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Montag, 15. Dezember 2025

Jan Vermmer 350. Todestag

Jan Vermeer

Jan Vermeer wurde vor 350 Jahren am 15. Dezember 1675 in seiner Heimatstadt Delft begraben.

Jan Vermeer war ein einer der bekanntesten holländischen Maler des Barocks. Er wirkte in der Epoche des Goldenen Zeitalters der Niederlande, in der das Land eine politische, wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit erlebte.

Die ersten Werke Vermeers waren Historienbilder, bekannt geworden ist er jedoch für seine Genreszenen, die einen Großteil seiner Arbeiten ausmachen. Die bekanntesten Werke sind durch die heutige Rezeption die »Ansicht von Delft« und »Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge«.

Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge Das populärste Bild von Jan Vermeer ist das um 1665 entstandene Porträt »Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge«. Das abgebildete Mädchen ist aus unmittelbarer Nähe und ohne erzählerische Attribute dargestellt, was dieses Bildnis von den anderen Werken Vermeers deutlich abhebt. Es ist nicht bekannt, wer die Abgebildete ist. Es könnte sich um ein Modell handeln, vielleicht war das Bild aber auch eine Auftragsarbeit.

Jan Vermeer van Delft wurde am 31. Oktober 1632 in Delft getauft.

Samstag, 20. September 2025

Rubens - Ein Leben in Europa

Rubens - Ein Leben in Europa

Kaum ein anderer Künstler hat die europäische Barockmalerei so geprägt wie Peter Paul Rubens. Als Inspiration dienten ihm antike und zeitgenössische Skulpturen und Gemälde. Er ist noch heute einer der bekanntesten Künstler überhaupt.

Peter Paul Rubens (1577-1640) ist ein künstlerischer Gigant und war bereits zu Lebzeiten ein Star. Von Antwerpen aus eroberte er mit seiner Kunst das westliche Europa, in einer Epoche, die geprägt ist von Glaubenskriegen und Intoleranz. Heute hängt ihm oft das Klischee als Maler der dicken Frauen an, dabei ist Rubens' Repertoire nahezu unerschöpflich. Rubens malt große, schwere Gestalten in voller Bewegung, hat eine ungezügelte Fantasie. Seine mitreißende Ausdrucksform prägt einen ganz neuen Stil, den man später Barock nennen wird. Als junger Maler hat er acht Jahre in Italien gelebt und gearbeitet. Wie sehr ihn dieser Aufenthalt inspiriert hat, offenbart der Vergleich von Rubens' Kunst mit Gemälden und Skulpturen der Antike und Renaissance. Rubens versteht es brillant, die Werke anderer Künstler für sein eigenes Schaffen zu nutzen.


Er griff einzelne Elemente und Szenen heraus, entwickelte sie weiter und verändert sie. Daraus entstanden seine ganz eigenen, faszinierenden Kompositionen, gekrönt mit einer herausragenden Maltechnik. Antwerpen ist Rubens' Lebensmittelpunkt und ier gründete er seine Werkstatt. Deren Produktionsweise glich der eines modernen Unternehmens und macht die unvorstellbar weite Expansion seiner Kunst und ihrer Inhalte möglich. Rubens erweist sich als geschickter Unternehmer und brillanter Netzwerker. Neben Italien bereiste er Spanien, England, Frankreich, Deutschland und hat in all diesen Ländern Freunde, Vertraute und Auftraggeber. Nahezu alle Kunstliebhaber Europas besaßen zu seiner Zeit eine oder mehrere seiner Arbeiten. Dabei wurde er nicht nur als Maler geschätzt, er war ein Intellektueller, mit dem sich jeder gerne umgibt.

Seine Beliebtheit nutzte er, um sich politisch einzumischen. Durch seine diplomatischen Gespräche schaffte er es, zwischen Spanien und England Frieden zu stiften. Vom englischen König Karl I. wurde er in London dafür zum Ritter geschlagen. Durch seine diplomatischen Gespräche schaffte er es, zwischen Spanien und England Frieden zu stiften. Vom englischen König Karl I. wurde er dafür zum Ritter geschlagen.

Samstag, 19. Juli 2025

70 Jahre documenta in Kassel

Fridericianum Kassel documenta 1955

Am 15. Juli 1955 wurde die von Arnold Bode gegründete documenta zum ersten Mal in Kassel eröffnet. Die documenta gilt als die größe Ausstellung für zeitgenössische Kunst.

Ziel des Projekts in der Ruine des Fridericianums war es, der von den Nationalsozialisten diskreditierten und verfolgten avantgardistischen Kunst wieder ein öffentliches Forum zu geben.

Zudem sollte jüngeren deutschen Künstlern die Möglichkeit des Austauschs mit der internationalen Kunstszene ermöglicht werden.

Insgesamt wurden auf der ersten documenta Werke aus den letzten 50 Jahren präsentiert. Aufgrund des großen Erfolgs fanden seit 1955 weitere documenta-Ausstellungen in Kassel statt.

Insgesamt 13 Ausgaben der documenta haben seitdem stattgefunden. Die documenta 14 vom 10. Juni bis 17. September 2017 befindet sich in Vorbereitung und wird 2017 in Kassel und Athen eröffnet.

documenta 1955

Die erste documenta fand vom 15. Juli bis 18. September 1955 in Kassel statt. Sie gilt als erste große und umfassende Ausstellung von moderner Kunst in Westdeutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Samstag, 28. Juni 2025

Max Slevogt als Landschaftsmaler

Max Slevogt, Selbstbildnis mit Strohhut 1906

Max Slevogt gilt als Landschaftsmaler und Vertreter der Freilichtmalerei. Der genußfreudige Malerfürst zählt zu den großen Impressionisten, der Stimmungen wiedergeben und Landschaften malen konnte.

Seine heimliche Liebe galt der Pfalz, in der er immer wieder seinen Sommerurlaub verbrachte. Slevogt war ein Bewunderer der Pfalz, die er immer wieder in Bildern festhielt.

Pfälzer Landschaft - Max Slevogt als Kunstdruck oder handgemaltes Gemälde.

Slevogt nimmt eine besondere Stellung in der Landschaftsmalerei ein. Zusammen mit Lovis Corinth und Max Liebermann gehörte er zu den Vertretern der Freilichtmalerei, die im Gegensatz zur Ateliermalerei direkt vor dem Motiv in der freien Natur arbeiten.

Max Slevogt wurde am 8. Oktober 1868 in Landshut geboren. Max Slevogt war ein deutscher Maler, Grafiker, Illustrator und Bühnenbildner des deutschen Impressionismus. Max Slevogt zählt zusammen mit Max Liebermann und Lovis Corinth zu den drei großen deutschen Impressionisten.

Neben seinem malerischen Werk steht gleichbedeutend ein grandioses zeichnerisches und druckgraphisches Schaffen, das als Höhepunkt der deutschen Buchillustration im 20. Jahrhundert gilt.

Samstag, 14. Juni 2025

Romantik als kulturgeschichtliche Epoche

Die Romantik ist eine kulturgeschichtliche Epoche, die vom Ende des 18. Jahrhunderts bis weit in das 19. Jahrhundert hinein dauerte und sich insbesondere auf den Gebieten der bildenden Kunst, der Literatur und der Musik äußerte. Auch die Gebiete Geschichte, Philosophie und Theologie sowie Medizin und Naturwissenschaften waren von ihren Auswirkungen betroffen. Die Romantik wird in Frühromantik (bis 1804), Hochromantik (bis 1815) und Spätromantik (bis 1848) unterschieden.

Die Epoche der Romantik entstand in Folge politischer Krisen und gesellschaftlicher Umbrüche. Im gesamten Europa fand ein Übergang von der feudalen zur bürgerlichen Gesellschaft statt. Gleichzeitig bildete sich ein bürgerliches Selbstbewusstsein heraus. Industrialisierung und technologischer Fortschritt sind prägend für diese Zeit. Weltflucht, Hinwendung zur Natur, Verklärung des Mittelalters (damalige Kunst und Architektur wurde nun wieder geschätzt), Rückzug in Fantasie- und Traumwelten, Betonung des Individuums und romantische Ironie sind typische Merkmale der Romantik.

Die Themen der Romantik zeigen sich in verschiedenen Motiven und Symbolen. Beispielsweise gilt die Blaue Blume als das zentrale Motiv der Romantik. Sie symbolisiert Sehnsucht und Liebe und verbindet Natur, Mensch und Geist. Die Nacht hat ebenfalls eine besondere Bedeutung in der Literatur der Romantik. Sie ist der Schauplatz für viele weitere Motive dieser Epoche: Tod, Vergänglichkeit und nicht alltägliche, obskure Phänomene. Im ebenfalls in dieser Epoche zu findenden Spiegelmotiv zeigt sich die Hinwendung der Romantik zum Unheimlichen. Strebte die Klassik nach harmonischer Vollendung und gedanklicher Klarheit, so ist die Romantik von einer an den Barock erinnernden Maß- und Regellosigkeit geprägt.

Die Romantik begreift die schöpferische Phantasie des Künstlers als unendlich. Dabei baut sie zwar auf die Errungenschaften der Klassik auf. Deren Ziele und Regeln möchte sie aber hinter sich lassen.

Samstag, 5. Oktober 2024

20. »Festival of Lights Berlin«

20. »Festival of Lights Berlin«

Im Oktober 2024 findet das Festival of Lights bereits zum 20. Mal in der deutschen Hauptstadt statt. Eingehüllt in zauberhaftes Licht werden besondere Gebäude Berlins für Besucher zur Schau gestellt.

Das »Festival of Lights« bringt Berlin zum Leuchten. Jedes Jahr im Herbst wird Berlin zur Lichtkunst-Bühne, Gebäude und Plätze zu Stars. Dann gibt es strahlende Gesichter und leuchtende Augen. In diesem Jahr ist das noch ein bisschen wichtiger als sonst. Es war und ist eine herausfordernde Zeit. Umso mehr brauchen wir alle auch Momente der Freude und des Glücks, aus denen wir Kraft schöpfen können. Und Zuversicht für die Zukunft.



Eingehüllt in zauberhaftes Licht werden besondere Gebäude Berlins für Sie zur Schau gestellt. Bewundern können Sie Monumente, Wahrzeichen und bekannte Straßen, Viertel sowie Plätze in Berlin.



Herzstück des neuen Konzeptes ist wie bisher großartige, internationale Lichtkunst. In diesem Jahr konzentriert sich die Lichtkunstveranstaltung auf rund 35 Schauplätze und bietet ein buntes, faszinierendes Programm mit rund 70 Lichtkunstwerken.

Samstag, 14. September 2024

Die italienische Renaissance (E)



Giorgio Vasari, der Begründer der Kunstgeschichte, prägte um 1550 den Begriff »Renaissance«, Wiedergeburt, und benannte damit eine Kunstepoche, deren Anfänge im Italien des mittleren 14. Jahrhunderts liegen.

Gemeint war die »Wiedergeburt« der antiken Kunst. In Ablehnung der vorherrschenden Gotik verstand sich die Renaissance-Kunst nicht als Kopie des klassischen Altertums, sondern orientierte sich am Geist und Schönheitsideal der griechisch-römischen Antike. Man versuchte, eine umfassende Harmonie zwischen Göttlichkeit und Menschsein im Diesseits herzustellen. Vor allem der Mensch gewann einen neuen Stellenwert innerhalb der Schöpfung und wurde allein darstellungswürdig.

Die Epoche der Renaissance, die sich auf den antiken Geist zurück besann, stellte den Menschen als Individuum in den Mittelpunkt – die mystisch-geistig orientierte Formensprache des Mittelalters wurde abgelöst von einem weltlichen, mathematisch-wissenschaftlichen Ordnungsprinzip. Die Studien antiker Vorbilder warf die Frage nach dem Wesen der Schönheit auf, die man in der Darstellung des menschlichen Körpers mit idealen Maßen und Proportionen verwirklicht sah. Diese wissenschaftliche Erfassung des Menschen fand seinen Niederschlag in Albrecht Dürers theoretischer Schrift „Vier Bücher von menschlicher Proportion“.

Der Blick des Künstlers galt der Individualität und Anatomie, der perspektivischen Konstruktion des Bildraumes ebenso wie dem Naturstudium. Mit Raffael und Michelangelo erlangte die italienische Renaissance ihren Höhepunkt. Baukunst, Malerei und Skulptur vereinten sich in der kurzen Phase von etwa 1490 bis 1520 zu einer souverän wirkenden Gesamtkraft.

Weblink:

Renaissance und Barock – Ordnung und Bewegtheit - www.wissen.de

Samstag, 20. Juli 2024

Das geheimnisvolle Volk der Etrusker

Badisches Landesmuseum

Die Etrusker bestimmten als eine der frühen Hochkulturen Italiens das Schicksal des westlichen Mittelmeerraums vom 10. bis zum 1. Jahrhundert v. Chr. Die Etrusker, die Tusci, haben der „Toskana“ ihren Namen gegeben. Vermutlich wanderten sie aus Kleinasien in das Gebiet der heutigen Toskana ein, aber sicher weiß man das nicht. Fest steht hingegen, dass dieses Volk schon 1.000 Jahre vor Christus eine hoch entwickelte Kultur hatte. Ein Volk, das 600 Jahre vor Christus fast das gesamte westliche Mittelmeer beherrschte, 200 Jahre später sang- und klanglos in die römische Gesellschaft integrierte und damit verschwand.

Das geheimnisvolle Volk der Etrusker hat der Forschung eine Reihe von bis heute ungelösten Rätsel gestellt. Ihre Sprache zählt zu den untergegangenen, jedoch schriftlich überlieferten altmediterranen, nicht-indoeuropäischen Idiomen. Als gesprochene Sprache starb das Etruskische zwar zu Beginn der Zeitenwende aus, wurde jedoch von den Haruspices (Sehern) als Ritualsprache noch bis in das 5. nachchristliche Jahrhundert hinein gebraucht. Sie ist mit keiner modernen Sprache der Welt verwandt, weist jedoch eine Nähe zu zwei antiken Sprachen, dem auf der ägäischen Insel Lemnos gesprochenen Lemnischen und dem Rätischen in Norditalien auf.

Die Etrusker

Die Etrusker

Über die Herkunft der Etrusker gibt es verschiedene Theorien. Während die eine sie als Einwanderer sieht, die nach 1000 v. Chr. aus dem kleinasiatischen Lydien auf die Apenninenhalbinsel immigriert sind, wird sie von einer anderen als authochtone Bevölkerung betrachtet, die sich aus der früheisenzeitlichen Villanova-Kultur entwickelt hat. Da die Träger der etruskischen Kultur ursprünglich nicht einer ethnischen Einheit angehörten, wird nach dem heutigen Wissensstand eine Synthese aus beiden Theorien als höchst wahrscheinlich angesehen: Eine alt-mediterrane Volksschicht entwickelte bis um 1.000 v. Chr. eine sesshafte Bauernkultur, in welche fremde Volkselemente sowohl aus dem Osten (phönizische Seefahrer) als auch aus dem Norden (indogermanische Italiker) eindrangen.

Die so entstandene Villanova-Kultur wurde durch eine Schicht von Einwanderern aus Kleinasien überlagert, was durch die Genforschung bestätigt werden konnte. Aus der Vermischung mit der lokalen Bevölkerung entwickelte sich das etruskische Volk. Die Eigenbezeichnung der Führungsschicht, die sich selbst [gem. Herodot nach ihrem legendären Anführer] als Rasenna (etrusk.-griech.: Tyrsenoi/Tyrrenoi/ = Gefolgsleute des [Ra]sen[na]) bezeichnete, sollte schließlich zur Bezeichnung des gesamten Kulturvolkes werden, das von den Lateinern als Etrusci/Tusci bezeichnet wurde.

Die bildliche Darstellung der etruskischen Götter und ihre Verehrung in Tempeln geht, ebenso wie die etruskische Schrift auf griechische Vorbilder zurück. Die etruskische Kultur blühte vom 7. bis 2. vorchristlichen Jahrhundert in einem Gebiet, das heute als Toskana bezeichnet wird. Das Etruskertum griff jedoch auch auf die benachbarten Gebiete über, so zwei der ersten sieben Könige Roms etruskischer Herkunft waren.

Mit der Lex Julia de civitate (90 v. Chr.) wurde zwar die Unterwefung unter Rom besiegelt und die Lateinisierung des etruskischen Bereiches eingeleitet, sie führte jedoch auch zur Einmündung des etruskischen Geistes in die römische Kultur, die ohne entsprechende Vorleistungen ein anderes Anlitz bekommen hätte.

Weblinks:

Die Etrusker - Weltkultur im antiken Italien - www.landesmuseum.de

Etrusker - YouTube

Etruskische Geschichte: Niedergang der Etrusker - YouTube

Die Etrusker - Wegbereiter des antiken Rom - YouTube


Literatur:

Die Etrusker
Die Etrusker
von Friederike Bubenheimer-Erhart

Die Liebermann-Villa am Wannsee

Der Rosengarten in Wannsee

»Der Rosengarten in Wannsee« von Max Liebermann. Öl auf Leinwand, 63 x 90 cm.

Max Liebermanns Sommervilla am Berliner Wannsee - das deutsche Pendant zum französischen Giverny
»Der Rosengarten in Wannsee« ist der Garten der 1909 von Liebermann erworbenen Villa in Berlin-Wannsee.

Max Liebermann (1847-1935) konnte 1909 eines der letzten Seegrundstücke am Großen Wannsee erwerben.
Bereits 1909 hatte Liebermann ein Grundstück am Ufer des Wannsees erworben. Dort ließ er sich nach Vorbildern Hamburger Patriziervillen durch den Architekten Paul Otto August Baumgarten einen Landsitz errichten.

Die Liebermann-Villa, die dieser im Sommer 1910 erstmals bezog, nannte er sein „Schloss am See“. Darin fühlte sich Liebermann wohl und genoss besonders seine persönliche Gestaltung. Besondere Freude bereitete ihm der große Garten, der von ihm und Alfred Lichtwark entworfen wurde und als Sujet Eingang in zahlreiche Spätwerke Liebermanns fand.


Die Sommerresidenz wurde Liebermanns ländliches Refugium, in das sich der vielbeschäftigte Maler gerne zurückzog. Als der Erste Weltkrieg die alljährliche Studienreise nach Holland unmöglich machte, wurde die Wannsee- Villa zum ständigen Aufenthaltsort im Sommer. Dort entstanden bis Anfang der 30er Jahre über 200 Studien und Gemälde des Gartens, die Liebermann auf dem Höhepunkt seiner Auseinandersetzung mit der Natur zeigen.

Der Künstler Max Liebermann verkörpert ein Stück deutscher Zeitgeschichte der Gründerjahre, an dessen künstlerischem Werdegang sich die Um- und Aufbrüche, die Auseinandersetzungen, Kämpfe, Fehden und Triumphe im Ringen um die Kunst der Moderne am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert exemplarisch ablesen lassen.


Literatur:

Im Garten von Max Liebermann

Im Garten von Max Liebermann von der Hamburger Kunsthalle

Video:

Die Liebermann-Villa am Wannsee- YouTube

Donnerstag, 27. Juni 2024

Giorgio Vasari 450. Todestag

Giorgio Vasari

Giorgio Vasari starb am 27. Juni 1574 in Florenz. Vasari war ein italienischer Architekt, Hofmaler der Medici und Biograf italienischer Künstler, darunter Leonardo da Vinci, Raffael und Michelangelo.

Schon als junger Mann zeichnete er bedeutende Werke für die eigene Arbeit als Maler ab und sammelte später auf vielen Reisen durch Italien weitere Daten und Skizzen.

Mit dem republikanischen Umsturz von 1527 floh Vasari aus Florenz in seine Heimatstadt Arezzo, wo er erste Aufträge erhielt. 1530 war er erstmals in Rom, ab 1531 arbeitete er wieder im Auftrag der Medici.

Er gilt durch seine Schriften über das Leben und Werk zeitgenössischer Meister als einer der ersten Kunsthistoriker. Sein Hauptwerk sind die Leben der hervorragendsten Künstler - kurz: »Vite« - erstmals erschienen 1550 und im Laufe der Jahre erweitert. Sie sind ein unentbehrliches Quellenwerk gerade für die Kunst der Renaissance.

Vasari lässt den Betrachter eintauchen in die Welt der Renaissance. 1550 veröffentlichte er in Florenz sein berühmtes Werk »Lebensbeschreibungen der herausragenden Architekten, Maler und Bildhauer Italiens«.

Die Kunst der italienischen Renaissance: Architektur - Skulptur - Malerei - Zeichnung
Die Kunst der italienischen Renaissance:
Architektur - Skulptur - Malerei - Zeichnung


Vasaris künstlerisches Schaffen liegt in der Zeit der Hochrenaissance, Kennzeichnend sind Vasaris Nähe zur Antike und seine lebenslange Verbundenheit zu den Idealen der Renaissance.


Georgio Vasari ist der Architekt des »Palazzo degli Uffizi«, ein seit 1560 für die florentinische Stadtverwaltung erbauter Palast, der heute eine der berühmtesten Kunstsammlungen mit Werken der Malerei und Plastik, besonders der florentinischen Renaissance, birgt.

Giorgio Vasari war der Erste, der den Ruhm der Renaissance-Künstler aus Florenz verbreitete. Geboren wurde der Univeralkünslter Vasari am 30. Juli 1511 in Arezzo.

Literatur:

Giorgio Vasari: Der Erfinder der Renaissance
Giorgio Vasari: Der Erfinder der Renaissance
von Gerd Blum

Die Kunst der italienischen Renaissance: Architektur - Skulptur - Malerei - Zeichnung
Die Kunst der italienischen Renaissance: Architektur - Skulptur - Malerei - Zeichnung
von Rolf Toman


Samstag, 11. Mai 2024

Salvador Dali 120. Geburtstag


Salvador Dalí wurde vor 120 Jahren am 11. Mai 1904 in Figueras in Katalonien geboren. Salvador Dalí gilt als einer der berühmtesten Maler des 20. Jahrhunderts und der spektulärste aller katalanischen Künstler. Er war ein begnadeter Exzentriker und Selbstdarsteller, der für seine surrealistischen Bilder und sein exzentisches Auftreten berühmt wurde.

Salvador Dalí gilt als Vertreter der Malerei des Surrealismus. Er zählt zu den bedeutendsten Surrealisten und wird oft als einer der größten Meister des 20. Jahrhunderts gesehen.

Kunst und Leben waren bei Dali untrennbar miteineiander verbunden und genau das ist es, was den Maler und Künstler ausmacht.

Dali war eine stilbildende Ikone der surrealistischen Malerei. Sein künstlerisches Schaffen weist ihn als einen der kreativsten Maler seines Jahrhunderts aus.

Seine häufigste Thematik ist die Welt des Raums, des Rausches, des Fiebers und der Religion; oft findet man in seinen Gemälden seine Frau wieder.

Als junger Künstler durchschritt er alle modischen Phasen und zeigte ein scharfes Bewusstsein für alle erweiterten künstlerischen Bewegungen wie z.B. Kubismus und Vortizismus, ohne allerdings ihre künstlerischen Prinzipien zu adaptieren.

Dalí-Museum in seiner Geburtsstadt Figueras

1974 eröffnete das Teatre-Museu Dalí, das Dalí-Museum in seiner Geburtsstadt Figueras, das in den 1980er Jahren zunehmend erweitert wurde.

Iim Jahr 1981 wurde bei ihm die Parkinson-Krankheit mit starkem Tremor festgestellt. 1982 starb seine Frau Gala. Seit 1983 wohnte Dalí allein und zurückgezogen in seinem Schloss Pubol, wo im Mai des Jahres sein letztes Gemälde "Der Schwalbenschwanz" entstand.

Sein Gesundheitszustand erlaubte ihm keine größeren Anstrengungen mehr. 1986 erlitt Dalí bei einem Feuer in seinem Schlafzimmer schwere Verbrennungen.

Salvador Dalí starb am 23. Januar 1989 an Herzversagen in seiner Geburtsstadt Figueras.
Auf eigenen Wunsch wurde er in der Krypta seines Theater-Museums in Figueres beigesetzt.

Sein Lebenswerk ist im Theater-Museum Dali in Figueras, in Port Ligat und im Schloss Pubol ausgestellt.

Weblinks:

Salvador Dali-Biografie - Biografien-Portal www.die-biografien.de

Salvador Dali -Zitate - Zitate-Portal www.die-zitate.de

Salvador Dali.org - www.salvador-dali.org

Freitag, 27. Oktober 2023

Roy Lichtenstein 100. Geburtstag

Roy Lichtenstein

Roy Lichtenstein wurde vor 100 Jahren am 27. Oktober 1923 in Manhattan geboren. Roy Lichtenstein war ein amerikanischer Lehrer und Maler der Pop Art. Warhol war ein berühmter Pop-Art-Künstler. Neben Andy Warhol war er der wohl bekannteste Vertreter dieser Kunstrichtung.


Der Durchbruch gelang dem Avantgarde-Künstler 1961 mit dem Bild »Look Mickey« (dt. »Schau mal Micky«), sein Stil wurde der industrielle Stil des gedruckten Comics. In seinen späteren Arbeiten orientierte Lichtenstein sich dagegen wieder an seinen expressionistischen und surrealen Wurzeln. Mit dem Kyoto-Preis wurde ihm 1995 eine der höchsten Auszeichnungen für Verdienste um Wissenschaft und Kunst verliehen.

Roy Lichtenstein starb am 29. September 1997 in New York City.

Literatur:

Lichtenstein in New York
Lichtenstein in New York
von Mark P. Bernardo

ROY LICHTENSTEIN
ROY LICHTENSTEIN

von James Hendrickson und Alfred Lichtenstein

Klassik der Neuen
Klassik der Neuen
von Roy Lichtenstein

Dienstag, 15. August 2023

Sixtinische Kapelle 1483 eingeweiht

Sixtinische Kapelle

Die Sixtinische Kapelle wurde zwischen 1475 und 1483 unter Papst Sixtus IV. erbaut, auf den auch der Name „Sixtinische Kapelle“ zurückgeht, und wurde am 15. August 1483 eingeweiht. Die Pläne für die Kapelle fertigte Baccio Pontelli an.

Die Sixtinische Kapelle im Vatikan ist wegen ihrer Wand- und Deckenbilder weltberühmt. Mit der Ausmalung der Kapelle beauftragten Sixtus IV. und sein Nachfolger Julius II. die führenden Maler ihrer Zeit, zunächst Botticelli, Perugino, Ghirlandaio und schließlich Michelangelo.


Insbesondere die einzigartigen Fresken Michelangelos, etwa die "Erschaffung Adams" oder das "Jüngste Gericht", zählen heute zu den Meisterwerken der Renaissancekunst. Die "Erschaffung Adams" mit den ausgestreckten Fingern Gottes und Adams ist das wohl berühmteste Gemälde Michelangelos.


iteratur:

Die Sixtinische Kapelle
Die Sixtinische Kapelle
von Pierluigi de Vecchi

Die Sixtinische Kapelle
Die Sixtinische Kapelle neu entdeckt
von Heinrich Pfeiffer

Die Sixtinische Kapelle
Die Sixtinische Kapelle
von Ulrich Pfisterer

Mittwoch, 7. Juni 2023

Paul Gauguin 175. Geburtstag

Paul gauguinPaul Gauguin

Paul Gauguin wurde vor 175 Jahren am 7. Juni 1848 in Paris geboren. Paul Gauguin war ein französischer Maler, Grafiker und Bildschnitzer des 19. Jahrhunderts.

Darüber hinaus fertigte er Keramiken, Holzschnitzereien und Holzschnitte an. In der Öffentlichkeit ist er vor allem durch seine durch seine Gemälde aus der Südsee bekannt.

Gaugin war zunächst bei der Handels- und Kriegsmarine und arbeitete als Bankangestellter, bevor er 1882 zur Kunst fand und sich den Impressionisten anschloss.

Paul Gauguin wurde von Edvard Munch, Marc Chagall, Pablo Picasso, Robert Delaunay, Constantin Brâncuși, Aristide Maillol, Vincent van Gogh, Michail Fjodorowitsch Larionow, Victor Palmov, Emily Carr, Vladimir Tretchikoff, Arts and Crafts in seiner künstlerischen Entwicklung beeinflusst.

Aus der Auseinandersetzung mit den Impressionisten entwickelte er eine eigene flächig-ornamentalen Malerei mit reinen leuchtenden Farben.

Paul Gauguin Selbstportrait 1893 1886 ging er für drei Monate nach Pont-Aven. Das bretonische Fischerdorf war ein beliebter Künstler-Treffpunkt, später als Schule von Pont-Aven bezeichnet. Gauguins Arbeiten fanden die Anerkennung der Malerkollegen.

In den folgenden drei Jahren pendelte Gauguin zwischen Paris und der Bretagne. Dort wurde er zum Mittelpunkt einer kleinen Gruppe von Künstlern, von denen einige später als die Nabis bekannt werden sollten. Gemeinsam mit Émile Bernard entwickelte er eine neue Stilrichtung, den Synthetismus.

Vincent van Gogh Selbstportrait

Im Oktober 1888 folgte Gauguin einem Vorschlag Vincent van Goghs, mit ihm im südfranzösischen Arles gemeinsam zu leben und zu arbeiten. Zusammen mit Paul Gaugin, der nach Arles kam, bildete Vincent van Gogh in einem Haus, daß er ausbaute, ausstattete und mit seinen Malereien versah, eine Künstlergemeinschaft.

Die von Konflikten belastete Beziehung endete zwei Monate später mit dem nie völlig geklärten Vorfall, dass van Gogh sich nach einem Streit ein Stück seines Ohres abschnitt. Gauguin entfloh der für ihn unerträglichen Situation nach Paris.

Ab Ende der 1880er Jahre hatte Gauguin mit dem Gedanken gespielt, in den Tropen zu leben und zu malen. Zunächst schwankte er zwischen den Inseln Madagaskar und Tahiti, entschied sich aber schließlich für die letztere. In Gauguins Vorstellung war Tahiti ein exotisches Paradies, wo er, ohne arbeiten zu müssen, ein ursprüngliches, glückliches und annähernd kostenfreies Leben würde führen können.

Gauguins postimpressionistisches Werk beeinflusste stark den Symbolismus; er war Mitbegründer des Synthetismus und wurde zu einem Wegbereiter des Expressionismus. Damit spielte er eine wichtige Rolle in der Entwicklung der europäischen Malerei.

Paul Gauguin starb am 8. Mai 1903 in Atuona auf Hiva Oa, Französisch-Polynesien.

Sonntag, 9. Oktober 2022

18. »Festival of Lights Berlin«

18. »Festival of Lights Berlin«

Im Oktober 2022 findet das Festival of Lights bereits zum 18. Mal in der deutschen Hauptstadt statt. Eingehüllt in zauberhaftes Licht werden besondere Gebäude Berlins für Besucher zur Schau gestellt.

Das »Festival of Lights« bringt Berlin zum Leuchten. Jedes Jahr im Herbst wird Berlin zur Lichtkunst-Bühne, Gebäude und Plätze zu Stars. Dann gibt es strahlende Gesichter und leuchtende Augen. In diesem Jahr ist das noch ein bisschen wichtiger als sonst. Es war und ist eine herausfordernde Zeit. Umso mehr brauchen wir alle auch Momente der Freude und des Glücks, aus denen wir Kraft schöpfen können. Und Zuversicht für die Zukunft.



Eingehüllt in zauberhaftes Licht werden besondere Gebäude Berlins für Sie zur Schau gestellt. Bewundern können Sie Monumente, Wahrzeichen und bekannte Straßen, Viertel sowie Plätze in Berlin. »Vision of our future« lautet das Festival-Motto 2022.



Herzstück des neuen Konzeptes ist wie bisher großartige, internationale Lichtkunst. In diesem Jahr konzentriert sich die Lichtkunstveranstaltung auf rund 35 Schauplätze und bietet ein buntes, faszinierendes Programm mit rund 70 Lichtkunstwerken.

Weblink:

2022.festival-of-lights.de

Montag, 26. September 2022

documenta XV zu Ende gegangen

documenta xv zu ende gegangen


Die documenta XV in Kassel ist nach 100 Tagen Laufzeit zu Ende gegangen. Bis zum letzten Öffnungstag wurde die Weltkunstausstellung von Antisemitismus-Vorwürfen überschattet. 738.000 Menschen haben die documenta fifteen in Kassel besucht.

Für die Künstlerische Leitung Ruangrupa war die Ausstellung, die am Sonntagabend endete, eine Etappe auf der Lumbung-Reise, teilte die documenta gGmbH mit. Das Konzept des Kollektivs fußt auf der indonesischen Lumbung-Architektur. «Lumbung» ist in dem Inselstaat das Wort für eine gemeinschaftlich genutzte Reisscheune, in der die überschüssige Ernte zum Wohle der Gemeinschaft gelagert wird. Diese Tradition des Teilens sollte auf die Weltkunstausstellung in Kassel übertragen werden.

Die documenta XV sei nun zwar abgeschlossen, «aber die Lumbung-Praxis wird nach den 100 Ausstellungstagen weiterleben», erklärte Ruangrupa laut Mitteilung. Auf die Antisemitismus-Vorwürfe gegen die Schau gingen in der Bilanz weder die Geschäftsführung noch Ruangrupa ein.

Dem Kuratorenkollektiv und einigen eingeladenen Künstlern war bereits Monate vor dem Beginn der documenta fifteen eine Nähe zur anti-israelischen Boykottbewegung BDS vorgeworfen worden. Kurz nach Eröffnung der Ausstellung war eine Arbeit mit antisemitischer Bildsprache entdeckt und abgebaut worden. Später sorgten weitere Werke mit antijüdischen Stereotypen für Empörung und lösten Forderungen nach einem vorzeitigen Abbruch der Schau aus.

Die Idee, welche die documenta-Findungskommission im Jahr 2019 dazu verleitet hat, das hierzulande weitgehend unbekannte indonesische Kollektiv Ruangrupa zum Gruppenkurator der documenta XV zu berufen, hatte schon etwas:
Menschen aus dem postkolonialen Süden sollten in den Norden kommen und uns hierarchiefrei sowie ungefiltert ihre Sicht der Dinge erzählen. Doch jetzt nach 100 Tagen Documenta Fifteen kann man sagen: Wegen des Antisemitismus-Skandals gab es statt Diskussion Geschrei, wurden schätzungsweise 99,8 Prozent der angeregten Themen gar nicht besprochen, sind in einer allgemeinen Polit- und Mediendebatte über das Verhältnis zum Staat Israel untergegangen. Man könnte auch ironisch hervorheben: Die Meinung des globalen Südens hat im Norden nicht gut gefallen.

Vor dem Hintergrund des Eklats übte Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) am Sonntagabend deutliche Kritik an Ruangrupa. Als Künstlerische Leitung der documenta fifteen müsse sich das Kollektiv vorwerfen lassen, seiner kuratorischen Verantwortung in dieser Debatte nicht nachgekommen zu sein und einen offenen Dialog mit Kritikern gescheut zu haben, sagte er laut Pressemitteilung. Zudem hätten die Kuratoren die Möglichkeit einer Kontextualisierung umstrittener Werke zu leichtfertig abgetan.

Ziel müsse es nun sein, eine kulturpolitische Debatte einzuleiten und Gespräche wiederaufzunehmen, betonte Geselle, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der documenta gGmbH ist. Es gelte, auf Augenhöhe zu diskutieren «und dabei wieder Maß und Mitte zu finden». Der Oberbürgermeister bekräftigte zugleich seine Haltung zur Kunstfreiheit als wichtigem Grundrecht. Politik dürfe nie inhaltlich eingreifen.

Geselle betonte zudem die feste Bindung von documenta und Stadt Kassel. «Versuche, hier einen Keil zwischenzutreiben, werde ich nicht dulden. Die documenta gehört zu Kassel - gestern, heute und in Zukunft.» Auch zur documenta 16 vom 12. Juni bis zum 19. September 2027 werde Kassel wieder ein guter Gastgeber sein.

Samstag, 10. September 2022

Franz Marc und die Liebe zur Farbe Blau

Blaue Pferde

Franz Marc verband ein besonderes Verhältnis mit der Farbe Blau, brachte er diese Farbe doch in seinen Bilder besonders zur Geltung.

Die Farbe Blau spielte in den expressionistischen Werken und im Leben von Franz Marc eine besondere Rolle und taucht in seinen Gemälden immer wieder auf. 1912 veröffentlichte Franz Marc zusammen mit Wassily Kandinsky seine kunsttheoretischen Ansichten in dem Almanach "Der Blaue Reiter". Entstanden sind die Ansichten im "Blauen Land", wie die Künstler die liebliche Region rund um Murnau in Oberbayern genannt haben. Beide Künstler haben in Kochel am See eine zeitlang gelebt und gemalt.

"Das Auge wird durch Schönheit und andere Eigenschaften der Farbe bezaubert", beschrieb Wassily Kandinsky in dem Traktat "Über das Geistige in der Kunst" die Wirkung von Farben. Und er ging davon aus, dass Farben eine "seelische Vibration" im Betrachter auslösen können. Blau, schreibt er, könne als etwas Glattes, Samtartiges empfunden werden, sodass man die Farbe gern streicheln würde.

Die oberbayrische Landschaft hat die beiden Maler, die hier auf Motivsuche waren, inspiriert. Bedeutende Anregungen empfingen die Maler  zeitlebens aus dieser Landschaft Das von Franz Marc und Wassily Kandinsky so genannten "Blaue Land", die Region um Murnau, könnte seinen Namen vom türkisblauen Kochelsee haben, mit dem Herzogstand im Hintergrund. Schon seit seiner Kindheit waren Franz Marc Seen, Moore, Hügel und Berghänge, die Gerüche und Farben, vertraut. Als Student der Kunstakademie in München zog es ihn immer wieder hinaus aufs Land. Hier malte er, inspiriert und meist in sich gekehrt, auf der Suche nach dem Wesen der Landschaften, Menschen und Tiere. 

Im Franz Marc-Museum in Kochel am See kann man den weitläufigen Garten mit dem Ausblick auf den Seen und die Landschaft in den verschiedensten Blautönen wahrnehmen. "Franz Marc war magisch angezogen von dieser Landschaft", weiß Cathrin Klingsöhr-Leroy, Direktorin des Franz Marc Museums.

"Die Landschaft, die geprägt ist, von einer großen Farb-Intensität durch die Berge, die vielen Seen, durch das Licht bei Sonnenaufgängen. Wenn man hier lebt, nimmt man wahr, dass die Farbe Blau sehr präsent ist, wie eine Art Schleier, der sich über alles legt. Man kann verstehen, dass es den Begriff 'Blaues Land' gibt."

Mittwoch, 20. Juli 2022

Max Liebermann 175. Geburtstag

Max Liebermann

Max Liebermann wurde am 20. Juli 1847 in Berlin geboren. Max Liebermann war ein deutsch-jüdischer Maler und Grafiker. Er gehört zu den bedeutendsten Vertretern des deutschen Impressionismus und zählt zu den bedeutendsten Wegbereitern der modernen deutschen Malerei. Max Liebermann zählt zusammen mit Max Slevogt und Lovis Corinth zu den drei großen deutschen Impressionisten.

Max Liebermann (1847-1935) war einer der bedeutendsten deutschen Maler auf dem Weg zur Moderne, dessen Malstil sich während seines langen Schaffens vom Naturalismus zum Impressionismus wandelte. Als Mitbegründer der »Berliner Secession« und Sammler hatte er an der Etablierung des Impressionismus ebenso Anteil wie als Freund und Berater des damaligen Direktors der Nationalgalerie Hugo von Tschudi.

Doch nicht nur sein künstlerisches Werk, auch seine einflussreichen kunst- und kulturpolitischen Aktivitäten machen ihn zu einer Schlüsselfigur des Jahrhundertwechsels: Als langjähriger Präsident der Berliner Secession und der Preußischen Akademie der Künste gehörte er zu den richtungsweisenden Förderern der Moderne im Berlin des Kaiserreichs und der Weimarer Republik. Als Künstler, Mäzen und Sammler, Kulturpolitiker, als Repräsentant des jüdischen Großbürgertums, als strenger Preuße war er zeit seines Lebens streitbar und neugierig.

Zusamnen mit dem Kunstsammler und Galeristen Ernst Cassirer bestimmte Liebermann den Kunstmarkt, was als zeitgenössische Moderne galt und auch die auch Gemälde, welche in den Galerien und Salons ausgestellt und aufgehängt wurden. Er gehörte zu den ersten zeitgenössischen Sammlern der Impressionisten, besonders beeindruckten ihn die Werke Manets. Nach längerem Aufenthalt in München (1878–1884) ließ er sich in Berlin nieder, wo er 1898 Präsident der neu gegründeten Berliner Secession wurde.

Nach einer Ausbildung in Weimar und Aufenthalten in Paris und den Niederlanden schuf er zunächst naturalistische Werke mit sozialer Thematik. Durch die Beschäftigung mit den französischen Impressionisten fand er seit 1880 zu einer lichten Farbigkeit und einem schwungvollen Farbauftrag, der sein Hauptwerk prägt.

Sein Schaffen steht symbolisch für den Übergang von der Kunst des 19. Jahrhunderts hin zur Klassischen Moderne zur Zeit des Wilhelminismus und der Weimarer Republik. Diesen Wandel förderte er als Präsident der Berliner Secession. Von 1920 bis 1932 war er Präsident, bis 1933 Ehrenpräsident der Preußischen Akademie der Künste, bevor er infolge der nationalsozialistischen Einflussnahme aus der Kunstpolitik zurücktrat. Ab 1920 war er Präsident der preußischen Akademie der Künste, bis er 1933 wegen seiner jüdischen Abstammung aus dem Amt entlassen wurde.

Unter dem Einfluss Wilhelms II. verschärften sich die reaktionären Tendenzen in der Kulturpolitik des Kaiserreiches zunehmend. Die Kunstkritiker der Hauptstadt reagierten höchst unterschiedlich auf die Gründung einer Künstlerbewegung, die sich gegen die offizielle Richtung stellte. Die meisten verunglimpften insbesondere Liebermann und bezeichneten seine Malweise etwa als „patzig hinstreichende Manier“, dennoch bestritt kaum jemand seine Stellung als führender Berliner Künstler.

Durch den Zuzug Corinths, Slevogts und Opplers veränderte sich Berlins Rolle in der deutschen Kunstlandschaft erheblich. Während der Niedergang Münchens sich beschleunigte, kam Berlin nun auch in der Kunst die Stellung als Hauptstadt zu.

Im Jahr 1910 kam es in Berlin zu einem viel beachteten Künstlerstreit zwischen Max Liebermann und Emil Nolde. Nolde war im Jahr 1910 neu in Berliner Künstlerkreisen. Doch sein Malstil gefiel dem einflussreichen Malerfürsten Max Liebermann nicht: zu wüst, zu bunt, zu viele wilde Gesichter. Der Streit zwischen Nolde und Liebermann, zwischen neuem Expressionismus und dem etablierten Impressionismus, zerriß die Berliner Sezession und nahm den Riss vorweg, der die deutsche Gesellschaft spaltete.

1909 erwarb Liebermann von den Tantiemen aus dem Gemäldeverkauf ein Anwesen am Wannsee - sein "Schloss am See". Die Liebermann-Villa am Wannsee ist das ehemalige Sommerhaus des Malers Max Liebermann (1847-1935). Ein besonderer Ort, der mit dem heutigen Kunstmuseum und denkmalgeschützten Garten an die Geschichte der Familie Liebermann erinnert. Das Museum wird von der Max-Liebermann-Gesellschaft getragen.

Zur Liebermann-Villa am Wannsee gehört der nach Max Liebermanns Wünschen und Ideen gestaltete Garten, der zur bedeutenden Inspirationsquelle seines Werkes wurde. Heute begeistert der denkmalgeschützte und vollständig rekonstruierte Garten über 80.000 BesucherInnen im Jahr.

Seine letzten beiden Lebensjahre verbrachte er zurückgezogen in seiner Heimatstadt Berlin. Max Liebermann starb am 8. Februar 1935 in Berlin.

In der Sammlung der »Alten Nationalgalerie« befinden sich heute 22 Werke Liebermanns. Max Liebermann wäre in diesem Jahr 175 Jahre alt geworden, Zeit also, dem Malerfürsten und führenden Impressionisten einige thematische Ausstellungen zu widmen.

Anlässlich seines 175. Geburtstags rückt die »Alte Nationalgalerie« Schlüsselwerke des Impressionisten aus der Dauerausstellung in den Fokus und hat unterschiedliche Menschen eingeladen, ihre ganz persönliche Begeisterung für den Maler zu teilen.

Eröffnung des Museum Barberini Potsdam

Im Museum Barberini wurden seine Werke im Rahmen der Eröffnungsausstellung »Klassiker der Moderne. Liebermann, Munch, Nolde, Kandinsky« im Jahr 2017 gezeigt, welche die malerischen Umbrüche der Moderne bis in die Gegenwart untersuchte.

Weblink:

Villa Liebermann - www.villa-liebermann.de

Blog-Artikel:

Max Liebermann in der »Alte Nationalgalerie«

Literatur:

Max Liebermann. Wegbereiter der Moderne
Max Liebermann. Wegbereiter der Moderne
von Robert Fleck

Max Liebermann 175. Geburtstag (II)

Max Liebermann (1847–1935)

Max Liebermann wurde am 20. Juli 1847 als Sohn eines reichen jüdischen Textilgroßhändlers in Berlin geboren. Max Liebermann war ein deutscher Maler und der wichtigste Künstler des deutschen Impressionismus. Max Liebermann zählt zusammen mit Max Slevogt und Lovis Corinth zu den drei großen deutschen Impressionisten.

Als langjähriger Präsident der Berliner Secession und der Preußischen Akademie der Künste gehörte er zu den richtungsweisenden Förderern der Moderne im Berlin des Kaiserreichs und der Weimarer Republik.

Liebermann - Millionenerbe, „heimlicher Kaiser von Berlin“, „Malerfürst“ im Palais am Pariser Platz und „Gärtner“ im Landhaus am Wannsee - wurde hoch geachtet, weltberühmt und am Ende seines Lebens diffamiert und verfemt.

Der Künstler Max Liebermann verkörpert ein Stück deutscher Zeitgeschichte der Gründerjahre, an dessen künstlerischem Werdegang sich die Um- und Aufbrüche, die Auseinandersetzungen, Kämpfe, Fehden und Triumphe im Ringen um die Kunst der Moderne am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert exemplarisch ablesen lassen.

Sein Schaffen steht symbolisch für den Übergang von der Kunst des 19. Jahrhunderts hin zur Klassischen Moderne zur Zeit des Wilhelminismus und der Weimarer Republik.

Er studierte von 1869 bis 1872 an der Weimarer Kunstschule. Anschließend zog er nach Frankreich, wo er mehrere Jahre wohnte und vom Impressionismus beeinflusst wurde. Ein weitere wichtige künstlerische Inspiration stellte für Liebermann die niederländische Malerei mit ihrer Abbildung des einfachen Lebens dar.

Neben Motiven aus dem Alltag der Menschen widmete er sich später auch der Erstellung von Porträts. Gemeinsam mit anderen Künstlern gründete er die »Berliner Secession«, die sich für die an den Kunsthochschulen abgelehnten Stilrichtungen des Impressionismus und der Art Nouveau einsetzte.

1920 wurde Liebermann zum Präsidenten der »Preußischen Akademie der Künste« gewählt. 1933 legte der Maler jüdischer Abstammung aufgrund des Beschlusses der Organisation, keine Bilder jüdischer Künstler mehr auszustellen, sein Amt nieder.

Max Liebermann (1847–1935) zählt zu den Hauptvertretern des deutschen Impressionismus. Er gehörte zu den ersten zeitgenössischen Sammlern der Impressionisten, besonders beeindruckten ihn die Werke Manets. Nach längerem Aufenthalt in München (1878–1884) ließ er sich in Berlin nieder, wo er 1898 Präsident der neu gegründeten Berliner Secession wurde. Ab 1920 war er Präsident der preußischen Akademie der Künste, bis er 1933 wegen seiner jüdischen Abstammung aus dem
Amt entlassen wurde.

Bereits 1909 hatte Liebermann ein Grundstück am Ufer des Wannsees erworben. Dort ließ er sich nach Vorbildern Hamburger Patriziervillen durch den Architekten Paul Otto August Baumgarten einen Landsitz errichten. Max Liebermanns Sommervilla am Berliner Wannsee - das deutsche Pendant zum französischen Giverny.

Max Liebermann starb am 8. Februar 1935 in Berlin. Liebermann starb 1935 nach dem Rücktritt von allen öffentlichen Ämtern, im Palais am Pariser Platz.


Literatur:

Max Liebermann

Max Liebermann von Frauke Berchtig

Max Liebermann. Wegbereiter der Moderne

Max Liebermann. Wegbereiter der Moderne von Robert Fleck

Literatur:

Im Garten von Max Liebermann

Im Garten von Max Liebermann von der Hamburger Kunsthalle

Max Liebermann - Jahrhundertwende. Ausstellungskatalog Nationalgalerie Berlin - Nationalgalerie Berlin

Samstag, 25. Juni 2022

Uffizien von Florenz


Die Uffizien von Florenz sind ein von 1559 bis etwa 1581 ursprünglich für die Unterbringung von Ministerien und Ämtern in Florenz errichteter Gebäudekomplex. Architekten waren Giorgio Vasari, Bernardo Buontalenti und Alfonso Parigi der Jüngere.

Im Gebäude befindet sich seit ihren Anfängen um 1580 die Kunstsammlung "Galleria degli Uffizi" mit Werken der Malerei und Bildhauerei von der Antike bis zum Spätbarock. Sie gelten als eines der bekanntesten Kunstmuseen der Welt und waren von Anfang an öffentlich zugänglich. Das Museum stellt mit rund 2 Millionen Besuchern einen Hauptanziehungspunkt der Stadt dar.

In der dritten Etage des Gebäudes ist heute die Gemäldesammlung "Galleria degli Uffizi" untergebracht, die ihren Schwerpunkt auf Werke der italienischen Renaissance legt. Darüber hinaus umfasst die Sammlung Gemälde aus dem 13.–18. Jahrhundert und viele Werke flämischer, niederländischer, französischer und deutscher Künstler dieser Zeit. Eine umfangreiche Ausstellung von Selbstporträts aller Epochen bis in die Gegenwart ist im Corridoio Vasariano zu sehen.

Dieser Teil des Gebäudes, ebenfalls von Vasari erbaut (1556), verbindet die Uffizien auf der einen Seite mit dem Palazzo Vecchio und auf der anderen Seite über den Ponte Vecchio mit dem Palazzo Pitti. In der zweiten Etage befindet sich die von Leopoldo de Medici im 17. Jahrhundert begründete Sammlung von Zeichnungen und Drucken. Darüber hinaus lassen sich im Erdgeschoss die Reste einer romanischen Kirche besichtigen, die Vasari größtenteils abreißen ließ, um Platz für den Bau der Uffizien zu schaffen.

Die Uffizien von Florenz gelten als Olymp der Malerei. Dort befinden sich Gemälde von Leonardo da Vinci, Michelangelo und Botticelli.


Weblinks:

Firenze Musei - Sito ufficiale - www.firenzemusei.it

Gallerie degli Uffizi - www.uffizi.it


Literatur:


Galerie der Uffizien. Offizieller Führer
von Glorai Fossi