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Sonntag, 1. März 2026

Oskar Kokoschka 140. Geburtstag

Oskar Kokoschka


Oskar Kokoschka wurde am 1. März 1886 in Pöchlarn in Niederösterreich als Sohn eines Goldschiedes geboren. Durch seinen Vater, einen Goldschmied, der aus einer alten Künstlerfamilie stammte, fand er schon früh einen Zugang zur Kunst.


Oskar Kokoschka war ein bedeutender österreichischer Maler, Grafiker und Dichter des 20. Jahrhunderts.

Er war ein bedeutender Vertreter der Wiener Moderne, ein Humanist und zudem ein Kritiker politischer wie gesellschaftlicher Missstände.


Oskar Kokoschka war Maler, hat aber auch Dramen geschrieben und Bühnenbilder und Kostüme entworfen. Der Architekt Adolf Loos hat ihn gefördert, die Liaison mit Alma Mahler hat ihn berühmt gemacht.

Gefördert von Mentoren wie Karl Kraus, Alfred Loos und Gustav Klimt eroberte er Anfang des 20. Jahrhunderts die Wiener Kunstszene und fand schnell zu seinem eigenen Stil.


Oskar Kokoschka

Er war einer der bedeutendsten Vertreter des Expressionismus, den er bis in die 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts auslebte. Oskar Kokoschka war der wildeste Maler seiner Generation und galt als "Oberwildling".


Oskar Kokoschka war ein bedeutender Vertreter des Expressionismus. Er malte wilde, expressionistische Bilder.


1917 siedelte er nach Dresden über. Von 1919 bis 1926 hatte er eine Professur an der Kunstakademie in Dresden inne, von der er bereits 1924 freigestellt wurde.


Nach seinem plötzlichen Ausscheiden aus der Akademie unternahm der Maler ausgedehnte Reisen
durch Europa, Nordafrika und Gebiete um das östliche Mittelmeer, die ihn zu zahlreichen
Städteporträts und Landschaftsbildern inspirierten.


Ab 1933 beabsichtigte er, fest in Wien zu leben, doch nach dem Tod seiner Mutter (1934)
sah er sich durch die politischen Ereignisse in Deutschland und Österreich gezwungen,
im selben Jahr nach Prag zu flüchten, wo er auch seine spätere Frau Olda Palkovská kennenlernte.


Die Nationalsozialisten konnten mit dem Expressionismus als Kunstrichtung udn seiner wilden Malerei nichts anfangen und diffamierten Kokoschka als "Entartetster unter den Entarteten", der Maler galt als Hitlers "Kunstfeind Nummer 1".


Seine Kunst wurde von den Nationalsozialisten als "entartet" eingestuft und verboten.
Während der Nazi-Zeit ging er ins Exil, womit auch die Wanderschaft des Weltbürgers Kokoschka begann.
Nach dem Krieg wurde er Kunstprofessor in Dresden.


Nach der Verkündung der Mobilmachung in der Tschechoslowakei im Mai 1938 flüchtete Oskar Kokoschka erneut, nach Großbritannien, da seine Werke von den Nationalsozialisten als entartete Kunst diffamiert und aus den Museen entfernt wurden.


Die Bilder des Expressionisten waren der pathetische Ausdruck, seine impulsiven Gefühle zum Ausdruck zu bringen.Seine kraftvollen Bilder besitzen mitunter eine rauschhafte Farbigkeit.


Kokoschka war ein Ästhet und Wegbereiter der Moderne. Die Bilder des Expressionisten waren der pathetische Ausdruck, seine impulsiven Gefühle zum Ausdruck zu bringen.
Kokoschkas Bilder waren geprägt durch den leidenschaftlichen Drang, den Dingen in kraftstrotzenden Farben eine Gestalt zu geben. Sie besitzen mitunter eine rauschhafte Farbigkeit.


Kraftvolle dynamische Bilder waren sein Markenzeichen, kontroverse Bühnenstücke seine Leidenschaft.
Nichts hielt ihn davon ab, politische wie gesellschaftliche Missstände zu kritisieren.


Er schuf neben Portraits und Landschaften zahlreiche Städtebilder von Hamburg, Dresden, Berlin, Salzburg und verfasste mehrere expressionistische Dramen.


Kokoschka entwickelte im Alter einen freundlich-impressionistischen Stil.


Nach vielen Wanderjahren fand der Maler eine neue Heimat am Genfer See.


Oskar Kokoschka starb am 22. Februar 1980 in Montreux, Schweiz.



Weblinks:


Oskar Kokoschka-Biografie - Biografien-Portal www.die-biografien.de


Oskar Kokoschka-Zitate - Zitate-Portal www.die-zitate.de

Samstag, 24. Januar 2026

E.T.A. Hoffmann 250. Geburtstag

E.T.A. Hoffmann

E.T.A. Hoffmann wurde vor 240 Jahren am 24. Januar 1776 in Königsberg als Sohn eines Advokates geboren.

E.T.A. Hoffmann ist einer der großen deutschen Dichter der Romantik und gilt er als Meister des Unheimlichen in der Literatur. Mit seinen bizarr-phantstischen Erzählungen schuf er eine neue Erzählform, deren übersinnliche Motive und groteske Züge auf die ganze Weltliteratur wirkten - von von E. A. Poe bis zu Oscar Wilde.

Nach dem Gymnasium in Königsberg studierte er von 1792 bis 1795 Jura. Als Referendar arbeitete er 1796 in Glogau und 1798 in Berlin. Ab 1800 arbeitete er als Assessor in Posen, wurde strafversetzt nach Plozk in Polen.

1807 ging er nach Berlin zurück und verdiente seinen Lebensunterhalt von nun an als Musiker, Zeichner und Literat. 1808-1813 war er Kapellmeister, Komponist und Musikkritiker in Bamberg und erlebte mit den ersten phantastischen Erzählungen seinen Durchbruch als Schriftsteller. Ab 1814 lebte er wieder in Berlin und war führendes Mitglied der "Serapionsbrüder", eines literarischen Zirkels, dem u.a. auch Clemens Brentano, Adelbert von Chamisso und Friedrich de la Motte Fouqué angehörten.

Er wollte eigentlich Komponist werden und galt als musikalisches Wunderkind. Zur Literatur kam er eher auf Umwegen. und Der junge Hoffmann hatte mit einundzwanzig Jahren bereits zwei umfangreiche Romane in der Schublade liegen.

Etwa 1805 zog er nach Berlin, wo sich seine Begabung als Musiker, Zeichner und Schriftsteller vollends entwickeln konnte. Ab 1814 war er wieder am Kammergericht in Berlin angestellt.

E.T.A. Hoffmann gilt als "Dichter der entwurzelten Geistigkeit" und ein außergewöhnlichen Autor an der Schwelle zur Moderne. E.T.A. Hoffmann war auch Theaterkomponist. Musiklehrer. Zeichner. Kammergerichtsrat. Sein wahres Talent zeigt sich aber in der Dichtung. Er wuchs auf in der Blüte der Romantik: "Wir konstruieren die Welt aus den Formen unseres Geistes".

E.T.A. Hoffmann: Das Leben eines skeptischen Phantasten


E.T.A. Hoffmann: Das Leben eines skeptischen Phantasten


»Die Wochentage bin ich Jurist und höchstens etwas Musiker. Sonntags am Tage wird gezeichnet und abends bin ich ein sehr witziger Autor bis spät in die Nacht.« Diese Sätze soll E.T.A. Hoffmann einmal selbst über sein bewegtes, facettenreiches Leben das von 1776 bis 1822 andauerte, gesagt haben.



Auch Hoffmann wendete sich ab vom Rationalismus, dem bürgerlichen Alltag, fand Zuflucht in Phantasie und Wunder, irgendwo zwischen märchenhafter Gothic Novel "Der goldene Topf" (1814) und bizarren Phantasmata wie "Die Elixiere des Teufels" (1815). Es ist das Unheimliche, mit der seine phantastische Literatur einen Nerv der Zeit getroffen hat.

Sie prägen seine Erzählungen, machen ihn zum bis heute bekanntesten und einflussreichsten deutschsprachigen Erzähler des Phantastischen. "Grusel-Romancier" nennen ihn die Kritiker, "Klassiker der Schauerliteratur" die Fans.

Bekannt wurde E.T.A. Hoffmann durch seine phantastischen Märchenerzählungen. In seiner wohl unheimlichsten Erzählung, "Der Sandmann" aus Nachtstücke (1817) lässt Hoffmann die schöne, aber mechanische Olympia von einem Uhrwerk getrieben tanzen und singen - es ist eine der ersten Robotergeschichten der Science Fiction.

Der Jurist, Komponist und Dichter brachte es zu den größten Erfolgen und fragte sich, auf dem Höhepunkt seines Ruhmes angekommen, trotzdem, ob das wirklich alles gewesen sein sollte. Denn Hoffmann bemerkt bald, dass die Bewunderung, "die man ihm zollte, so dünn und kraftlos ist, wie der Tee, der bei diesen Geselligkeiten gereicht zu werden pflegt", schreibt Rüdiger Safranski in seiner eindrucksvollen Biographie, für die er dementsprechend auch den Untertitel »Das Leben eines skeptischen Phantasten« gewählt hat.

E.T.A. Hoffmann war ein skeptischer Phantast. Kaum ein anderer deutschsprachiger Autor vor Freud läßt so tief in die Abgründe des bürgerlichen Seelenlebens blicken. Seine Zeitgenossen nannten ihn "Gespenster Hoffmann". Das Fantastische, das seine Texte durchdringt, lag den Lesern im 19. Jahrhundert fern. Erst nach seinem Tod fanden Hoffmanns Bücher ein wachsendes Publikum sowie Musiker und Schriftsteller, die sich auf seine Motive bezogen.

Bei den etablierten Literaten fand die phantastische Literatur Hoffmanns jedoch wenig Anerkennung und der Autor wurde von ihnen als "Gespenter Hoffmann" abgetan.

Hoffmanns Liebe zur Gesangsschülerin Julia Mark mündete in der Leidenschaft beider in einer Katastrophe.

E.T.A. Hoffmann starb am 25. Juni 1822 in Berlin.


Biografie:

E.T.A. Hoffmann: Das Leben eines skeptischen Phantasten
E.T.A. Hoffmann: Das Leben eines skeptischen Phantasten
von Rüdiger Safranski


Literatur:

E.T.A. Hoffmann, Die Elixiere des Teufels. Lebensansichten des Katers Murr
E.T.A. Hoffmann, Die Elixiere des Teufels. Lebensansichten des Katers Murr
von E.T.A. Hoffmann

Das Fräulein von Scuderi
Das Fräulein von Scuderi
von E.T.A. Hoffmann

Der Sandmann
Der Sandmann
von E.T.A. Hoffmann

Der Sandmann
Der Sandmann
von E.T.A. Hoffmann

Donnerstag, 15. Januar 2026

25 Jahre Wikipedia

Wikipedia

Das Online-Lexikon Wikipedia wurde vor 25 Jahren am 15. Januar 2001 von Jimmy Wales gegründet und blickt auf 25 Jahre seines Bestehens zurück.

Denis Diderot

Die großen Enzyklopädisten des 18. Jahrhunderts wie Diderot, Holbach und d'Alembert hätten ihre Freude an Wikipedia gehabt, wollten sie doch das ganze Wissen ihrer Zeit in einer Enzyklopädie zusammentragen.

Wikipedia basiert auf der Idee frei zugänglichen Wissens für Nutzer. Die Idee einer frei zugänglichen Enzyklopädie war damals revolutionär. Das zugrunde liegenden Konzept der freien Mitarbeit und Zugänglichkeit hat sich durchgestzt und bewährt.

Wesentlich zum Erfolg beigetragen haben die freie Mitarbeit und der freie Zugang des Online-Lexikons und seines frei verfügbaren Wissens. Der Erfolg und die weltweite Verbreitung geben Wikipedia recht. Wikipedia liegt auf dem 13. Platz der meistbesuchten Seiten der Welt.

Hinter dem Heer der Freiwilligen steht eine relativ kleine Organisation mit Hauptsitz in San Francisco. Die Wikimedia Foundation beschäftigt gut 100 Entwickler und nimmt durch die jährlichen Spenden gut 120 Millionen Dollar ein. Der deutsche Förderverein kommt auf 80.000 Mitglieder und verfügt über einen Jahresetat von 18 Millionen Euro. Wikipedia finanziert sich durch Spenden. In den USA gibt es eine eigene Gesellschaft.

Geschrieben wird im Autorenkolletiv. Jeder darf bei Wikipedia mitschreiben, es gibt jedoch strenge Regeln bei der Veröffentlichung von Artikeln. Wikipedia hat strenge Regeln, was die Seriosität und die Angabe der Quellen angeht.

Wikipedia legt großen Wert auf Seriosität der Informationen und Quellen. Es versteht sich als Gegenteil zu den sozialen Medien mit ihrer häufig verbreiteten Desinformation.

Von Wikipedia-Verfassern eingereichte Artikel werden von einem zuständigen Kontrolleur überpüft, der die Quellenangaben überprüft.

Das Online-Lexikon Wikipedia ist eine Erfolgsgeschichte. Die deutsche Ausgabe ist mit gut 2,5 Millionen Artikeln die viertgrößte der Welt.

Dennoch hat das Angebot auch mit vielen Problemen zu kämpfen: In Deutschland geht die Zahl der Autoren stetig zurück, der Umgangston wird oft als rüde beschrieben - und der Autorinnenanteil liegt bei gerade mal zehn Prozent.

Weblink:

Wikipedia - wikipedia.org

Samstag, 10. Januar 2026

Schiller und das tintenklecksende Säkulum

Friedrich Schiller



Friedrich Schiller nannte sein Zeitalter, in dem so viele Bücher und Romane wie noch nie vorher veröffentlicht wurden, ein tintenklecksendendes Säkulum. Schiller hatte Anfang der 1780er Jahre sein Zeitalter daher das tintenklecksendende Säkulum genannt.

Zwischen 1750 und 1800 hatte sich die Zahl derer, die Lesen konnten, fast verdoppelt. Ungefähr 25 Prozent der Bevölkerung gehörten am Ende des Jahrhunderts zum potentiellen Lesepublikum. Die Rangherhöhung der Literatur und ihre Bedeutsamkeit für das Leben hatten zugenommen. Das Viellesen wurde am Ende des 18. Jahrhunderts in den bürgerlichen und kleinbürgerlichen Kreisen fast epidemisch, so daß Pädagogen und Literatuerkritiker bereits darüber zu klagen begannen.

Die Autorität der großen Bücher - die Bibel, Erbauungschriften, Kalender - die mehrfach gelesen und studiert werden, schwand. Das Publikum verlangte anch einer größeren Masse von Lesestoff, nach Büchern, nicht dafür geschaffen, daß man darin liest, sondern daß man sie buchstäblich verschlingt.

Zwischen 1790 und 1800 erschienen zweieinhalbtausend Bücher auf dem Markt, so viele wie insgesamt in den vergangenen 90 Jahren zuvor. Die gestiegene Nachfrage wollte von den Verlegern bedient und das wachsende Angebot von dem Publikum gelesen werden.

Montag, 15. Dezember 2025

Jan Vermmer 350. Todestag

Jan Vermeer

Jan Vermeer wurde vor 350 Jahren am 15. Dezember 1675 in seiner Heimatstadt Delft begraben.

Jan Vermeer war ein einer der bekanntesten holländischen Maler des Barocks. Er wirkte in der Epoche des Goldenen Zeitalters der Niederlande, in der das Land eine politische, wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit erlebte.

Die ersten Werke Vermeers waren Historienbilder, bekannt geworden ist er jedoch für seine Genreszenen, die einen Großteil seiner Arbeiten ausmachen. Die bekanntesten Werke sind durch die heutige Rezeption die »Ansicht von Delft« und »Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge«.

Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge Das populärste Bild von Jan Vermeer ist das um 1665 entstandene Porträt »Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge«. Das abgebildete Mädchen ist aus unmittelbarer Nähe und ohne erzählerische Attribute dargestellt, was dieses Bildnis von den anderen Werken Vermeers deutlich abhebt. Es ist nicht bekannt, wer die Abgebildete ist. Es könnte sich um ein Modell handeln, vielleicht war das Bild aber auch eine Auftragsarbeit.

Jan Vermeer van Delft wurde am 31. Oktober 1632 in Delft getauft.

Donnerstag, 4. Dezember 2025

"Rainer Maria Rilke 150. Geburtstag

Rainer Maria Rilke

Rainer Maria Rilke wurde vor 150 Jahren am 4. Dezember 1875 in Prag als Sohn eines Prager Beamten geboren. Rilke war ein österreichischer Schriftsteller und Lyriker. Er war ein rastloser und reisender Dichter.

Nach einer erzwungenen Militärerziehung wurde Rilke 1896 Student, zuerst in Prag, dann in München und Berlin, weniger studierend als dichtend. Rilke ging im Jahre 1896 als Student der Philosophie nach München. Ein Jahr später lernte er die 36-jährige Lou Andreas-Salome kennen. Die kurze Ehe mit der Bildhauerin Clara Westhoff in Worpswede löste er 1902 auf. Danach ging auf Reisen quer durch Europa und bereiste Italien, Skandinavien und Frankreich.

In Paris schloß er Bekanntschaft mit dem Bildhauer und Künstler Auguste Rodin und wurde dessen Privatsekretär. Bereits nach acht Monaten kam es aber zum Bruch. Es folgten unstete Jahre des Reisens mit Stationen in verschiedenen Städten Europas.


Rilke reiste während seiner Pariser Jahre viel. Ab 1903 hielt er sich zum Beispiel häufig in Italien auf. In Viareggio, einem italienischen Badeort, schrieb er das „Stundenbuch“. Unter anderem fuhr er von September 1903 bis Juni 1904 gemeinsam mit Clara nach Rom.

Von 1906 bis 1908 besuchte er mehrmals die Insel Capri. 1904 reiste er nach Schweden und Dänemark. Nach einem weiteren Rombesuch fuhr er in den Ort Duino an die Adria. Dort wurde er von der Fürstin Marie von Thurn und Taxis auf ihrem Schloss empfangen. Zwischen Rilke und der Fürstin entstand eine lebenslange Freundschaft.

Nach seinem Entschluß zur Berufslosigkeit und zu einem reinen Dichterdasein war Rilke zu jedem Verzicht bereit, wenn es dem Werk galt. Er opferte sein Leben seiner Kunst und gewann Unsterblichkeit, indem er unerreichte Sprach- und Kunstwerke schuf.

Im Ersten Weltkrieg war er zur österreichischen Armee eingezogen, wurde aber aufgrund seiner kränklichen Konstitution in das Wiener Kriegsarchiv versetzt.

Als Erzähler seines einzigen Romans Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge entwickelte Rilke wie in seinen Balladen erste Ansätze der modernen Erzählweise beziehungsweise des Geschichtsdichtens nach dem Historismus, blieb jedoch in der Darstellung der Vormoderne verhaftet. Wie auch in den intellektuellen Romanen zeitgenössischer Künstler, wie z.B. Robert Musil, findet man in Rilkes Werken viele essayistische Absätze vor, verflochten mit überreichen Handlungen, dramatischen Szenen und kontemplativen Passagen, die von dem menschlichen Dasein, der Kunst, Politik und Geschichte handeln wie das für Dostojewskis Romane charakteristisch war.

1925 reiste Rilke nochmals nach Paris, wo er als Dichter und Literat gefeiert wurde. Doch eine Krankheit beendete den Aufenthalt in Paris. 1926 verschlimmerte sich sein gesundheitlicher Zustand merklich. Rilke blieb von nun an in der Schweiz und kam im Dezember in ein Sanatorium in Val-Mont.

Rainer Maria Rilke starb am 29. Dezember 1926 an Leukämie. Am 2. Januar 1927 wurde der Dichter in Raron im Kanton Wallis beigesetzt. Sein Grabspruch, den er sich selbst gewünscht hat, lautet: “Rose, oh reiner Widerspruch, Lust, Niemandes Schlaf zu sein unter soviel Lidern“.

Rilke starb am 29. Dezember 1926 nach langer Krankheit in Val Mont bei Montreux.

Literatur:

Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
von Rainer Maria Rilke

Gedichte:

Die schönsten Gedichte
Die schönsten Gedichtee
von Rainer Maria Rilke

Die schönsten Gedichte
Die schönsten Gedichte
von Rainer Maria Rilke


Weblinks:

Rainer Maria Rilke - www.rilke.de

Rainer Maria Rilke - www.literaturatlas.de


Dienstag, 4. November 2025

Guido Reni 450. Geburtstag

Guido Reni Selbstportrait un 1635

Guido Reni wurde vor 450 Jahren am 4. November 1575 in Bologna geboren. Guido Reni war ein italienischer Maler, Freskant und Radierer der Bologneser Schule und einer der berühmtesten und bedeutendsten Künstler des 17. Jahrhunderts. Er wirkte vor allem in seiner Heimatstadt und in Rom und war der Hauptvertreter eines barocken Klassizismus in der Malerei.

Zu seiner Zeit war Reni einer der erfolgreichsten und gefeiertsten Maler Europas, begehrt bei den bedeutendsten Auftraggebern, zu denen etwa der Borghese-Papst Paul V., der Herzog von Mantua oder die englische Königin zählten.

Im 19. Jahrhundert aufgrund anderer ästhetischer Vorlieben kaum geschätzt und später durch die einseitige Konzentration auf seinen zeitweisen Rivalen Caravaggio in die zweite Reihe verdrängt udn dann in Veressnheit geraten, hat der Kusntmaler heute im allgemeinen Bewusstsein nicht mehr den Platz, den er verdient.

Guido Reni gehört zu den einflussreichsten Malern der Kunstgeschichte. Er orientierte sich in seiner Malerei an dem klassischen Vorbild von Raffael, das er in Kombination mit den vor- und frühbarocken Einflüssen durch die Carracci, Cavalier d’Arpino, und zeitweise (oder je nach Thema) sogar von Caravaggios Tenebrismus, zu einem eigenen idealistischen Stil entwickelte, der zunächst noch ganz barock und bewegt ist, aber nach 1620 immer mehr in einen puren Klassizismus mündete.

Seine Figuren entsprechen einem klassischen Ideal von Schönheit und Eleganz und bewegen sich meist in anmutiger Ruhe und Natürlichkeit. Seine Farbpalette ist zunächst leuchtend und satt, später heller und tendenziell kühler, und lichtete sich sogar nach 1630 noch weiter auf. Typisch für den Spätstil ab den 1620er Jahren ist ein silbriger Schimmer.

Bei den besten von Renis Werken ist die technische und geistige Brillanz des Künstlers offensichtlich, was selbst einigen Gemälden, die im ersten Moment glatt, rational oder auf Effekt angelegt erscheinen, eine besondere Qualität verleiht. Dies gilt natürlicherweise weniger für „Serienprodukte“, die offenbar mit Hilfe oder ausschließlich von seiner Werkstatt entstanden – oder sogar als Fremdkopien.

Reni hatte einen starken, direkten und erkennbaren Einfluss auf viele Künstler seiner eigenen Zeit und späterer Epochen. Die klassizistischen Strömungen in der römischen und italienischen Kunst des 17. Jahrhunderts sind alle mehr oder weniger durch ihn beeinflusst

Guido Reni starb am 18. August 1642 in Bologna.