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Sonntag, 12. Juni 2022

Günter Behnisch 100. Geburtstag

Günter Behnisch


Günter Behnisch wurde vor 100 Jahren am 12. Juni 1922 in Lockwitz bei Dresden geboren. Günter Behnisch war ein deutscher Architekt und Professor für Architektur.

Er wurde zu einem der wichtigsten Baumeister der Bundesrepublik. Er wollte, daß der Staat seine Verpflichtung zu Demokratie einlöste, auch beim Bauen.

Behnisch, der u.a. das Bonner Plenargebäude entworfen hat, prägte den Begriff des "demokratischen Bauens", focht für Transparenz, konsequente Moderne und Leichtigkeit.

Münchner Olympiastadion 1952 hatte der gebürtige Sachse in Stuttgart sein eigenes Büro gegründet und schnell Erfolg gehabt. Weltweit beachet aber wurde er für das wunderbar schwingende, ja tanzende Münchner Olympiastadion, das er zusammen mit dem Konstrukteur Frei Otto entworfen hatte. Das in den Jahren 1967 bis 1972 erbaute Stadion wurde in der Welt zum Symbol eines neuen, tatsächlich befreiten Deutschland.

Seine Ästhetik ist eine frei schwebende, tanzende Architektur. Behnisch wollte eine Ästhetik der Freiheit, weil er als Soldat im Zweiten Weltkrieg Angst, Gewalt und Diktatur erlebt hatte. Die Gebäude, die er entwarf, sollten "frei" sein, sie sollten "tanzen".

Günter Behnisch starb im Alter von 88 Jahren am 12. Juli 2010 in Stuttgart.

Samstag, 11. Juni 2022

London - Die Geschichte einer Weltstadt


Die Stadt London – Tourismusmagnet, Moloch, Terroristenziel, voller wunderbarer Bauten und reich an Menschen aus aller Herren Länder – ist seit undenkbaren Zeiten ein kaum erklärbares Phänomen. Um Aufklärung bemüht hat sich der Engländer Peter Ackroyd an die Sichtung alter und neuer, bereits erschlossener und bisher unbeachteter Quellen gemacht und eine Biographie der Stadt geschrieben, die ihresgleichen sucht: „London“.

Die frühzeitlichen Anfänge menschlicher Besiedlung, die Zeiten der Römer und der Einfall der Sachsen, die Verleihung des Stadtrechtes, das Hochziehen der Stadtmauer, die Herrscherwahl und der schwelende Konflikt zwischen städtischer Selbständigkeit und monarchischer Regierung des britischen Empire – all das kann man unter den verschiedensten thematischen Gliederungen auf knapp 800 großformatigen Seiten lesen und studieren.

Begleitet von historischen und modernen Abbildungen entsteht in der beim Knaus Verlag in deutscher Sprache erschienenen London-Biographie von Peter Ackroyd ein plastisch-realistisches Bild der heutigen Millionenmetropole mit all ihren Verflechtungen, der schon immer allgegenwärtigen Gewalt aber auch der Treue der Einwohner zu ihrer Stadt.

Das Wechselspiel von Politik und Kultur, verlorene und noch heute allgegenwärtige Traditionen, Märkte, Theater, Hinrichtungen, Kriminalfälle, literarische Figuren und natürlich immer wieder die wirklichen Menschen, die London zu dem machen, was es ist, sind tief in das anekdotenreiche und absolut spannend zu lesende Buch verwoben. Man kommt an Peter Ackroyd und seinem opus magnum wirklich nicht vorbei, wenn man mehr über diese faszinierende Stadt namens London wissen will, mehr zumindest als in den besten Reiseführern zu finden ist.

Der im Norden von London lebende Autor, beleuchtet die wechselvolle Geschichte der Hauptstadt dezidiert und kompetent -ist dabei aber immer spannend und fesselnd. Ackroyd unterteilt die zeitliche Abfolge in verschiedene Kapitel, in denen er unter anderem den Handel mit und in der Weltstadt beschreibt, oder etwa die grossen Katastrophen wie die Pest, das Feuer und den Krieg. Er zitiert dabei bekannte und unbekannte Einwohner Londons', beschreibt die damaligen Verhältnisse und lässt damit den Leser am Leben der jeweiligen Epoche teilhaben.

Noch nie gab es in letzter Zeit eine bessere deutschsprachige Schilderung über die Entwicklung der "spannendsten Stadt" auf diesem Globus. Auch wenn Ackroyd mit seiner Geschichte nicht alles erzählt, was in der Metropole geschehen ist, so ist dies, trotzdem oder gerade deswegen, aufregender Geschichtsunterricht! Und wer sich schon einmal näher mit der Stadt beschäftigt hat, lässt sich gerne unterhaltsam weiterbelehren.
Literatur:

London - Die Biographie London - Die Biographie von Peter Ackroyd

Tower of London – vom Gefängnis zum Juwelenhaus

Tower of London vom der  Themss

Der »Tower von London« ist eine mächtige Festungsanlage an der Themse in London und wohl eine der bekanntesten Festungen weltweit. Hier wurde englische Geschichte geschrieben und sind die britischen Kronjuwelen aufbewahrt. Der Tower gehört der britischen Krone und wird von den »Historic Royal Palaces« verwaltet. Die UNESCO erklärte den Tower 1988 zum Weltkulturerbe.

Die imposante Ringburg mit zwei Festungsringen diente der »Tower von London« den englischen und britischen Königen in den mehr als 900 Jahren seit seiner Errichtung als Königsburg, Festung, Gefängnis, Hinrichtungsstätte, königliche Münze, Zeughaus mit Waffenlager, Menagerie und Juwelenhaus.

Der »Tower of London« erfuhr im auf der Geschichte einen Wandel vom Gefängnis zum Juwelenhaus der britischen Krone.

Die Trutzburg diente neben der Abwehr von Feinden unter anderem auch als Residenz, Waffenkammer, Werkstatt, Lager, Zoo, Garnison, Museum, Münzprägestätte und Archiv. Seit 600 Jahren wird der Tower von Touristen besucht. Heute gilt er als eine der berühmtesten und imposantesten Burgen der Welt.

Wilhelm der Eroberer ordnete im Jahr 1078 den Bau des »White Towers« an und in den folgenden Jahrhunderten wurde er ständig erweitert. Doch erst nach dem Diebstahl der Kronjuwelen aus der Westminster Abbey im Jahr 1303 wurden diese im Tower of London aufbewahrt. Genaugenommen im „Jewel House“, einem separaten Bereich des Towers.

Ursprünglich wurde der Tower im 11. Jahrhundert als Festung Wilhelms des Eroberers gegen die potentiell feindseligen Bürger der Stadt London errichtet. Wilhelm der Eroberer begann mit dem Bau dieser Festung unmittelbar nach seiner Landung in England im Jahr 1066. Nachfolgende Könige ließen sie ausbauen und weiter befestigen.

Zur Geschichte des Towers gehören vor allem auch die zahlreichen Gefangenschaften in den Kerkern des Gebäudekomplexes. Angefangen im Jahr 1101 mit Ranulf Flambard, dem Bischof von Durham ging es weiter im Hundertjährigen Krieg (1339 – 1453) mit über 1000 französischen Gefangenen.

Dienstag, 7. Juni 2022

Claus Peymann 85. Geburtstag

Claus Peymann

Claus Peymann wurde vor 85 Jahren am 7. Juni 1937 als Sohn eines Studienrates in Bremen geboren. Peymann ist ein bekannter und renommierter deutscher Theaterregisseur und Intendant moderner und gesellschaftskritischer Stücke.

Peymann, ein Theatermann mit hervorragendem Renomee, hat das Theater mit dem Furor der Veränderung entstaubt und mit gesellschaftskritischen Stücken immer wieder für heftige Diskussionen und Kontroversen gesorgt. Der Theatermacher war ein Modernisierer, der das traditionelle Theater und sein Repertoire zu entstauben versuchte, er brach mit hergebrachten Traditionen und stieß damit auf heftige Reaktionen von Publikum und Presse.

Peymann übernahm im Jahr 1986 die Direktion des Burgtheaters in Wien, just an der Stätte, wo das Theater als Ersatz für das alte Kaiserreich und der Intendant wie ein Ersatzkaiser fungiert und gedient hat. Peymann schwang am Burgtheater in Wien 13 Jahre lang das Zepter. Peymann und seine Liason mit dem Burgtheater war ein besonderes Verhältnis.

Claus Peymann leitete unter seiner Intendanz eine neue Ära an der Burg ein und entstaubte das Repertoire. Dazu brachte er kritische Autoren und die „Jungen Wilden“ auf die Bühne: Thomas Bernhard, Elfriede Jelinek, Peter Handke. Und dauernd gab es Theater.

Claus Peymanns Wirken am Wiener Burgtheater wurde von Thomas Bernhard begleitet und von seinen Werken instrumentiert. Das Verhältnis von Bernhard und Peymann am Theater war klar: Bernhard war der Herr und Peymann der Knecht.

Das Theater muss seinen Platz in der Gesellschaft haben und Peymann war dabei, diesem seinen Platz einzuräumen. Mit seiner Arbeit sorgte er dafür, daß das Theater zeitgemäß und gesellschaftskritisch ausgerichtet wurde. Dort, wo die Tradition des Theaters auf seine innovativen Vorstellungen traf, gab es Auseinandersetzungen und Streit. Diejenigen Theater, welche Peymann vorher auf seinen Stationen in Frankfurt/Main (TAT 1966), Stuttgart (1974 bis 1979), Bochum (1979 bis 1986), Wien (1986 bis 1999) und Berlin (2000 bis 2017) geleitet hatte, wurden während seiner Intendanz zu den spannendsten, besten und skandalträchtigsten Häusern.

Peymann blieb 13 Jahre Chef des Burgtheaters, bevor er sich 1999 in Richtung Berlin verabschiedete. Das war „meine Königsetappe“, sagt Peymann rückblickend über seine Burgdirektoren-Zeit. Zuvor hatte er gedroht, seinen Vertrag als Burg-Chef nicht zu verlängern. Überraschenderweise wurde dieses den Berichten zufolge nicht ganz ernst gemeinte Angebot vom damaligen Bundeskanzler Viktor Klima angenommen.

Die Ära Peymann wird heute in Wien als eine – trotz mancher Schwächen – geglückte und kreative Direktion des Burgtheaters beurteilt. Dazu trug auch bei, dass Peymann viele namhafte, sehr unterschiedliche Regisseure wie z.B. Giorgio Strehler, Peter Zadek, Hans Neuenfels, Einar Schleef oder George Tabori während seiner Intendanz nach Wien geholt hat.

Aufgrund seiner Betonung moderner, österreichkritischer Theaterstücke wie »Heldenplatz« von Thomas Bernhard kam es jedoch mehrfach zu schweren Auseinandersetzungen mit Teilen der Wiener Presse, die sowohl von bürgerlich-konservativen Kreisen wie auch von sozialdemokratischen Persönlichkeiten wie Ex-Kanzler Bruno Kreisky oder Sozialminister Josef Hesoun angefacht wurden.

Weblinks:

Burgtheater Wien - Spielplan, Information und Kartenbestellungen - www.burgtheater.at

Burgtheater: Geschichte, Aktuelles, Nebenbühnen - www.stadt-wien.at



Sonntag, 5. Juni 2022

Deutscher Mühlentag 2022

Windmühle

Der Deutsche Mühlentag ist ein Aktions- und Thementag rund um das Mühlen- und Müllereiwesen in Deutschland. Er wurde 1994 von der »Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung« ins Leben gerufen. Veranstaltet wird der Deutsche Mühlentag von der »Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung« in Minden.

Die »Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) e.V.« und ihre Landes- und Regionalverbände laden an Pfingsten zum Deutschen Mühlentag ein. An diesem besonderen Tag lassen die zahlreichen Wind- und Wasser-, Dampf- und Motormühlen des Landes ihre Flügel und Wasserräder drehen. Die Mühlenbetreiber setzen die Mahlgänge in Betrieb und gewähren den Besuchern einen Einblick in den Betrieb einer Mühle.

Windmühle

Im Jahr 2022 findet der bundesweite Deutsche Mühlentag wieder tradionell am Pfingstmontag, den 6. Juni statt. Am Pfingsmontag, dem 6. Juni 2022, findet zum 27. Male der Deutsche Mühlentag statt.

Viele sonst nicht für Besucher geöffnete Mühlen, Wasserkraftwerke oder andere technische Denkmale, die mit Wind- oder Wasserkraft arbeiten, öffnen ihre Pforten für Interessierte. Besucher können dem Müller bei der Arbeit in der Mühle zusehen.

Weblink:

Deutscher Mühlentag - www.deutsche-muehlen.de/deutscher-muehlentag

Samstag, 28. Mai 2022

Konzerthaus am Gendarmenmarkt feiert 200. Geburtstag

Konzerthaus am Gendarmenmarkt

Konzerthaus am Gendarmenmarkt feiert seinen 200. Geburtstag. Als das Schauspielhaus am Berliner Gendarmenmarkt im Jahre 1821 im revolutionären Neubau Schinkels eröffnet wurde, da stand es symbolisch für das hellste Jahrzehnt, das Preußen je erlebte.

Das Schauspielhaus gilt als eines der schönsten Werke des preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel. In den letzten Kriegstagen 1945 wurde es vollständig zerstört und blieb als Ruine blieb mitten in Berlin stehen. Erst 1979 begann der Wiederaufbau und Umbau vom ursprünglichen Schauspielhaus zum heutigen Konzerthaus.


Das Schauspielhaus hat Geschichte geschrieben. Für die Erfolgsserie von E.T.A. Hoffmanns Oper "Undine", die nach der Premiere noch 13 gefeierte Vorstellungen am Schauspielhaus erlebte, bedeutete der verheerenden Brand das Aus, nicht aber für das Theater am Gendarmenmarkt.

König Friedrich Wilhelm III. ließ das Gebäude umgehend neu errichten. Vom berühmtesten deutschen Baumeister der Zeit: Karl Friedrich Schinkel. Die Bedingung war, dass die Fundamente, die Grundmauern und die Säulen des Portikus vor dem Haupteingang aus Kostengründen wiederverwendet werden sollten.

Die umjubelte "Freischütz"-Premiere schrieb Geschichte. Die deutsche Nationaloper war geboren. Es war das glanzvollste musikalische Ereignis im Schauspielhaus. Aber keineswegs das einzige.

Bei der März-Revolution 1848 lag der Gendarmenmarkt mit dem Schauspielhaus im Zentrum der Barrikadenkämpfe. Der Theaterbetrieb wurde unterbrochen. Vor der großen Freitreppe fand am 22. März die Trauerfeier für die Gefallenen statt.

70 Jahre später nach der November-Revolution von 1918 und dem Ende der Monarchie und dem Beginn der Weimarer Republik wurde aus dem Königlichen das Staatliche Schauspielhaus. Und noch einmal gut 70 Jahre später fand eine friedliche Revolution im Schauspielhaus ihren Abschluss.

42. Oberammergauer Passionsspiele 2022

Oberammergauer Passionsspiele
Die alle zehn Jahre stattfindenden Oberammergauer Passionsspiele gelten als eines der wichtigsten religiösen und kulturellen Ereignisse in Deutschland. Die Passionsspiele 2022 in Oberammergau finden in ihrer 42. Auflage vom 14. Mai bis 2. Oktober 2022 statt. Für diesjährigere Passionsspielzeit sind 102 Vorstellungen geplant.



Christian Stückl, der Passionsspielleiter von 1990, 2000 und 2010 ist auch der Passionsspielleiter für die Passionsspiele 2020. Christian Stückl wurde am 15. Juni 2015 vom Gemeinderat in Oberammergau zum Leiter der Passionsspiele 2020 gewählt und damit die Kontinuität in der Leitung sichergestellt.

Für die Musik und das Bühnenbild setzt die Gemeinde Oberammergau ebenfalls auf bewährte Kräfte. Markus Zwink und Stefan Hageneier werden diese Bereiche verantworten. Neu im Team ist Abdullah Kenan Karaca, der als 2. Spielleiter fungieren wird.

Oberspielleiter Christian Stückl setzt auf Vergegenwärtigung und präsentiert Christus als Charismatiker mit pazifistischen Idealen – in einer dystopischen Welt, in der nicht mal die Auferstehung gewiss ist. Eine Passion auf der Höhe der Zeit.



Stückl zeigt Jesus als Vorkämpfer für soziale Gerechtigkeit, der die Armen seligpreist und den Hohepriestern mit geradezu heiligem Zorn die Leviten liest, ob deren bigotter Gleichgültigkeit gegenüber den prekären Umständen, in denen das einfache Volk lebt. Die heute viel zitierte Schere zwischen Arm und Reich: Auch bei Jesus ist sie bereits ein Thema.


In den Jahren 1818 bis 1821 von Karl Friedrich Schinkel erbaut, gehört es zu den Hauptwerken des deutschen Klassizismus. Im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt, wurde es von 1976 bis 1984 außen originalgetreu und innen in historisierender Form als Konzerthaus wiederhergestellt.

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