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Freitag, 15. Juli 2022

Walter Benjamin 130. Geburtstag

Walter Benjamin


Walter Benjamin wurde vor 130 Jahren am 15. Juli 1892 in Berlin geboren.

Als Philosoph, Kunsttheoretiker sowie Gesellschafts- und Literaturkritiker machte sich Benjamin bald einen Namen, wobei es die „jüdischen Themen“ Sprache und Zeit waren, die seine Werke trugen. Seine Thesen „Über den Begriff der Geschichte“ zählen wohl zu den provokantesten und meist missverstandenen Texten zur Geschichtsphilosophie.

Walter Benjamin hinterlässt einen großes philosophisches Werk, indem er versuchte, rationale Wissenschaft, linke Politik und Mystik zu verbinden. Seine jüdischen Wurzeln führten ihn früh zur Kabbala.

Walter Benjamin lebte von 1920 bis 1933 als freier Schriftsteller in Berlin.

Nach dem Abitur 1912 studierte er Philosophie, deutsche Literatur und Psychologie in Freiburg im Breisgau, München und Berlin.

1921 erschien eine Übersetzung von Baudelaire-Gedichten, der er seinen selbstbewussten Aufsatz »Die Aufgabe des Übersetzers« vorwegstellt.

Walter Benjamin


Seine 1921 erschienene philosophische Schrift »Zur Kritik der Gewalt« beeinflusste viele bedeutende Denker. Nachdem sein Versuch, eine Zeitschrift mit dem Titel »Angelus Novus«, der auf ein Bild Paul Klees zurückging, herauszugeben, gescheitert war, versuchte er 1923/24, in Frankfurt am Main die philosophische oder germanistische Habilitation zu erlangen.

Er lernte hier Theodor W. Adorno und Siegfried Kracauer kennen. Seine Habilitationsschrift »Ursprung des deutschen Trauerspiels« erwies sich jedoch als zu unorthodox für den akademischen Betrieb und so zog er sein Habilitationsgesuch 1925 zurück.

1926 und 1927 hielt Benjamin sich jeweils einen großen Teil des Jahres in Paris auf, wo er, teilweise gemeinsam mit Franz Hessel, an der Übersetzung der Werke von Marcel Proust arbeitete und als Publizist tätig war.

Sein Interesse für den Kommunismus führte Benjamin für mehrere Monate nach Moskau. Zu Beginn der 1930er Jahre verfolgte Benjamin gemeinsam mit Bertolt Brecht publizistische Pläne und arbeitete für den Rundfunk.

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten zwang Benjamin, im März 1933 ins Exil nach Paris zu gehen. Als Mitarbeiter des nach New York emigrierten Instituts für Sozialforschung ermöglichte Max Horkheimer ihm ein bescheidenes Überleben.

Am Tag vor dem Einmarsch der deutschen Truppen in Paris verließ Benjamin die Stadt und begab sich nach Lourdes. Von hier reiste er zunächst weiter nach Marseille, bevor er im September 1940 vergeblich versuchte, nach Spanien zu flüchten. Im Grenzort Portbou, wo er mit der Auslieferung an die Deutschen bedroht wurde, nahm er sich am 26. September durch Morphium das Leben.

Er war eng befreundet mit Gershom Scholem, Ernst Bloch, Bertolt Brecht, Hannah Arendt, Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und vielen anderen heute bekannten Philosophen und Schriftsteller.

Walter Benjamin starb am 26. September 1940 in den nordspanischen Grenzort Portbou auf der Flucht vermutlich durch Suizid. Walter Benjamin war ein bedeutender deutscher Philosoph, Literaturkritiker und Übersetzer in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Weblinks:

Internationale Walter Benjamin Gesellschaft - www.walter-benjamin.org

Der Philosoph Walter Benjamin - www.wbenjamin.de

Der Philosoph Walter Benjamin – Die Schatten des Fortschritts - www.swr.de


Literatur:

Denkbilder


Denkbilder von Walter Benjamin

Sprache und Geschichte. Philosophische Essays.


Sprache und
Geschichte. Philosophische Essays.


Kritiken und Rezensionen


Kritiken und
Rezensionen

Donnerstag, 14. Juli 2022

Gustav Klimt 160. Geburtstag

Gustav Klimt

Gustav Klimt wurde vor 160 Jahren am 14. Juli 1862 in Baumgarten bei Wien geboren. Gustav Klimt war ein österreichischer Maler des Expressionismus. Neben Egon Schiele und Oskar Kokoschka zählt Gustav Klimt zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der »Wiener Moderne« und einer der bekanntesten Vertreter des Wiener Jugendstils und Präsident der »Wiener Secession«.

Nach seinem Kunststudium eröffnete Klimt 1883 in Wien ein eigenes Studio. Als Mitbegründer der "Wiener Sezession" wandte er sich gegen die gängige konservative Kunstauffassung und sprach sich stattdessen für eine avantgardistische, ausdrucksstarke ornamentale Malerei aus.

Die Kunst stand in Wien um 1900 im Spannungsfeld zwischen Tradition und Aufbruch in die Moderne. Maler wie Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka greifen Tabuthemen auf. Der Maler Gustav Klimt wird heute als Superstar der Jahrhundertwendekunst vermarktet, was jedoch nicht verdecken kann, daß Klimts Kunst von seinen Zeitgenossen angefeindet wurde.

Neben seinen Porträts aus der "goldenen Periode" waren es vor allem seine stimmungsvollen, zumeist quadratisch komponierten Landschaftsbilder, mit denen Gustav Klimt den Wiener Jugendstil maßgeblich prägte. Insbesondere die idyllischen Landschaften, Dörfer und Gebäude vom Attersee und vom Gardasee inspirierten ihn zu seinen schönsten Gemälden.

Aus den Bildern, die er in den Jahren um die Jahrhundertwende malte und auf den Secessionsausstellungen zeigte, lässt sich bereits deutlich seine spätere Hinneigung zu einer schmuckhaften Überhöhung und einem dekorativ-ornamentalen, strengen Flächenstil ablesen. Die Maler Toorop und Khnopff und die japanische Malerei bildeten u. a. die Quellen dieses Übergangsstiles, mit dem auch der letzte, große, öffentliche Auftrag zusammenhing: die Gestaltung der Wiener Universitätsaula, für die Gustav Klimt drei große Fakultätsbilder: »Philosophie«, »Medizin« und »Jurisprudenz« malte.

Beethovenfries
Beethovenfries ("Die Kunst - Paradies - Umarmung") 1902
Belvedere Wien

Die schroffe Ablehnung dieser Werke durch die Universität und das Publikum veränderte sein bisher vom schnellen Erfolg getragenes Leben. Er geriet mehr und mehr in Vereinsamung, wozu auch der Bruch mit der »Secession« im Jahre 1905 entscheidend beitrug. Mit einigen wenigen Getreuen verließ er die Vereinigung, deren Begründer er war. Im Kreise der Wiener Werkstätten, die er stark beeinflusste, und in der Kunstgewerbeschule fand er jedoch verständnisvolle Freunde und Mitarbeiter.

Portrait of Adele Bloch-Bauer, 1907
Portrait von Adele Bloch-Bauer, 1907

Im Sommer 1908 zeigten die aus der Secession ausgeschiedenen Künstler, die man »Stilisten« oder auch »Klimt-Gruppe« nannte, ihre Arbeiten auf der Kunstschau Wien 1908. Klimt war mit 16 Bildern beteiligt, darunter befand sich das Gemälde »Der Kuss«, eines der wichtigsten Werke des »goldenen Stils«. Dieses Bild wurde von der österreichischen Staatsgalerie erworben.



Die Arbeiten dieser reifsten Schaffensperiode Gustav Klimts zeichnen sich durch eine mosaikhaft kleinteilige Flächenornamentik und eine fast klassizistisch modellierende Körperlichkeit der Figuren aus. Die reiche Verwendung von Gold als Hintergrund verleiht den Bildern den Glanz erlesener Kostbarkeiten. Der Schmuckwert der Gemälde wurde noch durch künstlerisch gestaltete Rahmen gesteigert.

Gustav Klimt, der Schüler von Ferdinand Laufberger, hatte - wie eine Reihe anderer namhafter Künstlerkollegen - ein typisch österreichisches Schicksal zu erdulden. Aber über die Schmähung und Verhöhnung seines Werkes und die Anfeindungen seiner Person hinaus brauchte es fast ein halbes Jahrhundert nach seinem Tode, bis erkannt wurde, dass Gustav Klimt weitaus mehr war als nur ein hochtalentierter Dekorationsmaler des Wiener Fin de Siècle.

Seine umstrittenen, in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 zerstörten, allegorischen Fakultätsbilder galten als Paradigmenwechsel und als Credo einer neuen, thematischen und formalen Auffassung des Fin de Siècle: Geist und Materie, Natur und Kunst wie Eros und Thanatos stellen das Programm seines Schaffens kongenial dar.

Gustav Klimt war auch für seine Landschaftsmalerei bekannt war? Neben den Bildern seiner "goldenen Periode" waren es insbesondere die beeindruckenden Landschaftsbilder, mit denen Jugendstilmeister Gustav Klimt den Übergang in die moderne Malerei prägte. Prägnant ist der quadratische Bildaufbau; mit feinem Blick erkannte Klimt die ornamental abstrahierende Wirkung des Naturschauspiels.

Im letzten Jahrzehnt seines Lebens erfolgte unter dem Einfluss der jüngeren Generation eine Auflockerung der strengen Stilisierung, die Farbe wird weniger dekorativ, die Form stärker vom Ausdruck geprägt.

Ein besonderer Rückzugsort für Klimt war sein Atelier. Klimt hatte sein letztes Atelier wie Schiele im 13. Bezirk, Hietzing. Die beiden Ateliers waren nur vier Häuserblöcke entfernt.

1917 wurde Gustav Klimt Ehrenmitglied der Wiener und der Münchener Akademie. Den Vorschlag der Wiener Akademie der Bildenden Künste, Klimt zum Professor zu ernennen, lehnte das Unterrichtsministerium ab. Nach der Rückkehr von einer Rumänienreise starb Klimt am 6. Februar 1918 in Wien.

Klimt wurde auf dem Ober-St.-Veiter Friedhof, dem Friedhof des Bezirksteils, in dem er zuletzt wohnte, bestattet.

Montag, 11. Juli 2022

Das Dorf Vézelay im Burgund


Das alte Dorf Vézelay mit historischer Vergangenheit im Burgund schmiegt sich sanft um einen Hügel, auf dessen Kuppe die Kirche liegt. Vezelay ist ein Zentrum des Christentums seit dem Mittelalter und ist auch ein Sammelpunkt der Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela.

Das Dorf befand sich ursprünglich in der Nähe einer Benediktinerabtei, die angeblich die Überreste von Maria Magdalena enthielt. 873 wurde die Abtei von Normannen geplündert, die die Seine, die Yonne und die Cure hinauffuhren. Die Abtei wurde dann auf einen Hügel verlegt, und Benediktinermönche ersetzten die Nonnen. Die Stadt litt während der Revolution, und die Abtei wurde 1796 als Nationalschatz verkauft. Später rettete der Architekt Viollet-le-Duc sie im 19. Jahrhundert vor dem Untergang und der Vergessenheit und erlangte ihre frühere Pracht und Pracht zurück.

Die Basilika Sainte-Madeleine und das Dorf sind als Weltkulturerbe von der UNESCO klassifiziert. Vézelay ist Teil der "schönsten Dörfer Frankreichs". Das Städtchen darf sich "un des plus beaux villages de France" nennen - eines der schönsten Dörfer Frankreichs.

Die über tausendjährige Geschichte des Ortes begann im Jahr 858/859 mit der Gründung einer Benediktinerabtei durch Gerhard (Girard) II., Graf von Vienne, in einer Tallage unterhalb des heutigen Ortes (heute Saint-Père sous Vézelay). Das Kloster, zu Anfang ein Frauenkloster, wurde gemäß der Gründungsurkunde zu Ehren Christi und der Jungfrau Maria errichtet, als Schutzheilige kamen bereits in früher Zeit auch die Apostel Petrus und Paulus hinzu. Ausgestattet mit königlichen und päpstlichen Privilegien und von Papst Nikolaus I. mit Reliquien der Heiligen Pontianus und Andeolus beschenkt, wurde es in den folgenden Jahren in ein Männerkloster umgewandelt.

Samstag, 9. Juli 2022

Mythos »Tour de France«

Tour de France Tourmalet

Jan Ullrich

Die »Tour de France« - auch »Grand Boucle« genannt - ist das bekannteste und bedeutendste Radrennen der Welt. Die »Tour de France« ist beste Tourismuswerbung für Frankreich und seine Regionen und Landschaften und ein Mythos, der viele Geschichten hervorgebracht hat und von dem zu erzählen lohnt. Die »Tour de France« hat Geschichte und auch ihre Geschichten geschrieben, ebenso wie die Rennfahrer, die an ihr teilgenommen haben. 25 Jahre nach dem einmaligen Tour-Sieg von Jan Ulrich im Jahr 1997 ist die Tour wieder ein dreiwöchiges weltumspannendes Ereignis.

Fest im Programm der Tour sind Stationen, die längst zu Mythen geworden sind. Dazu gehören die Orte Alpe d'Huez, Meribel und die Berge Galibier, Col de la Croix de Fer, Tourmalet, Mont Ventoux und Puy de Dome und Planche de Belphi.

Die Tour ist der ewige Kampf um das Gelbe Trikot (Maillot Jaune), das grüne und das gepunktete rote Trikot. Ein Radrennen ist das geschickte Zusammenspiel der Kräfte von Fahrer, Team und Konkurrenz im Kampf gegen die Strecke, die Hitze und die Zeit. Im Rennverlauf verteilt sich das Fahrerfeld in die Spitzengruppe, Peloton und Groupetto.

Tour de France Karte 2022

Die Rennfahrer sind wahren Helden, die Streckenführung ist eine Bildungs- und Entdeckungsreise und die Landschaft ist die Kulisse mit ständigen Verweisen auf die französische und europäische Geschichte.

Körperliche Höchstleistungen müssen keineswegs im Widerspruch zu intellektuellen Ambitionen stehen. Denn auch und gerade im (Radrenn-)Sport gilt der Leitsatz, den einst Henri Bergson formulierte, der französische Philosoph und Literaturnobelpreisträger: »Man muss wie ein denkender Mensch handeln und wie ein handelnder Mensch denken.«

Immer wieder haben sich Philosophen wie Roland Barthes, Olivier Haralambon und Peter Sloterdijk bis hin zu Guillaume Martin sich für die berühmte drei-wöchige Radrundfahrt durch ganz Frankreich interessiert und darüber ihre Artikel, Kolummnen und Kommentare geschrieben. Auch kann man sich so manchen Philosophen vorstellen, der einen sinnreichen Beitrag zur Tour verfasst haben könnte.

Peter Sloterdijk

Die stets kräftig in die Pedale tretenden Pedaleure leisten auf der Rundfahrt Übermenschliches und man begreift, dass das, was diese Männer leisten, alles übersteigt, was Normalsterbliche begreifen können“, sagte der Hobbyradler und Philosoph Peter Sloterdijk vor Jahren gegenüber dem »Spiegel«, „nämlich der »Tour de France« alles unterzuordnen, alles zu riskieren, rücksichtslos – sich selbst gegenüber, dem Leben.“



Die Rennfahrer sind die wahren Helden der »Tour de France«. Die »Tour de France« hat viele Rennfahrer, die an ihr teilgenommen haben, zu Helden gemacht, aber auch immer wieder Tragödien heraufbeschworen und hervorgebracht.

Guillaume Martin

In »Sokrates auf dem Rennrad« schickt Guillaume Martin die bedeutendsten Denker der Geschichte in das größte Radrennen der Welt: die »Tour de France«.

Mont Ventoux Francesco Petrarca

Es war der bereits von dem Dichter Petrarca bestiegene Mont Ventoux, der den Briten Tom Simpson im Jahr 1967 beim Anstieg in der brütenden Hitze einen jammervollen Tod sterben ließ, manche sagen soagr umgebrachte hat. "Der Ventoux ist ein Gott der Bosheit, dem Opfer dargebracht werden müssen. Er vergibt niemals Schwäche, er fordert ein schier ungerechtes Maß an Leiden", schrieb der normannische Philosoph Roland Barthes bereits im Jahr 1957, als hätte er das tragische Schicksal Simpsons schon damals vorausgeahnt.

Tour de France Karte 2022


30. Weltmusik-Festival in Rudolstadt

Heidecksburg Rudolstadt

Nach drei Jahren Pause findet das Musikfestival Rudolstadt wieder statt und erlebt nun seine 30. Auflage. Das TFF Rudolstadt ist ein in seiner Atmosphäre einzigartigen Weltmusik-Festival, das immer am ersten Juli-Wochenende die kleine thüringische Residenzstadt in ein gigantisches Camp zigtausender Musikbegeisterter verwandelt.

Das erste Wochenende im Juli wird auch in 2022 wieder zehntausende Fans, Besucher und Künstler in Rudolstadt versammeln. Am ersten Juliwochenende steht Rudolstadt wieder ganz im Zeichen von Folk- und World Music.

Das TFF Rudolstadt ist Deutschlands größtes und vielfältigstes Festival für Folk, Roots und World Music und eines der wichtigsten seiner Art in Europa.

Länderschwerpunkt ist in diesem Jahr Südosteuropa. Im Donnerstag abend wurde das Festival mit einer Band aus Serbien im Heine-Park eröffnet.


Das Festivalgelände liegt auf und unterhalb der Heidecksburg, die über der Stadt thront. Die Bühnen dieses bedeutenden Folkfestivals befinden sich in der Altstadt, im benachbarten Heine-Park und auf dem Gelände der Heidecksburg aufgebaut, die sich über der Stadt erhebt.

Das TFF ist ein Fest mit musikalischer Tradition. Vorgänger war das Tanzfestival. 1955 wurde das „1. Fest des deutschen Volkstanzes“ in Rudolstadt ausgerichtet. Zum einen sollte damit der Sozialismus eine folkloristische Grundierung erhalten. Zum zweiten wurde damit die deutsche Einheit beschworen, ein Ziel, das die Ulbricht-Regierung zumindest rhetorisch in dieser Zeit noch verfolgte.

Und schließlich sollte deutsche Tradition gegen „amerikanische Unkultur“, wie Rock’n’Roll und Jazz, gestellt werden. Rudolstadt empfahl sich – wie zunächst auch Wernigerode – durch seine Lage in der Mitte Deutschlands und durch die Altstadt mit darüberliegendem Schloss, die durch den Krieg nicht beschädigt wurde.


Musikalischer Länderschwerpunkt in diesem Jahr ist Estland. Ob Legenden der Folkmusik oder Newcomer aller Genres dieser breit gefächerten Musikrichtung, ob Straßenmusik oder große Bühne - Rudolstadt klingt an allen Ecken und Enden.

Weblinks:


Rudolstadt-Festival - https://rudolstadt-festival.de

TFF-Rudolstadt - Wikipedia.org - http://de.wikipedia.org

Es wird mit täglich 20.000 Besuchern auf dem Festival gerechnet.

Dienstag, 5. Juli 2022

Theaterregisseur Peter Brook gestorben

Peter Brook

Theaterregisseur Peter Brook ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Peter Brook war ein britischer Theaterregisseur, der zu den wichtigsten Vertretern des zeitgenössischen europäischen Theaters gezählt wird.

Bereits als Schüler beschäftigte er sich mit dem Medium Theater. Erste Engagements als Regisseur hatte er ab 1945 in Birmingham, Stratford-upon-Avon und London, wo er hauptsächlich Dramen von William Shakespeare inszenierte. In den 1960er Jahren folgten Inszenierungen von zeitgenössischen Stücken von Jean-Paul Sartre, Friedrich Dürrenmatt, Peter Weiss und Jean Genet.
1962 inszenierte er Shakespeare erstmals auf leerer Bühne. Die Theorie dazu lieferte er in seinem Buch "Der leere Raum".

1970 gründete er in Paris das "Centre International de Recherche Théâtrale" (CIRT), aus dem das "Théâtre des Bouffes du Nord" hervorging. Brook lebte seit den 1970er Jahren in Frankreich.

Außer seiner Auseinandersetzung mit außereuropäischen Kulturkreisen - etwa in dem Stück "Mahabharata", das sich mit der indischen Mythologie befasst, oder seinem 1979 gedrehten Film "Gurdjieff" – Begegnungen mit bemerkenswerten Menschen) beschäftigte sich Brook immer wieder mit Shakespeare (z. B. Hamlet).

Weitere Verfilmungen unter seiner Regie waren "Herr der Fliegen" nach dem Roman von William Golding sowie mehrere Shakespeare-Verfilmungen für die BBC.

Berühmt sind seine Vorträge über modernes Theater, als Buch herausgegeben 1968 unter dem Titel „Der leere Raum“, die eine ganze Generation von Regisseuren beeinflussten.

Peter Brook wurde am 21. März 1925 in London geboren.

Freitag, 1. Juli 2022

Georg Christoph Lichtenberg 280. Geburtstag


Georg Christoph Lichtenberg wurde vor 280 Jahren am 1. Juli 1742 als siebzehntes und jüngstes Kind einer Pfarrersfamilie geboren. Geboren als 17. und letztes Kind eines protestantischen Pfarrers, wurde Georg Christoph Lichtenberg "wegen großer Schwächlichkeit" am selben Tag getauft.

Durch einen schweren Unfall in der Kindheit war er verkrüppelt. Zeit seines Lebens hatte er kleinwüchsige Lichtenberg unter seiner Konstitution minderen Wuchses zu leiden. Dennoch war er ausgesprochen lebensbejahend und kam zu höchsten akademischen Ehren.

Lichtenberg war ein berühmter Physiker und Philosoph, der von 1763 an in Göttingen lebte und arbeitete.
1775 wurde er zum Ordentlichen Professor an der Universität Göttingen ernannt. 1788 erfolgte die Ernennung zum Hofrat.

Georg Christoph Lichtenberg war ebenso Experimentalphysiker, Mathematiker, Astronom wie geistreicher Satiriker und scharfsichtiger Denker im Zeitalter der Aufklärung. Seine Aphorismen machten ihn berühmter als die physikalischen Forschungen.

Der Mathematik-Professor beschäftigte sich mit Physik und Astronomie, schrieb geistreiche Aphorismen und bissige Tagebücher. Georg Christoph Lichtenberg war Mathematiker und der erste deutsche Professor für Experimentalphysik.

Der deutsche Schriftsteller und Naturwissenschaftler war einer der führendsten Aufklärer im Deutschland des 18. Jahrhunderts.

Sudelbücher

Bekannt wurde Lichtenberg als grosser Spötter durch seine »Sudelbücher«, denen der geistreiche Professor seine raffinierten Einsichten anvertraute und seine Aphorismen und Lebensweisheiten veröffentliche.

Mit heiter-ironischem Spott lästerte er über seine Zeitgenossen. Es war ihm dabei stets ein Leichtes, die Schwächen seiner Mitmenschen auf den Punkt zu bringen.