich Schlegel: Leben als Gesamtkunstwerk - science.orf.at