Hinweis

Samstag, 12. Dezember 2015

»Welten der Romantik«-Ausstellung in der Albertina

»Die Lebensstufen«, um 1835


Romantik-Ausstellungen in Museen stoßen immer auf großes Interesse und lassen die Besucher wie von selbst in die Museen strömen. Die Romantik fasziniert das Publikum nach wie vor mit ihren traumvergessenen Sujets: den Schluchten und Ruinen, luziden Minen und extrem schlanken Architektur. Doch „Welten der Romantik“ will nicht überwältigen, sondern ist didaktisch aufgebaut. Mit dem Mittel der Bilder zeigt sie, auf wie vielen thematisch auseinanderdriftenden Flüssen die künstlerische Strömung durch das 19. Jahrhundert führt.

Der reinen Vernunft traute man nicht länger. Lieber begrüßte man Geister wie den Erlkönig und andere Sagengestalten. Und Gespenster, wie sie zum Auftakt in der Albertina Goyas „Caprichos“ verkörpern. Zusammen mit seinem „Koloss“ von 1810, der lange als Werk des spanischen Meisters galt, nun aber seiner Werkstatt zugeschrieben wird. Ein Gemälde, in dem der Krieg als Riese durch die Landschaften poltert und sie verwüstet.
In Wien, einem der Geburtsorte dieser bedeutenden Strömung, zeigt die Albertina in Wien in Kooperation mit dem Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste eine Ausstellung mit rund 160 Werken ihrer wichtigsten Vertreter.

Wie konfessionell das alles geprägt war, gehört zu den Erkenntnissen der Ausstellung, obwohl es nicht im Vordergrund steht.

Doch sie zeigt die Differenzen in den 160 Zeichnungen, Stichen und Gemälden von Peter Cornelius, Friedrich Overbeck, Franz Pforr, Friedrich Wilhelm Schadow oder Karl Friedrich Schinkel. Einiges stammt aus dem Wiener Kupferstichkabinett, das für das Projekt eng mit der Albertina kooperierte. Anderes kommt aus dem Städel in Frankfurt, der Hamburger Kunsthalle oder der bayerischen Gemäldesammlung – von überall also, wo der romantische Gedanke festsaß.



Wie konfessionell das alles geprägt war, gehört zu den Erkenntnissen der Ausstellung, obwohl es nicht im Vordergrund steht. Die katholische Romantik erschließt sich über den Lukasbund. In Wien waren junge Maler unzufrieden mit der akademischen Lehre, die sie Athleten der Antike zeichnen ließ. Eine Gruppe um Friedrich Overbeck und Franz Pforr scherte aus und vollzog 1809 die erste Abspaltung. Eine Sezession mit Blick zurück, bloß nicht so weit wie ihre Lehrer.

An die Stelle der Griechen trat das Mittelalter mit seinen Mythen, der behaupteten Einheit von Mensch und Natur und seiner religiösen Transzendenz. Auch die Frührenaissance akzeptierte der Lukasbund, dessen Mitglieder zwar überwiegend protestantisch waren. Mit dem Umzug in ein leer stehendes Kloster im Norden Roms konvertieren jedoch viele von ihnen, die Haare trugen sie nun lang „alla nazarena“, und die männlichen Akte ihrer Bilder durften zart und empfindsam sein.

Mit einer pointierten Gegenüberstellung der nordischen protestantischen und katholischen Bewegung sowie dem Fokus auf den Beitrag Wiens und Österreichs illustrieren die Welten der Romantik die romantische Suche nach dem Transzendenten in Mensch und Natur.
Die »Welten der Romantik« in der Albertina dauert vom 13. November 2015 bis zum. 21. Februar 2016.

Welten der Romantik - Caspar David Friedrich

Welten der Romantik - Caspar David Friedrich - Youtube

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Grube Messel seit 20 Jahren Weltnaturerbe


Deutschlands erste Natur-Welterbestätte feiert Jubiläum. Die Grube Messel bei Darmstadt, eine der weltweit wichtigsten Fundstätte für Fossilien, wurde vor 20 Jahren in die Unesco-Liste aufgenommen. An diesem Freitag (11. Dezember) ist im Besucherzentrum eine Feier geplant.


Die deutsche UNESCO-Kommission nennt die Grube Messel «ein einzigartiges Zeugnis» der Zeit vor 48 Millionen Jahren. «Die Grube Messel erlaubt uns einen faszinierenden Blick in die Geschichte des Lebens», betonte Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU). Das Land kaufte die Grube 1992, betrieben wird sie von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt. Ursprünglich sollte die Grube eine Müllkippe werden. Hessen gab schließlich Protesten von Bürgerinitiativen und Wissenschaftlern nach. Die spektakulärsten Entdeckungen aus der Grube sind neben dem Halbaffen «Ida» die Urpferdchen. «Die Qualität der Funde ist einzigartig gut», sagte der Senckenberg-Wissenschaftler Stephan Schaal. «Wir haben eine große Chance, Tiere zu finden, deren Skelett noch zusammen erhalten ist.» Bisher seien etwa 35.000 Pflanzen, 16.000 Insekten und 6000 Wirbeltiere gefunden worden.

Weblinks:

UNESCO Welterbe Grube Messel - www.grube-messel.de

Messel: Schätze der Urzeit
Messel: Schätze der Urzeit
von Gabriele Gruber

Weitere Links:

Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung - www.senckenberg.de

Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst - wissenschaft.hessen.de

Deutsche Unesco-Kommission - www.unesco.de

Grube Messel im Senckenberg-Museum - www.senckenberg.de

Unesco zu Grube Messel - www.welterbeprogramm.de

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Bauhaus-Museum in Dessau



Die Finanzierung für das Bauhaus-Museum in Dessau ist gesichert: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (beide CDU) unterzeichneten am 3. Dezember 2015 eine Vereinbarung, wonach Bund und Land jeweils die Hälfte der Kosten von 25 Millionen Euro tragen, wie die Bundesregierung und die Staatskanzlei mitteilten.

Der Museumsbau soll im Jahr 2019 zum 100. Jubiläum der Gründung der Kunsthochschule Staatliches Bauhaus fertig sein. Das Bauhaus Dessau beherbergt im Fundus rund 40.000 Exponate. Das ist nach Berlin die zweitgrößte Bauhaussammlung der Welt. Bislang kann davon nur ein kleiner Teil in der Dauerausstellung gezeigt werden.

Am 4. Dezember ist der offizielle Geburtstag des Bauhauses in Dessau. Es ist der Tag der Grundsteinlegung für das Bauhausgebäude, mit dessen Bau Walter Gropius die Dessauer Zeit der damals wie heute international renommierten Hochschule für Gestaltung begründete. Auch in diesem Jahr werden wir den Tag mit einem kleinen Geburtstagsfest feiern. Und ihn zum Anlass nehmen das neue Bauhaus Magazin „Kollektiv“ druckfrisch zu präsentieren.

Dienstag, 8. Dezember 2015

Bauhaus-Museum in Dessau

© dpa


Die Finanzierung für das Bauhaus-Museum in Dessau ist gesichert: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (beide CDU) unterzeichneten am 3. Dezember 2015 eine Vereinbarung, wonach Bund und Land jeweils die Hälfte der Kosten von 25 Millionen Euro tragen, wie die Bundesregierung und die Staatskanzlei mitteilten.

Der Museumsbau soll im Jahr 2019 zum 100. Jubiläum der Gründung der Kunsthochschule Staatliches Bauhaus fertig sein. Das Bauhaus Dessau beherbergt im Fundus rund 40.000 Exponate. Das ist nach Berlin die zweitgrößte Bauhaussammlung der Welt. Bislang kann davon nur ein kleiner Teil in der Dauerausstellung gezeigt werden.

Am 4. Dezember ist der offizielle Geburtstag des Bauhauses in Dessau. Es ist der Tag der Grundsteinlegung für das Bauhausgebäude, mit dessen Bau Walter Gropius die Dessauer Zeit der damals wie heute international renommierten Hochschule für Gestaltung begründete. Auch in diesem Jahr werden wir den Tag mit einem kleinen Geburtstagsfest feiern. Und ihn zum Anlass nehmen das neue Bauhaus Magazin „Kollektiv“ druckfrisch zu präsentieren.

Weblinks:

Bauhaus Museum Dessau - www.bauhausmuseum-dessau.de
Das Bauhaus in Dessau - www.bauhaus-dessau.de

Samstag, 5. Dezember 2015

»Die Alpen: Raum - Kultur - Geschichte«


Alpenbücher gibt es so viele wie Geröll auf dem Aletschgletscher. Dieses aber ist ganz anders: In »Die Alpen« beschreibt Jon Mathieu die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Natur in dieser besonderen Kulturlandschaft. Seit den Zeiten des Ötzi und der Hallstatt-Jäger sind die Alpen zu einem einzigartigen Kulturraum geworden.

Diese Geschichte der Alpen umspannt die Besiedelung des alpinen Raums bis heute und erzählt von der menschlichen Kultur und vom Leben, Arbeiten und Denken in den Bergen und Tälern der Alpen. Die unterschiedlichsten Kulturen waren und sind in dieser harten, fordernden Umwelt zu Hause. »Die Alpen: Raum - Kultur - Geschichte« ist eine differenzierte Kulturbetrachtung der Alpen.




Jon Mathieu ist Geschichtsprofessor an der Universität Luzern und Forschungsrat im Schweizerischen Nationalfonds. Er war Gründungsdirektor des Istituto di Storia delle Alpi an der Università della Svizzera italiana und hat mehrfach über die Alpen und die Berge allgemein publiziert. Sein letztes Buch »Die dritte Dimension. Eine vergleichende Geschichte der Berge in der Neuzeit« erschien 2011 in deutscher und englischer Sprache.

Literatur:

Die Alpen: Raum - Kultur - Geschichte
Die Alpen: Raum - Kultur - Geschichte



»Nach oben«

Nach oben von Fergus Fleming

»Welten der Romantik« in der Albertina Wien

Romantik! Ein magisches Wort. Bis heute haben die Ideen dieser Epoche nichts von ihrer Faszination verloren: Verklärung der Vergangenheit, Zurückversetzen in die Unschuld, die Welt der Träume. Die Albertina in Wien zeigt die »Welten der Romantik« vom 13. November 2015 bis zum 21. Februar 2016.

Die epochalen Ideen der Romantik haben bis heute nichts an Faszination verloren. In Wien, einem der Geburtsorte dieser bedeutenden Strömung, zeigt die Albertina in Kooperation mit dem Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste eine Ausstellung mit rund 160 Werken ihrer wichtigsten Vertreter.

Die Ausstellung fokussiert anhand ausgewählter Meis terwerke ganz unterschiedliche Phänomene der „Romantik“ am Beginn des 19. Jahrhunderts. Ausgehend von den kosmischen Weltkonzepten eines Philipp Otto Runge und den transzendenten, symbo lisch aufgeladenen Landschaften Caspar David Friedrichs sollen Kernthemen der Romantik wi e die Entdeckung des Unterbewussten und Abgründigen sowie die Suche nach der Unendlichkeit im europäischen Kontext veranschaulicht werden.

Die Gründung der Albertina. 100 Meisterwerke der Sammlung
Die Gründung der Albertina. 100 Meisterwerke der Sammlung


Der Bogen wird bis zur von der Wiener Akademie ausgehenden Bewegung der katholischen Romantik gespannt, in der - basierend auf christlichen Vorstellung - ein gänzlich neues Weltbild entworfen wird. Neben Werken von Friedrich und Runge werden auch Meisterwerke von Carl Blechen, Francisco de Goya, Ferdinand Olivier, Karl Friedrich Schinkel, Julius Schnorr von Carolsfeld, Alfred Rethel und William Turner gezeigt werden.

Zahlreiche Meisterwerke von Caspar David Friedrich über Karl Blechen bis Francisco de Goya zeichnen eine vielseitiges Bild der Romantik: Themen wie die Verklärung der Vergangenheit, das romantische Freundschaftsbild und oder die Welt der Träume, Visionen und Abgründe finden ihre Darstellung in der groß angelegten Schau.

Mit einer pointierten Gegenüberstellung der nordischen protestantischen und katholischen Bewegung sowie dem Fokus auf den Beitrag Wiens und Österreichs illustrieren die »Welten der Romantik« die romantische Suche nach dem Transzendenten in Mensch und Natur.

Weblinks:

Welten der Romantik - www.albertina.at

Welten der Romantik - www.wieninternational.at

Die Gründung der Albertina. 100 Meisterwerke der Sammlung

Die Gründung der Albertina. 100 Meisterwerke der Sammlung von Klaus A. Schröder

Dienstag, 1. Dezember 2015

Woody Allen 80. Geburtstag

Woody Allen


Woody Allen wird am 1. Dezember 80 Jahre alt. Gerade ist sein neuester Film "Irrational Man" in die Kinos gekommen - und mit der "Eddy Davis New Orleans Jazz Band" tritt er immer noch auf. Woody Allen - eigentlich Allen Stewart Konigsberg - ist ein amerikanischer Filmregisseur und Schauspieler, Komiker, Autor und Jazzmusiker. Woody Allen ist ein Künstlername, der sich aus der Kunstfigur Woody und seinem Vornamen zusammensetzt.

Schon in der Schule schrieb Woody Allen satirische Beiträge für Zeitungen und Magazine. Dann lieferte er Gags für Komiker wie Bob Hope. Im Alter von knapp 30 war er einer der erfolgreichsten Komiker Amerikas.



Mit den Filmen "Der Unglücksrabe" (1969), "Bananas" (1971) und "Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber nicht zu fragen wagten" (1972) begann der internationale Erfolg von Woody Allen als Drehbuchautor, Hauptdarsteller und Regisseur in Personalunion. 

1977 drehte Allen den satirisch-psychoanalytischen Film "Der Stadtneurotiker". Partnerin war seine damalige Lebensgefährtin Diane Keaton. Der Film erhielt vier Oscars - unter anderem als Bester Film. Als man Woody Allen den Oscar überreichen wollte, blieb er jedoch in New York und machte Musik. Er spielte - wie jeden anderen Freitagabend - Klarinette in einer Bar.

Mit "Der Stadtneurotiker" und mit der Großstadt-Rhapsodie "Manhattan" erreichte Allen, dessen autobiografisch gefärbte Komödien sich oft um Jüdischsein, Psychoanalyse und verkopfte "Brillen-Wichte" mit dem Hang zu intellektuellen Frauen drehten, den Gipfel seines Ruhms. In dem Film "Manhattan" spielt Allen einen in die Jahre gekommenen Gagschreiber, der unzufrieden mit seinem Beruf und seinem Privatleben ist.

Sein mit mehreren Oscar ausgezeichneter Film "Stadtneurotiker" (1977) wird gerne als Metapher für Allens Lebensweise und Charakter angesehen. Seine Stücke und Filme kreisen immer wieder um das Thema zwischenmenschlicher Beziehung und das in einer heiteren, liebevollen und teilweise chaotischen Weise.



Er gilt als der Prototyp des amerikanischen Intellektuellen. Er hat das Bild von New York wie kein Zeiter geprägt.
»Für mich ist New York immer der Ort der Verzauberung, der Erregung und Lebensfreude. Ich möchte niemals irgendwo anders leben.«

Woody Allen

Sein Privatleben geriet 1992 nach der Trennung von Mia Farrow in die Schlagzeilen. Seit 1997 ist er mit einer seiner Adoptivtöchter, mit Soon Yi Previn, verheiratet.

Woody Allen kann auf eine langjährige Karriere zurückblicken, in der er unzählige Filme geschaffen hat, von denen nicht wenige heute Klassiker sind. Zu Allens berühmtesten Filmen zählen "Manhattan" (1978), "Stardust Memories" (1980), "Hannah und ihre Schwestern" (1986) und "Bullets over Broadway" (1994).

Weblinks: Woody Allen-Biografie - Biografien-Portal www.die-biografien.de Woody Allen-Zitate - Zitate-Portal www.die-zitate.de