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Montag, 13. April 2026

Emil Nolde 70. Todestag

Emil Nolde

Emil Nolde starb vor 70 Jahren am 13. April 1956 in Seebüll. Emil Nolde benannte sich seit der Eheschließung mit seiner Frau Ada 1902 nach seinem Geburtsort Nolde. Emil Nolde war einer der führenden Maler des Expressionismus und ein Pionier der abstrakten Kunst. Er ist einer der großen Aquarellisten in der Kunst des 20. Jahrhunderts.

Nolde war bekannt für seine ausdrucksstarke Farbwahl. In der Radikalität, mit der er das Kolorit einsetzte, in der expressiven Leuchtkraft der Blätter und in der überzeugenden Virtuosität unterscheidet sich Nolde von seinen Zeitgenossen. Sein Werk umfasst neben Aquarellen auch Ölbilder, Holzschnitte und Radierungen. Die norddeutschen Landschaften sind ein Schlüsselmotiv in seinem umfangreichen Werk von Zeichnungen, Aquarellen und Ölbildern.

"Kunst zu bilden ist uns Menschen gegeben. Sie ist unsere bescheidene Tat.
Wo schön sie ist, erfüllt sie uns ganz und inniglich, wir lieben sie."

Der Expressionist Emil Nolde ist einer der großen deutschen Künstler, bekannt für seine dramatischen Landschaften und leuchtenden Blumenstillleben, aber auch für seine umstrittene Rolle als Künstler während der NS-Zeit. Emil Nolde war ein Patriot und ein überzeugter Norddeutscher, der seine Heimat und Natur liebte.

Emil Nolde starb vor 70 Jahren am 13. April 1956 in Seebüll.

Emil Nolde Haus in Seebüll

"Alle große Kunst ist Fülle von Stoff und Seele,
zu harmloser Einfachheit verdichtet."

Nolde war ein radikal malender Künstler. Selbst für modern malenden Kollegen malte Nolde erschreckend radikal. Emil Nolde, das heißt lodernde Farben, dramatische Lichtstimmungen, aber auch ins Fantastische und Groteske gehende Motive, denn Nolde, der anfangs noch von den Symbolisten und Impressionisten geprägt ist, zählt zu den Expressionisten. Der Expressionismus besticht durch seinen freien Umgang mit Farbe und Form.

150 Jahre Emil Nolde - Meisterwerke Ausstellung in Seebüll

Nolde war vom Meer fasziniert. In seiner Autobiografie schrieb er:
„Das große, tosende Meer ist noch im Urzustand, der Wind, die Sonne, ja der Sternenhimmel wohl fast auch noch so, wie er vor fünfzigtausend Jahren war.“

Nolde sah das Meer »nicht vom Strande oder vom Schiffe aus, er sah es so, wie es in sich selbst lebt, losgelöst aus jedem Bezug auf den Menschen, als das ewig regsame, ewig wechsel-volle, ganz in sich selbst sich auslebende, in sich selbst sich erschöpfende göttliche Urwesen, das bis heute noch die ungebändigte Freiheit des ersten Schöpfungstages sich bewahrt hat«.

Emil Nolde hatte sein Studio in seinem Haus in Seebüll, welches heute das Emil-Nolde-Museum beherbergt. Aus Anlass des 150. Geburtstages von Emil Nolde zeigt die Nolde-Stiftung in Seebüll die beiden Ausstellungen "150 Jahre Emil Nolde - Meisterwerke" und "Emil Nolde trifft Henry Moore".

Emil Nolde wurde am 7. August 1867 als Hans Emil Hansen in Nolde bei Buhrkall in der Provinz Schleswig-Holstein als Sohn eines Bauern geboren. Als Nolde starb, feierten die Honoratioren einen Widerstandshelden der Moderne.

Weblinks:

[ >> ]:

Nolde-Stiftung - www.nolde-stiftung.de

Emil Nolde - Sein Werk | Moderne Kunst - www.kunst-zeiten.de

Kunstdetektei: Nolde, Emil - www.kunstdetektei.de

Emil Nolde und das Meer in allen Farben - www.ndr.de/kultur

Das ganze Bild - Kulturzeit


Emil Nolde als NS-Anhänger:

- www.zeit.de/kultur

Maler Emil Nolde war Anhänger Hitlers - www.zeit.de/kultur

Samstag, 11. April 2026

Ostern ist das höchste kirchliche Fest


Ostern ist das höchste kirchliche Fest. Ostern ist das Fest der Auferstehung und auch das Fest, wo Menschen das Leben und die Fruchtbarkeit feiern. An Ostern werden die zentralen Aussagen über den christlichen Gott sichtbar.

Im Bewusstsein der Menschen aber hat es nicht den Stellenwert wie Weihnachten. Dabei werden an Ostern die großen Fragen der menschlichen Existenz gestellt. Was an Weihnachten die Menschwerdung ist, das steht an Ostern auf dem Prüfstand, mit dem Blick auf das Leiden, auf Gewalt und Tod, auf all jene Themen, die das Menschsein im Tiefsten beschäftigen. Auch die Frage: Was bedeutet unsere Sterblichkeit, und mit welcher Hoffnung können wir leben? Der Kreuzestod des Gottessohnes ist seit jeher eine Provokation. Paulus schrieb über das Christentum, es sei „den Heiden eine Torheit“.

Die Sperrigkeit dieses Festes liegt an diesem Skandalon, dass Gott stirbt. Für die hellenistische Weisheitslehre besteht die Torheit darin, dass sich die Göttlichkeit in diesem gekreuzigten Galiläer zeigen soll und nicht in einer absoluten Größe wie in der griechischen Philosophie. Diese Sperrigkeit hat Ostern behalten, trotz des Auferstehungsgedankens.

Osterfest Auferstehung

Ostern bedeutet für Christen biblische Auferstehung, Vergebung der Sünden und das ewige Leben eine höhere Offenbarung und reichlich biblischen Stoff aus dem Reich der Jenseitigkeit. Jede Zeit darüber nachdenken, wie die existenzielle Erfahrung und das Ereignis von Ostern in unsere gegenwärtige Sprache und Bildwelt übersetzt werden kann. Es geht dabei ja um eine überwältigende Daseinsfreude und um ein rückhaltloses Ja zum Leben.

Thüringer Bachwochen 2026

Johann Sebastian Bach


Die Thüringer Bachwochen sind das größte Festival für klassische Musik in Thüringen und eine Hommage an ein schöpferisches Musikgenie der Barockmusik. Die Bach zu Ehren abgehaltenen Bachwochen finden 2026 vom 8. April bis 1. Mai statt.

Mit seiner Spezialisierung auf Barockmusik und die Aufführung der Werke Johann Sebastian Bachs an den authentischen Bachstätten des Landes verfügt das Festival über künstlerische wie touristische Anziehungskraft zugleich – in Thüringen und darüber hinaus.
Ausgangspunkt des Festivals ist ein einzigartiges historisches Potenzial im Freistaat Thüringen. Mit Bachhaus und Taufkirche in Eisenach, der Traukirche in Dornheim, den frühen Wirkungsstätten in Mühlhausen, Arnstadt und Weimar sowie den Häusern der Vorfahren in Erfurt und Wechmar verfügt Thüringen über eine Vielzahl authentischer Bachorte. Diese eindrucksvollen Schauplätze sind Podium und bilden den Rahmen für anspruchsvolle Konzerte.

Johann Sebastian Bach

Bei den Thüringer Bachwochen erscheint Bach jedoch nicht nur im historischen Gewand: Wie kein anderer Komponist hat Bach Kulturschaffende aller Genres inspiriert – und dies tut er bis heute. Deshalb wird Bach in Thüringen nicht nur originalgetreu musiziert, sondern auch getanzt, inszeniert, arrangiert oder mit neuen Texten versehen.

Der 1685 in Eisenach geborene Johann Sebastian Bach ist in Thüringen sehr lebendig und viele Entdeckungen wert.

Weblinks:

Thüringer Bachwochen: Das Barockfestival in Thüringen - www.thueringer-bachwochen.de

Johann Sebastian Bach

Sonntag, 22. März 2026

Vor 10 Jahren: Frankfurter Goethe-Museum erwirbt Eichendorff-Nachlass

Joseph von Eichendorff


Das Goethe-Museum hat vor 10 Jahren einen bedeutenden Teilnachlass Joseph von Eichendorffs erworben. Dieser gilt als sensationeller Schatzfund. Eichendorff streckte beim Dichten seine Flügel aus, nun kommen seine Schriften abenteuerlich wieder nach Haus.

Seit 1945 galt die Sammlung als verschollen - über abenteuerliche Umwege kommt der sogenannte "Wiesbadener Nachlass" des romatischen Dichters Joseph von Eichendorff (1788-1857) nun nach Frankfurt. Das Freie Deutsche Hochstift, das das Goethe-Museum betreibt und gerade ein Romantik-Museum aufbaut, hat die wiederaufgetauchte Autographensammlung gekauft. Es handelt sich um 218 handschriftliche Doppel- und 100 Einzelblätter. Das "Freie Deutsche Hochstift" in Frankfurt am Main besitzt die größte Sammlung an Eichendorff-Manuskripten.

Im Großen Hirschgraben, der Frankfurter Adresse vom Goethe-Haus und Freiem Deutschem Hochstift, klafft eine große Baulücke. Hier entsteht das Deutsche Romantikmuseum. Man bringt die deutsche Romantik zwar eher mit Städten wie Heidelberg, Jena, Dresden oder auch Berlin in Verbindung.

Doch was die literarische Romantik angeht, finden sich die größten Schätze in Frankfurt am Main. Mit der von der Kulturstiftung der Länder und der Thyssen-Stiftung unterstützten Neuerwerbung hat Frankfurt seinen Anspruch, ein Zentrum der Romantikforschung zu sein, wieder einmal unterstrichen.

Dass man sich mit Eichendorff den Wonnen der Philologie hingeben kann, ist die Folge einer ganzen Reihe von Zu- und Glücksfällen, von denen der Kauf der "Steinsdorffschen Sammlung" der vorerst letzte ist.

Eichendorffs Nachlass ging nämlich am Ende des Zweiten Weltkrieges zu einem großen Teil verloren und tauchte erst Jahrzehnte später in Teilen wieder auf. Die Provenienz-Forschung wird im Falle Eichendorff zum Krimi, dessen Windungen und Verästelungen kaum zu überschauen sind.

Carl von Eichendorff vermachte kurz vor seinem Tod 1935 die Papiere des Großvaters der "Deutschen Eichendorff-Stiftung", die im Sterbehaus des Dichters im oberschlesischen Neisse ein Museum einrichtete. Dort wurden die Handschriften in drei Eichentruhen verwahrt, die man beim Heranrücken der sowjetischen Truppen 1944 in ein kleines Dorf im Altvatergebirge schaffte, das heute in Tschechien liegt.

Nach Kriegsende verstreute sich ihr Inhalt in alle Winde. Eichendorffs Nachlass galt als größtenteils unrettbar verloren. Nach und nach tauchte aber manches wieder auf, so das Jugendtagebuch 1955 in einem Prager Antiquariat. Die Regierung der ČSSR schenkte es dem Goethe- und-Schiller-Archiv in Weimar. 1971 wurde bekannt, dass ein umfangreiches Konvolut von Eichendorff-Manuskripten im Bezirksarchiv von Sumperk (Mährisch-Schönberg) entdeckt worden sei.

Weblink:

300 Eichendorff-Handschriften nach Frankfurt - 3 Sat Kulturzeit

So lange und mühselig suchte er das Zauberwort - www.welt.de/kultur

Sonntag, 1. März 2026

Oskar Kokoschka 140. Geburtstag

Oskar Kokoschka


Oskar Kokoschka wurde am 1. März 1886 in Pöchlarn in Niederösterreich als Sohn eines Goldschiedes geboren. Durch seinen Vater, einen Goldschmied, der aus einer alten Künstlerfamilie stammte, fand er schon früh einen Zugang zur Kunst.


Oskar Kokoschka war ein bedeutender österreichischer Maler, Grafiker und Dichter des 20. Jahrhunderts.

Er war ein bedeutender Vertreter der Wiener Moderne, ein Humanist und zudem ein Kritiker politischer wie gesellschaftlicher Missstände.


Oskar Kokoschka war Maler, hat aber auch Dramen geschrieben und Bühnenbilder und Kostüme entworfen. Der Architekt Adolf Loos hat ihn gefördert, die Liaison mit Alma Mahler hat ihn berühmt gemacht.

Gefördert von Mentoren wie Karl Kraus, Alfred Loos und Gustav Klimt eroberte er Anfang des 20. Jahrhunderts die Wiener Kunstszene und fand schnell zu seinem eigenen Stil.


Oskar Kokoschka

Er war einer der bedeutendsten Vertreter des Expressionismus, den er bis in die 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts auslebte. Oskar Kokoschka war der wildeste Maler seiner Generation und galt als "Oberwildling".


Oskar Kokoschka war ein bedeutender Vertreter des Expressionismus. Er malte wilde, expressionistische Bilder.


1917 siedelte er nach Dresden über. Von 1919 bis 1926 hatte er eine Professur an der Kunstakademie in Dresden inne, von der er bereits 1924 freigestellt wurde.


Nach seinem plötzlichen Ausscheiden aus der Akademie unternahm der Maler ausgedehnte Reisen
durch Europa, Nordafrika und Gebiete um das östliche Mittelmeer, die ihn zu zahlreichen
Städteporträts und Landschaftsbildern inspirierten.


Ab 1933 beabsichtigte er, fest in Wien zu leben, doch nach dem Tod seiner Mutter (1934)
sah er sich durch die politischen Ereignisse in Deutschland und Österreich gezwungen,
im selben Jahr nach Prag zu flüchten, wo er auch seine spätere Frau Olda Palkovská kennenlernte.


Die Nationalsozialisten konnten mit dem Expressionismus als Kunstrichtung udn seiner wilden Malerei nichts anfangen und diffamierten Kokoschka als "Entartetster unter den Entarteten", der Maler galt als Hitlers "Kunstfeind Nummer 1".


Seine Kunst wurde von den Nationalsozialisten als "entartet" eingestuft und verboten.
Während der Nazi-Zeit ging er ins Exil, womit auch die Wanderschaft des Weltbürgers Kokoschka begann.
Nach dem Krieg wurde er Kunstprofessor in Dresden.


Nach der Verkündung der Mobilmachung in der Tschechoslowakei im Mai 1938 flüchtete Oskar Kokoschka erneut, nach Großbritannien, da seine Werke von den Nationalsozialisten als entartete Kunst diffamiert und aus den Museen entfernt wurden.


Die Bilder des Expressionisten waren der pathetische Ausdruck, seine impulsiven Gefühle zum Ausdruck zu bringen.Seine kraftvollen Bilder besitzen mitunter eine rauschhafte Farbigkeit.


Kokoschka war ein Ästhet und Wegbereiter der Moderne. Die Bilder des Expressionisten waren der pathetische Ausdruck, seine impulsiven Gefühle zum Ausdruck zu bringen.
Kokoschkas Bilder waren geprägt durch den leidenschaftlichen Drang, den Dingen in kraftstrotzenden Farben eine Gestalt zu geben. Sie besitzen mitunter eine rauschhafte Farbigkeit.


Kraftvolle dynamische Bilder waren sein Markenzeichen, kontroverse Bühnenstücke seine Leidenschaft.
Nichts hielt ihn davon ab, politische wie gesellschaftliche Missstände zu kritisieren.


Er schuf neben Portraits und Landschaften zahlreiche Städtebilder von Hamburg, Dresden, Berlin, Salzburg und verfasste mehrere expressionistische Dramen.


Kokoschka entwickelte im Alter einen freundlich-impressionistischen Stil.


Nach vielen Wanderjahren fand der Maler eine neue Heimat am Genfer See.


Oskar Kokoschka starb am 22. Februar 1980 in Montreux, Schweiz.



Weblinks:


Oskar Kokoschka-Biografie - Biografien-Portal www.die-biografien.de


Oskar Kokoschka-Zitate - Zitate-Portal www.die-zitate.de

Samstag, 24. Januar 2026

E.T.A. Hoffmann 250. Geburtstag

E.T.A. Hoffmann

E.T.A. Hoffmann wurde vor 240 Jahren am 24. Januar 1776 in Königsberg als Sohn eines Advokates geboren.

E.T.A. Hoffmann ist einer der großen deutschen Dichter der Romantik und gilt er als Meister des Unheimlichen in der Literatur. Mit seinen bizarr-phantstischen Erzählungen schuf er eine neue Erzählform, deren übersinnliche Motive und groteske Züge auf die ganze Weltliteratur wirkten - von von E. A. Poe bis zu Oscar Wilde.

Nach dem Gymnasium in Königsberg studierte er von 1792 bis 1795 Jura. Als Referendar arbeitete er 1796 in Glogau und 1798 in Berlin. Ab 1800 arbeitete er als Assessor in Posen, wurde strafversetzt nach Plozk in Polen.

1807 ging er nach Berlin zurück und verdiente seinen Lebensunterhalt von nun an als Musiker, Zeichner und Literat. 1808-1813 war er Kapellmeister, Komponist und Musikkritiker in Bamberg und erlebte mit den ersten phantastischen Erzählungen seinen Durchbruch als Schriftsteller. Ab 1814 lebte er wieder in Berlin und war führendes Mitglied der "Serapionsbrüder", eines literarischen Zirkels, dem u.a. auch Clemens Brentano, Adelbert von Chamisso und Friedrich de la Motte Fouqué angehörten.

Er wollte eigentlich Komponist werden und galt als musikalisches Wunderkind. Zur Literatur kam er eher auf Umwegen. und Der junge Hoffmann hatte mit einundzwanzig Jahren bereits zwei umfangreiche Romane in der Schublade liegen.

Etwa 1805 zog er nach Berlin, wo sich seine Begabung als Musiker, Zeichner und Schriftsteller vollends entwickeln konnte. Ab 1814 war er wieder am Kammergericht in Berlin angestellt.

E.T.A. Hoffmann gilt als "Dichter der entwurzelten Geistigkeit" und ein außergewöhnlichen Autor an der Schwelle zur Moderne. E.T.A. Hoffmann war auch Theaterkomponist. Musiklehrer. Zeichner. Kammergerichtsrat. Sein wahres Talent zeigt sich aber in der Dichtung. Er wuchs auf in der Blüte der Romantik: "Wir konstruieren die Welt aus den Formen unseres Geistes".

E.T.A. Hoffmann: Das Leben eines skeptischen Phantasten


E.T.A. Hoffmann: Das Leben eines skeptischen Phantasten


»Die Wochentage bin ich Jurist und höchstens etwas Musiker. Sonntags am Tage wird gezeichnet und abends bin ich ein sehr witziger Autor bis spät in die Nacht.« Diese Sätze soll E.T.A. Hoffmann einmal selbst über sein bewegtes, facettenreiches Leben das von 1776 bis 1822 andauerte, gesagt haben.



Auch Hoffmann wendete sich ab vom Rationalismus, dem bürgerlichen Alltag, fand Zuflucht in Phantasie und Wunder, irgendwo zwischen märchenhafter Gothic Novel "Der goldene Topf" (1814) und bizarren Phantasmata wie "Die Elixiere des Teufels" (1815). Es ist das Unheimliche, mit der seine phantastische Literatur einen Nerv der Zeit getroffen hat.

Sie prägen seine Erzählungen, machen ihn zum bis heute bekanntesten und einflussreichsten deutschsprachigen Erzähler des Phantastischen. "Grusel-Romancier" nennen ihn die Kritiker, "Klassiker der Schauerliteratur" die Fans.

Bekannt wurde E.T.A. Hoffmann durch seine phantastischen Märchenerzählungen. In seiner wohl unheimlichsten Erzählung, "Der Sandmann" aus Nachtstücke (1817) lässt Hoffmann die schöne, aber mechanische Olympia von einem Uhrwerk getrieben tanzen und singen - es ist eine der ersten Robotergeschichten der Science Fiction.

Der Jurist, Komponist und Dichter brachte es zu den größten Erfolgen und fragte sich, auf dem Höhepunkt seines Ruhmes angekommen, trotzdem, ob das wirklich alles gewesen sein sollte. Denn Hoffmann bemerkt bald, dass die Bewunderung, "die man ihm zollte, so dünn und kraftlos ist, wie der Tee, der bei diesen Geselligkeiten gereicht zu werden pflegt", schreibt Rüdiger Safranski in seiner eindrucksvollen Biographie, für die er dementsprechend auch den Untertitel »Das Leben eines skeptischen Phantasten« gewählt hat.

E.T.A. Hoffmann war ein skeptischer Phantast. Kaum ein anderer deutschsprachiger Autor vor Freud läßt so tief in die Abgründe des bürgerlichen Seelenlebens blicken. Seine Zeitgenossen nannten ihn "Gespenster Hoffmann". Das Fantastische, das seine Texte durchdringt, lag den Lesern im 19. Jahrhundert fern. Erst nach seinem Tod fanden Hoffmanns Bücher ein wachsendes Publikum sowie Musiker und Schriftsteller, die sich auf seine Motive bezogen.

Bei den etablierten Literaten fand die phantastische Literatur Hoffmanns jedoch wenig Anerkennung und der Autor wurde von ihnen als "Gespenter Hoffmann" abgetan.

Hoffmanns Liebe zur Gesangsschülerin Julia Mark mündete in der Leidenschaft beider in einer Katastrophe.

E.T.A. Hoffmann starb am 25. Juni 1822 in Berlin.


Biografie:

E.T.A. Hoffmann: Das Leben eines skeptischen Phantasten
E.T.A. Hoffmann: Das Leben eines skeptischen Phantasten
von Rüdiger Safranski


Literatur:

E.T.A. Hoffmann, Die Elixiere des Teufels. Lebensansichten des Katers Murr
E.T.A. Hoffmann, Die Elixiere des Teufels. Lebensansichten des Katers Murr
von E.T.A. Hoffmann

Das Fräulein von Scuderi
Das Fräulein von Scuderi
von E.T.A. Hoffmann

Der Sandmann
Der Sandmann
von E.T.A. Hoffmann

Der Sandmann
Der Sandmann
von E.T.A. Hoffmann

Donnerstag, 15. Januar 2026

25 Jahre Wikipedia

Wikipedia

Das Online-Lexikon Wikipedia wurde vor 25 Jahren am 15. Januar 2001 von Jimmy Wales gegründet und blickt auf 25 Jahre seines Bestehens zurück.

Denis Diderot

Die großen Enzyklopädisten des 18. Jahrhunderts wie Diderot, Holbach und d'Alembert hätten ihre Freude an Wikipedia gehabt, wollten sie doch das ganze Wissen ihrer Zeit in einer Enzyklopädie zusammentragen.

Wikipedia basiert auf der Idee frei zugänglichen Wissens für Nutzer. Die Idee einer frei zugänglichen Enzyklopädie war damals revolutionär. Das zugrunde liegenden Konzept der freien Mitarbeit und Zugänglichkeit hat sich durchgestzt und bewährt.

Wesentlich zum Erfolg beigetragen haben die freie Mitarbeit und der freie Zugang des Online-Lexikons und seines frei verfügbaren Wissens. Der Erfolg und die weltweite Verbreitung geben Wikipedia recht. Wikipedia liegt auf dem 13. Platz der meistbesuchten Seiten der Welt.

Hinter dem Heer der Freiwilligen steht eine relativ kleine Organisation mit Hauptsitz in San Francisco. Die Wikimedia Foundation beschäftigt gut 100 Entwickler und nimmt durch die jährlichen Spenden gut 120 Millionen Dollar ein. Der deutsche Förderverein kommt auf 80.000 Mitglieder und verfügt über einen Jahresetat von 18 Millionen Euro. Wikipedia finanziert sich durch Spenden. In den USA gibt es eine eigene Gesellschaft.

Geschrieben wird im Autorenkolletiv. Jeder darf bei Wikipedia mitschreiben, es gibt jedoch strenge Regeln bei der Veröffentlichung von Artikeln. Wikipedia hat strenge Regeln, was die Seriosität und die Angabe der Quellen angeht.

Wikipedia legt großen Wert auf Seriosität der Informationen und Quellen. Es versteht sich als Gegenteil zu den sozialen Medien mit ihrer häufig verbreiteten Desinformation.

Von Wikipedia-Verfassern eingereichte Artikel werden von einem zuständigen Kontrolleur überpüft, der die Quellenangaben überprüft.

Das Online-Lexikon Wikipedia ist eine Erfolgsgeschichte. Die deutsche Ausgabe ist mit gut 2,5 Millionen Artikeln die viertgrößte der Welt.

Dennoch hat das Angebot auch mit vielen Problemen zu kämpfen: In Deutschland geht die Zahl der Autoren stetig zurück, der Umgangston wird oft als rüde beschrieben - und der Autorinnenanteil liegt bei gerade mal zehn Prozent.

Weblink:

Wikipedia - wikipedia.org

Samstag, 10. Januar 2026

Schiller und das tintenklecksende Säkulum

Friedrich Schiller



Friedrich Schiller nannte sein Zeitalter, in dem so viele Bücher und Romane wie noch nie vorher veröffentlicht wurden, ein tintenklecksendendes Säkulum. Schiller hatte Anfang der 1780er Jahre sein Zeitalter daher das tintenklecksendende Säkulum genannt.

Zwischen 1750 und 1800 hatte sich die Zahl derer, die Lesen konnten, fast verdoppelt. Ungefähr 25 Prozent der Bevölkerung gehörten am Ende des Jahrhunderts zum potentiellen Lesepublikum. Die Rangherhöhung der Literatur und ihre Bedeutsamkeit für das Leben hatten zugenommen. Das Viellesen wurde am Ende des 18. Jahrhunderts in den bürgerlichen und kleinbürgerlichen Kreisen fast epidemisch, so daß Pädagogen und Literatuerkritiker bereits darüber zu klagen begannen.

Die Autorität der großen Bücher - die Bibel, Erbauungschriften, Kalender - die mehrfach gelesen und studiert werden, schwand. Das Publikum verlangte anch einer größeren Masse von Lesestoff, nach Büchern, nicht dafür geschaffen, daß man darin liest, sondern daß man sie buchstäblich verschlingt.

Zwischen 1790 und 1800 erschienen zweieinhalbtausend Bücher auf dem Markt, so viele wie insgesamt in den vergangenen 90 Jahren zuvor. Die gestiegene Nachfrage wollte von den Verlegern bedient und das wachsende Angebot von dem Publikum gelesen werden.