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Dienstag, 7. Juni 2016

Kassel ersteigert Grimm-Briefe

Brüder Jacob und Wilhelm Grimm


Die Stadt Kassel hat 88 bisher nicht bekannte Briefe der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm an ihren Verleger, die Dieterich'sche Buchhandlung in Göttingen, erworben. Zu dem bereits am 5. April in Berlin für 50.000 Euro ersteigerten Konvolut kämen nun noch acht weitere Briefe der Verleger an die beiden Brüder dazu, sieben Briefe aus dem Umfeld sowie 20 Briefe von Herman Grimm, dem Sohn Wilhelm Grimms, sagte Holger Ehrhardt, der an der Universität Kassel die Brüder-Grimm-Stiftungsprofessur innehat.

In dem Göttinger Verlag seien alle bedeutenden Werke der Grimms erschienen, auch die Hausmärchen seien dort ab der 3. Auflage verlegt worden. In den Briefen, die noch nicht erforscht sind, gehe es nach einer ersten Durchsicht vor allem um die Übersendung von Manuskripten und Korrekturen, so Ehrhardt weiter. Auch Verträge und Honorarverhandlungen spielten eine Rolle. Obwohl die Brüder durchaus geschäftstüchtig gewesen seien, hätten sie mit den Büchern offenbar nicht viel verdient. "Die Einnahmen dürften sich bei rund zehn Prozent ihres Jahresgehaltes bewegen", sagte Ehrhardt.

Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen hob hervor, dass der Ankauf die Stellung Kassels als "Grimm-Hauptstadt" unterstreiche. Zusammen mit den mehr als 700 im Eigentum von Stadt und Universitätsbibliothek befindlichen Briefen besitze Kassel eine der bedeutendsten Grimm-Briefsammlungen. Hinzu komme das Erlebnismuseum Grimmwelt, das seit September 2015 bereits 110.000 Besucher verzeichnet habe. Der Erwerb sei finanziell durch die Kulturstiftung der Länder sowie der Hessischen Kulturstiftung ermöglicht worden. Die Briefe sollen digitalisiert und im Onlinearchiv der Universität kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Weblinks:

Kassel erwirbt unbekannte Grimm-Briefe - Kulturzeit

Das freie deutsche Hochstift erwirbt eien wiedeentdeckte Novalis-Handschrift - Kulturwelt - http://culturwelt.blogspot.com

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