Hinweis

Mittwoch, 8. Juli 2026

Jean de la Fontaine - der französische Homer



Jean de la Fontaine erblickte am 8. Juli 1621 in Chateau-Thierry in der Champagne das Licht der Welt.

Jean de la Fontaine war ein französischer Dichter und Erzähler. Der Schriftsteller gilt als der bedeutendste Verskünstler der französischen Klassik. Naturschilderungen und satirische Gesellschaftsdarstellung sind die Themen seiner in zwölf Büchern zusammengefassten Fabeln.

La Fontaine hat sich den Ruf eines Klassikers erworben. "Notre Homer", unser Homer, nannte ihn der französische Schriftsteller Joseph Joubert in Anlehnung an den berühmtesten Dichter der griechischen Antike.

Mit Fabeln wie »Stadtratte und Landratte« oder »Der Hahn und der Fuchs« wurde Jean de La Fontaine berühmt. Die Motive aus der Antike und dem Orient haben dem Dichter geholfen, mit netten Tiergeschichten die feine Gesellschaft von Frankreich zu kritisieren.

Jean de La Fontaine fasste seine Fabeln und auch weitere im 17. Jahrhundert in Versform. Im Barock, also vom Ende des 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, erfreute sich diese Literaturgattung sonst keiner großen Beliebtheit: Sie entsprach in ihrer Schlichtheit nicht dem Zeitgeschmack, anders als in der Epoche der Aufklärung.

La Fontaine schrieb die antiken Texte teils um. Bei ihm ist die Vernunft nicht mehr auf der Seite der Stärkeren, sondern das Lamm ist klüger als der Wolf.

Mit den gattungsspezifischen Mitteln der Fabel verdeutlichte der Schriftsteller Charaktereigenschaften und Handlungsweisen der Menschen. Verschiedenen Tieren wurden bestimmte Züge zugeordnet. Der Fuchs "Reineke" gilt in der Fabel stets als schlau und gerissen.

In La Fontaines Tierfabeln sind es vielfach die kleinen Kreaturen, aus deren Fehlern der Leser eine Lehre zieht. Die größeren Tiere werden kaum als gute oder bewundernswerte Figuren dargestellt, sondern sind lediglich Symbole der Mächtigen und Reichen.

In seinen späten Fabeln hat La Fontaine häufig das Verhältnis von Oben und Unten thematisiert. Er wollte das Urteilsvermögen und die Sitten für das wahrhaft Große empfänglich machen. schrieb er.

Weblinks:

  • Biografie und Online-Versionen der Fabeln (französisch)


  • Keine Kommentare:

    Kommentar veröffentlichen